Schulnachrichten.
Das Schuljahr 1905/6 begann Montag, den 1. Mai. Für Klasse Xa der Höheren Mädchenschule wurden 31, für 8 b der Erweiterten Mädchenschule 53 Schülerinnen angemeldet. Die Hõhere Mädschenschule(Xa-— la) hatte einen Anfangsbestand von 389; wâhrend des Schuljahres traten 10 ein, 31 aus, mithin verblieben am Schlusse 368. Der Anfangsbestand der Erweiterten Mäàdchen- schule(8 b— 1 b) war 287; im Laufe des Schuljahres traten 9 ein, I1 aus, sodass der Schlussbestand 285 betrug. Im Höchstbestand(695) ist die Schule gegen das Vorjahr(657) um 32 gewachsen. Von den 695 Schülerinnen waren 579 evangelischer, 61 katholischer, 52 israelitischer Konfession und 3 konfessionslos. Nach ihrer Herkunſt verteilte sich die Gesamtzahl wie folgt: aus Giessen 644, aus anderen hessischen Orten 36, aus anderen Staaten des Reiches 14, Aus- länderinnen I.
Die Klasse Vla, die im vorigen Jahre als VIIa schon hatte geteilt werden muüssen, blieb geteilt. Das dadurch notwendige weitere Klassenzimmer wurde uns wie im vorigen Jahre in der Alice-Schule zur Verfügung gestellt und die Klasse 7b dort untergebracht. An die Stelle von Frl. E. Soldan, die aus dem Schul- dienst ausgeschieden ist und zuletzt durch Frl. Seib vertreten wurde, trat die Schulverwalterin Frl. Lina Albrecht aus Darmstadt.
Der Schulverwalter Zinsser, der von Herbst 1904 bis Ostern 1905 die Stelle des Herrn Sames verwaltete, wurde Ostern 1905 nach Neu-Isenburg ver- setzt. Als Ersatz für Herrn Sames trat am 1. Mai Herr Haber ein.
Friedrich Wilhelm Haber wurde am 26. April 1873 zu Darmstadt geboren. Nachdem er 7 ½ Jahre die Realschule zu Friedberg besucht hatte, trat er in das dortige Lehrerseminar. Ostern 1892 wurde er aus demselben entlassen. Seine erste Verwendung im Schuldienste fand er in Kaichen, Kreis Friedberg. Frühjahr 1893 wurde er nach Treis a. d. Lumda versetzt. Nach 1 ½ jährigem Wirken daselbst war er dann von Herbst 1894 ab in Rüddingshausen tätig, bis er im Frühjahr 1905 an unsere Anstalt versetzt wurde.
Eine weitere Veränderung erlitt die Zusammensetzung des Kollegiums dadurch, dass Frl. Amend sich an Weihnachten 1905 mit Herrn A. Goetschy, Oberlehrer am Gymnasium in Vienne verheiratete. Frl. Amend hat 13 Jahre im Dienste unserer Schule gestanden und in dieser ganzen Zeit sich der Zufrieden- heit ihrer vorgesetzten Behörden, der Achtung ihrer Kollegen und Kolleginnen und der Anhanglichkeit ihrer Schülerinnen erfreut. Unsere besten Wünsche haben ihr in die neue Heimat das Geleit gegeben. Als Ersatz für unsere lang- jährige Mitarbeiterin wurde PFrl. Laffert gewonnen.
Julie Laffert, Tochter des Kaufmanns G. Laffert zu Stargard i. Pomm., wurde am 9. De- zember 1876 in Stargard geboren. Nachdem sie daselbst die Hohere Mädchenschule bis zu ihrem 16. Lebensjahre besucht hatte, bereitete sie sich in Stettin auf dem Seminar des Direktor
Dr. Haupt auf das Lehrerinnenexamen fur Hôhere Mäadchenschulen vor, das sie im Oktober 1896 bestand. Nach ½ jähriger Tatigkeit als Erzieherin ging sie zur weiteren Ausbildung in der


