Jahrgang 
1905
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Am 2. Dezember 1904 beehrte Herr Mivisterialrat Eisenhuth die Anstalt mit seinem Besuche und wohnte in einer Anzahl Klassen dem Unterricht bei.

Durch Dekret vom 18. Februar wurde dem Oberlehrer Dr. Sommerlad der Charakter als Professor verliehen.

Mit der Feier für Grossherzogs Geburtstag wurde verbunden die Feier des 400. Geburtstages Philipps des Grossmütigen. Neben Gesangen und Dekla- mationen bildete den Kern der Feier die Rede des Herrn Prof. Buchhold, der in treftlichen Worten die Bedeutung des erlauchten Ahnherrn unseres Fürstenhauses zu schildern wusste.

Bei der PFeier für Kaisers Geburtstag sprach Herr Kunkel über unsere Heimatstadt Giessen, in deren Geschichte er eine Reihe höchst interessanter Ein- blicke gestattete.

Unser Neubau ist nun endlich in Angriff genommen, die Arbeiten schreiten aber, da der Baugrund sehr zu wünschen übrig lässt, nur langsam fort.

Von einer öffentlichen Schlussfeier mussten wir in diesem Jahre abschen mit Rücksicht auf die Schillerfeier, die am 9. Mai 10 ½ Uhr in der Turnhalle des Turnvereins stattfindet, und zu der wir schon hiermit die Angehörigen unserer Schülerinnen und die Freunde unserer Anstalt einladen.

Eine kleine Entlassungsfeier findet Freitag, den 14. April, nachm. 3 Uhr, in unsrer Turnhalle statt. Die Angchorigen der abgehenden Schülerinnen sind hierzu freundlichst eingeladen.

Die Eltern, denen es darum zu tun ist, von den schriftlichen Arbeiten ihrer Töchter Kenntnis zu nehmen, machen wir hierdurch darauf aufmerksam, dass zu Anfang des Schuljahres(bei verändertem Stundenplan auch zu Beginn des Winterhalbjahres) bestimmte Wochentage festgesetzt werden für die Anfertigung dieser Übungsarbeiten, und dass die von dem Lehrer durchgesehenen Hefte ebenfalls an bestimmten Tagen den Mädchen zur Verbesserung zurückgegeben werden.

Um Missverständnissen, wie sie schon gelegentlich vorgekommen, zu be- gegnen, sei hier einmal darauf hingewiesen, dass zu den Sammlungen beizusteuern, die unsere Handarbeitslehrerinnen an Weihnachten veranstalten, ganz ins Belieben der Kinder oder Eltern gestellt ist. Besonders die Kleinen behaupten gern,sie mussten Sachen oder Geld bringen. Von einem Zwang irgend welcher Art ist natürlich nicht die Rede.

Die Ferien für das Jahr 1905 verteilen sich wie folgt:

Osterferien: vom 16. April bis 30. April.

Pfingstferien: vom II. bis 18. Mai.

Herbstferien: vom 6. August bis 17. September. Weihnachtsferien: vom 24. Dezember bis 7. Januar 1906.

Das Kuratorium der Höõheren und Erweiterten Mädchenschule bilden die Herrn:

Oberbürgermeister Mecum, Vorsitzender.

Beigeordneter Kommerzienrat Georgi,

Geheimer Schulrat Dr. Rausch, Direktor des Realgymnasiums und der Ober-Realschule.