Schulnachrichten.
Aus dem Schuljahr 1903/4 ist noch nachzutragen, dass am 27. Juni 1903 Prüfung der katholischen Schülerinnen in der Religionslehre durch den verstorbenen Bischof Dr. Brück stattfand.
Das Schuljahr 1904/3 begann Montag, den I1. April. Für die unterste Vorschulklasse der H. M.(Xa) wurden 49, für die der E. M.(8b) 34 Schülerinnen angemeldet. Die H. M.(Xa— la) hatte einen Anfangsbestand von 377; während des Schuljahres traten 21 ein, 22 aus, mithin verblieben am Schlusse 376. Der Anfangsbestand der E. M.(8b— 1b) war 245; im Lauſe des Schuljahres traten 14 ein, 21 aus, sodass der Schlussbestand 238 betrug. Im Höôchstbestand(657) ist die Schule gegen das Vorjahr(626) um 31 gewachsen. Von den 657 Schüle- rinnen waren 548 evangelischer, 52 katholischer, 54 israelitischer Konfession, 3 konfessionslos. Die Verteilung auf die einzelnen Klassen siche S. 7. Nach ihrer Herkunft verteilte sich die Gesamtzahl wie folgt: aus Giessen 612, aus anderen hessischen Orten 30, aus anderen Staaten des Reiches 14. Ausländerinnen 2.
Die Klasse VIIa, mit einem Anfangsbestand von 54 wurde geteilt. Die hierdurch notwendig gewordene weitere Lehrerin wurde in Frl. E. Soldan aus Darmstadt gewonnen, die aber leider für das letzte Tertial beurlaubt werden musste. An ihre Stelle trat am 24. Januar Frl. A. Seib aus Giessen. Da in unserem Schulhaus ein Klassenzimmer nicht zu beschaffen war, so wurde uns ein solches in der Alice-Schule hergerichtet und die Klasse VIIIa dort untergebracht.
Die Zusammensetzung des Kollegiums erlitt eine Veränderung durch den Weggang des Herrn Sames, der durch Dekret vom 28. September 1904 nach Darmstadt versetzt wurde. Er gehörte unserer Schule an scit dem 1. Mai 1900. Wir haben ihn ungern von uns scheiden sehen und wünschen ihm, dass er in seinem neuen Wirkungskreise die gesuchte Befriedigung finden möge. Als Stell. vertreter erhielten wir den Schulverwalter Fr. Zinsser aus Lindenfels.
Eine weitere Vertretung war nôtig für Frl. Weiss, die wegen Krankheit längere Zeit beurlaubt werden musste. Seis dem 5. Januar erteilt Frl. E. Steinbach aus Giessen den Unterricht des Frl. Weis-.
Herr Prof. Buchhold war wegen Ischias für den Monat jJuli beurlaubt und wurde durch das Kollegium vertreten, an das in diesem Jahre sehr hohe Anforderungen gestellt wurden, besonders in den ersten Wochen des neuen Jahres, wo erst Frl. Soldan, dann die nicht geringe Zahl der an Influenza erkrankten Lehrer und Lehrerinnen zu vertreten war.
Der Gesundheitszustand der Schulerinnen haätte auch besser sein dürfen. Abgesehen davon, dass die Befreiungen auf Grund ärztlicher Zeugnisse in be- denklicher Zahl nachgesucht wurden, zeigten viele Klassen im Winter längere Zeit grosse Lücken, sodass, trotz des ungewöhnlich langen Schuljahres, die Erledigung der Lehraufgaben mitunter Sehwierigkeiten machte.


