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Entgegenkommen unsererseits nicht fehlen, wir müssen aber erwarten, dass die Eltern ihrerseits durch die umfassendste Schonung dazu beitragen, dass der Aus- nahmezustand möõglichst bald beseitigt werde.
Gleichzeitig sei noch eine andere Bitte den Eltern unterbreitet: man wolle die Lehrer und Lehrerinnen doch nicht während der Schulzeit aufsuchen. Am besten ist es, vorher durch die Schülerinnen die Zeit für eine gewünschte Be- sprechung erfragen zu lassen.
Am 10. und I1. Juli 1903 besichtigte Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth unsere Anstalt und wohnte dem Unterricht in sämtlichen Klassen der beiden Schulen bei.
Am 25. November wurde der älteste Oberlehrer unserer Schule, Professor Dr. Buchhold, von Sr. Königlichen Hoheit dem Grossherzog durch Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen ausgezeichnet.
Fräulein Klara Birnbaum und Fräulein Amend verbrachten ihre Herbst- ferien in Frankreich.
Der Direktor nahm teil an der 18. Hauptversammlung des Deutschen Vereins für das Höhere Madchenschulwesen in Danzig vom 1. bis 4. Oktober.
Herr Mulch war zugelassen zu einem Kursus für Lehrer des Mädchen- turnens in Darmstadt vom 12. Oktober bis 7. November. Er wurde durch das Kollegium vertreten.
Am 6. Februar 1904 hatte Herr Lektor Goetschy, dem wir von früͤher her schon verpflichtet sind, die Liebenswurdigkeit, vor den Klassen la-IVa und Ib einen Vortrag über die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Paris zu halten. Die dem Verständnis der Schülerinnen sehr geschickt angepassten, durch Licht- bilder sehr wirksam unterstützten Ausführungen des vorzúglichen Redners fanden den reichlichsten Beifall. Wir statten Herrn Goetschy auch hier nochmals unseren besten Dank ab.
Die Feier für Grossherzogs Geburtstag fand diesmal ganz in der Stille statt. Dem teilnehmenden Schmerz um den Verlust unserer Prinzessin Elisabeth, der einzigen Tochter unseres schwergeprüſten Landesfürsten, der Gesinnung treuer Hingabe und Anhanglichkeit an den Landesvater selbst gab der Direktor in kurzen Worten Ausdruck. Ernster Gesang leitete die Feier ein und beschloss sie.
Die Feier an Kaisers Geburtstag versammelte wie sonst die Klassen la bis Va und Ib— 3b in der Turnhalle. Die Rede des Unterzeichneten, unterbrochen durch eine Anzahl von Gedichtvorträgen, behandelte eine Reihe von bedeutsamen deutschen Nationaldenkmälern, die am Schluss in Lichtbildern vorgeführt wurden.
Eigentlich sollten wir jetzt von unserem Neubau oder doch wenigstens von dessen Grundsteinlegung zu berichten haben. Leider ist es aber nicht einmal zu dieser Grundsteinlegung in diesem Jahre gekommen. Hoffen wir das beste vom nächsten.
Die Ferien für das Jahr 1904 verteilen sich wie folgt:
Osterferien: vom 27. März bis 10. April.
Pfingstferien: vom 22. Mai bis 29. Mai.
Herbstferien: vom 7. August bis 17. September. Weihnachtsferien: vom 22. Dezember 1904 bis 4. Januar 1905.


