Jahrgang 
1903
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die Schulabteilung des Ministeriums des Innern gerichtetes Gesuch um Abänderung gab Veranlassung zu einer Umfrage bei säâmtlichen beteiligten Eltern. Nach der im Juli an unserer Schule vorgenommenen Abstimmung wünschen 172 die seit- herigen Swöchigen, 386 die beantragten 6 wôchigen Ferien; 31 würden eine Teilung in 4 Wochen Juli und 14 Tage Herbstferien vorziehen. Durch Verfügung Grossh. Ministeriums vom 7. März d. J. sind nunmehr die Ferien folgendermassen zu verteilen:

14 Tage Osterferien, 8 Tage vor, 8 nach dem Fest.

8 Pfingstferien.

6 Wochen Herbstferien, beginnend am ersten Sonntag im August.

14 Tage Weihnachtsferien.

Grossherzogs und Kaisers Geburtstag beging die Schule durch die übliche Schulfeier. Am 25. November hielt Herr Corvinus, am 27. Januar Herr Sames die Festrede.

Herr Lektor Goetschy hatte auch in diesem Jahr die Liebenswürdigkeit, vor Weihnachten unseren Schülerinnen einen Vortrag zu halten. Durch die aus- gezeichnete Wiedergabe einer Anzahl von Weihnachtsgedichten und Erzählungen und einer Scene aus Molièeres Bourgeois Gentilhomme hat er seinen Zuhôrern eine sehr genussreiche Stunde bereitet, wôfür wir ihm hier unseren Dank wiederholen.

Uber den nach unserem vorjâhrigen Bericht geplanten Neubau für unsere Schule ist Folgendes zu berichten: Auf das am 26. November 1901 erlassene Preisausschreiben zur Erlangung von Planen wurden 103 Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht trat am 7. Maârz 1902 zusammen und erkannte dem Entwurf des Professors Eugen Beck-Karlsruhe den ersten Preis zu; dem der Architekten Paul Weber-Leipzig und Arthur Werner-Leipzig-Connewitz den zweiten Preis und dem des Architekten Alwin Genschel-Hannover den dritten. Der Entwurf der Architekten Ferdinand Köhler und Paul Kranz-Charlottenburg wurde zum Ankauf empfohlen und ist mittlerweile auch von der Stadt angekauft worden.

Eine sehr unliebsame Verzögerung in dem Fortgang der ganzen Neubau- Angelegenheit entstand nun dadurch, dass keiner der preisgekrnten Entwürfe unmittelbar zur Ausführung geeignet erschien. Es musste also auf Grund des gewonnenen Materials ein ganz neuer Plan entworfen werden. Herr Oberbürger- meister Mecum hat sich dieser Mühe selbst unterzogen, und der von ihm her- rührende Entwurf muss die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung gefunden haben, denn um auch eine entsprechende Fassade zu erlangen, wurde unter einer beschränkten Anzahl hiesiger Architekten nochmals ein engerer Wett- bewerb ausgeschrieben. Es wurden im ganzen 5(?) Entwürfe eingereicht, und der des Architekten H. Meyer wurde als der geeignetste anerkannt und preis- gekrönt.

Den Verwaltungsrat der Hoheren und Erweiterten Madchenschule bilden die Herren:

Oberbürgermeister Mecum, Vorsitzender, Beigeordneter Kommerzienrat Georgi, Dr. Rausch, Direktor des Realgymnasiums und der Realschule,