Jahrgang 
1899
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Bad-Nauheim beauftragt, der vordem an der Volksschule in Worms beschäſftigt war. Die Zahl der Singstunden in den Oberklassen musste infolge der Beurlaubung des Herrn Geller reduziert werden.

Nachdem die Gehaltsverhältnisse der Lehrer an den staatlichen Anstalten durch das Beamtengesetz vom 9. Juni 18908 und die neue Besoldungsordnung eine wesentliche Besserung erfahren, sollten nach der Meinung unserer städtischen Behörden die Lehrer an unserer Anstalt hinter ihren jeweiligen Kollegen an den Staatsanstalten nicht zurückstehen. Durch Beschluss der Stadtverordneten-Ver- sammlung vom 28. Juli 1898 wurden unseren Lehrern in vollem Umfange die Wohlthaten der neuen Besoldungs- ordnung zu teil. Bei dem Dank, der unseren städtischen Behörden hierfür gebührt, und der ihnen hiermit aufrichtig dargebracht sei, müssen wir noch besonders hervorheben, dass Giessen den Schwesteranstalten im Lande(Mainz, Worms, Darmstadt, Offenbach) mit gutem Beispiel voran- gegangen ist. Einen weiteren rühmlichen Beweis ihrer Fürsorge gegenüber unsrer Anstalt hat die Stadt dadurch erbracht, dass sie in unsrem Schulhause in den Herbst- ferien durch die Firma R. O. Meyer in Hamburg Central- Niederdruck-Dampfheizung einführen liess. Obwohl grössere bauliche Veränderungen dazu nõtig waren, so gelang es doch, die umfangreiche Anlage bis zum Wiederbeginn des Unterrichts fertig zu stellen. Die Einrichtung bedeutet gegenüber der früheren Heizung mit Meidinger Oefen eine wesentliche Verbesserung. Der bei der Füllung und Räu- mung der Oefen früher unvermeidliche Staub fällt weg und die Ventilation der Klassenzimmer, insbesondere die Zu- fuhr frischer Luft, ist eine viel intensivere. Wir sind über- zeugt, dass mit der Schule auch die Eltern unsrer Kinder diese segensreiche Neuerung dankbar anerkennen.

Am 209. November 1898 und am 21. Januar 1890 beehrte der Herr Geheime Oberschulrat Eisenhuth unsere Anstalt mit seinem Besuche und wohnte beidemal in ver- schiedenen Klassen dem Unterricht bei.