Jahrgang 
1899
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im Winter mitunter grössere Lücken, indessen war der Verlauf dieser Krankheiten durchgangig ein guter. Dennoch aber haben wir den Tod einer Schülerin zu beklagen, die uns durch einen furchtbaren Unfall jäh entrissen wurde. Als am Nachmittag des II. Juli 1898 die Kinder das Schulhaus betreten wollten, sank plötzlich die Schülerin der III. Klasse Susi Richter tot zu Boden. Von den rings um das Dach des Schulhauses angebrachten Konsolen hatte sich eine, über dem hinteren Eingang befindliche, losgelöst und durch ihren Fall einem jungen, hoffnungs- vollen Leben ein jähes Ende gemacht. Aufs tiefste er- schüttert gaben die Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt sowie mehrere Klassen der Dahingeschiedenen das letzte Geleit. Die Trauer um die Verlorene wird in unser aller Herzen lebendig bleiben.

Die Zusammensetzung des Lehrköérpers hat sich im Laufe des letzten Schuljahres etwas verändert. Herr Dr. Molly, der von Ostern 1808 bis zum Schlusse des Sommer- halbjahrs beurlaubt war, trat mit Ablauf seines Urlaubs in den Ruhestand. Er wurde vertreten durch Herrn Dr. Markert, dem durch Dekret vom 14. Dezember 1898 die Stelle definitiv übertragen wurde.

Dr. Ferdinand Markert, geboren am 20. Mäârz 1868 zu Cassel, evangelisch, besuchte zuerst die Realschule seiner Vaterstadt, dann das Realgymnasium zu Giessen, studierte in Marburg und Giessen Naturwissenschaften und Mathematik, bestand im April 1892 die Prüfung pro fac. doc., absolvierte 1892/93 seinen Access am pädagogischen Seminar des hiesigen Gymnasiums und promovierte im Jahre 1896. Nach kurzer Verwendung am hiesigen Real- gymnasium wurde ihm die Leitung der höheren Bürger- schule in Babenhausen übertragen, von wo er an unsere Anstalt berufen wurde.

Vom Herbst 1898 ab liess sich Herr Geller auf ein Jahr beurlauben, um sich durch den Besuch des Raff'schen Konservatoriums in Frankfurt a. M. die Qualifikation eines fachmännischen Gesanglehrers zu erwerben. Mit seiner Vertretung wurde der Schulverwalter Herr H. Reinhard aus