Jahrgang 
1899
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eintraf: im fernsten Osten, im fernsten Westen; hoch im Norden unser Kaiser, weit im Süden unsere Freunde und Brüder in Afrika. Auf der ganzen grossen Welt, in jedem einzelnen Mittelpunkte des Lebens und Verkehrs musste diese Nachricht bedeutungsvoll und erregend einschlagen: Bismarck ist tot! Unser deutsches Volk aber in den Grenzen des Reichs und draussen an den Rändern des politischen Deutschlands und drüben überm Weltmeer, unser deutsches Volk durfte nicht nur bewegt und erregt sein durch diese Kunde; nein, soweit dies Volk wirklich deutsch zu nennen ist, soweit noch ein Funke von natür lichem ächtem Empfinden in ihm glimmt, soweit ist es tief erschüttert, tief gebeugt durch diese solange gefürchtete und nun wirklich vorhandene Thatsache! Die Welt muss sich dessen bewusst werden, und die Wissenden müssen's den Unwissenden und den UÜbelwollenden zurufen ein- dringlich, laut, mutig: Die Deutschen haben einen der grössten Söhne deutscher Erde, einen der Grössesten aller Zeiten verloren, und in Gunserem Zeitalter den grössten Heldenstaats- männischer Thaten. Eine Lücke klafft, die nicht aus- zufüllen ist; eine ganze Entwicklung ist hier abgeschlossen: es war Bismarcks Zeitalter!

Wie eine grosse Familie stehen wir traurig da, von Schmerz und Wehmut erfüllt: Unser Bismarck ist tot!

Aber dann raffen wir uns auf. Was war das für einer, der da geschieden ist, dessen Verlust uns so un- säglich schwer getroffen hat? Erinnern wir uns, fassen wir zusammen, so gut es gehen will, was mit diesem

Manne da alles von uns gegangen ist! Ein gross- artiges Leben eine grossartige Persönlich- keit!

Ein grossartiges Leben hat an jenem Abend des 30. Juli abgeschlossen, ein Leben von 83 Jahren und von reichen, an Erfahrungen, Thaten und Leiden unendlich reichen Jahren. Nur Bilder aus diesem kraftvollen ge- waltigen Menschendasein darf ich hier zusammenstellen. In ferner Zeit schauen wir den hochbegabten willensstarken