Jahrgang 
1893
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Die Gesundheitsverhältnisse waren im Sommer keine ungünstigen. Eine liebe, vortreffliche Schülerin der Klasse VI Marie Jann wurde uns durch den Tod entrissen. Sie starb am 6. September während der Ferien an Diphtherie nach kurzem Krankenlager in Usingen, am 8. September gaben ihr das Lehrerkollegium und der Unterzeichnete das, letzte Geleit. Am 17. Januar starb eine liebe frühere Schülerin, welche schon längere Zeit die Schule nicht mehr besuchen konnte und krankheitshalber hatte abgemeldet werden müssen Martha Schneider, Schülerin der Klasse 2 b. Auch ihr schmückten die trauernden Mitschülerinnen den Sarg und nahmen mit dem Lehrerkollegium herzlichen Anteil an dem Schmerze der betrübten Eltern.

Im Winterhalbjahr war leider infolge des Auftretens von Scharlach, Diphtherie und der Masern der Gesundheitszustand der untersten Klassen ein wenig befriedigender, und der Unterricht muſste unter den vielen Schulversäumnissen leiden. Der groſsen Kälte wegen ſiel der Unterricht in der untersten Klasse an einigen Tagen ganz aus und fing in den übrigen Klassen 1 Stunde später an. Ebenso wurde im Sommer einigemale der Hitze wegen mittags freigegeben und ferner fiel im Winter der Nachmittagsunterricht an einigen Tagen aus, um den Schülerinnen den Besuch der Eisbahn zu er- möglichen. Für Klasse I und II war neben den Turnstunden je 1 Spielnachmittag für Lawn Tennis eingerichtet; die Leitung der Spiele übernahm Fräulein Zimmermann. Alle Kklassen machten im Frühjahr und Sommer ihre Schulspaziergänge und Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung der Stadt.

Das Lehrerkollegium beschäftigte sich in 21 Fachkon- ferenzen, mit einer Revision der Lehrpläne für Religion, Deutsch, Rechnen, Geographie, Geschichte und Schreiben. Es handelte sich vor allem um eine genaue Verteilung des Lehrstoffes auf die einzelnen Klassen, um Herstellung einer engeren Verbindung unter den einzelnen Lehrgegen- ständen, um eine stärkere Betonung der heimatlichen und