Jahrgang 
1892
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Gravelotte, St. Privat, Metz, Orleans sind nicht nur Ruhmes- tage der Deutschen, es sind unvergeſsliche Zeugen der Helden- thaten unserer hessischen Truppen unter der Führung eines tapferen Kriegshelden. Und als die mit Ehren und Ruhm gekrönte Heldenschaar ins geeinte Vaterland zurückkehrte und Kaiser Wilhelm seinen stolzen Einzug in Berlin hielt, da war Prinz Ludwig einer der herrliehsten Gestalten, die der Kaiser ehrte. Unermeſslich war der Jubel und die Be- geisterung, die den Prinzen in Hessen empfing.

Aber auch nach dem Friedensschluſs ruhte der siegreiche Held nicht unthätig auf seinen Lorbeeren. Es ist sein her- vorragendes Verdienst, an der groſsartigen Vervollkommnung der Armee, die bei der Lage der Dinge nicht ruhen und rasten darf, eifrig und unermüdlich weitergearbeitet zu haben. Wie Se. Majestät der Kaiser diese Wirksamkeit zu schätzen wuſste, das sehen wir an den hohen Ehrenstellen, welche Weiland seiner Kgl. Hoheit dem Groſsherzog in jüngster und allerjüngster Zeit übertragen wurden. Die General- Inspektion der III. Armee wurde ihm übergeben, und der höchste Rang in der preuſsischen Armee, der eines General- Obersten, wurde ihm verliehen.

Der allerjüngste Beweis der Anerkennung von seiten Sr. Majestät des Kaisers ist noch kaum Wochen alt, und der stolze Name, den unser 116. Regiment trägt, nur ein erneuter Beweis der Anerkennung unseres Kaisers für die groſsen militärischen Verdienste unseres uns entrissenen Landesfürsten.

Doch fast noch höher als der kriegerische Ruhm und die militärischen Verdienste strahlen die friedlichen Herrscher- tugenden, die der Prinz zeigte, als er nach dem Ableben seines Onkels, des Groſsherzogs Ludwig III. den Thron seiner Väter im Jahre 1877 bestieg.

Mir acheint, besser als die Aufzählung aller einzelnen Einrichtungen und Verordnungen belehrt uns ein Blick auf den gegenwärtigen blühenden Zustand des Groſsherzogtums Hessen über die segensreiche Wirksamkeit unseres verstor- benen Landesherren. Halten wir uns, und vor allen Ihr, liebe Schülerinnen, nur an das, was uns das Allernächste

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