der militäriſchen Kusbildung der Jugend nahmen faſt alle Unterſekundaner und viele Jungen aus
anderen Klaſſen eifrigen Anteil.— Für die 3 oberen Klaſſen wurde wahlfreier Unterricht in Kurz⸗ ſchrift nach Stolze⸗Schrey eingerichtet.— Um den auswärtigen Schülern die freie Zeit zu kürzen, die ſie im Schulhaus verbringen dürfen, wurde paſſender Leſeſtoff, Bücher und Zeitſchriften, im Saal der Ilb für ſie aufgelegt, ſomit der Grund gelegt für ein gern geſehenes Schülerleſezimmer. Im Kuguſt wurde außerdem die elektriſche Beleuchtung im Schulhaus nach Genehmigung durch die Stadt⸗ vertretung eingerichtet.— Die Curnhalle dient noch immer als Lazarett.
7. Beſichtigungen und Prüfungen. Am 22. 10. beehrte uns Herr Geheimer Oberſchulrat Block mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei. Am 21. 1. 16 beſichtigte der Großh. Landesturninſpektor, herr Schulrat Schmuck, den Turnunterricht.
Für den kriegsfreiwilligen Jäger Otto Gutzeit aus Gießen wurde am 14. 4. im Kuftrage unſerer Behörde eine Kriegseinjährigen⸗Prüfung abgehalten. Er hatte ſich als Nichtſchüler gerade vor dem Kriege zur Prüfung vor der Kommiſſion in Darmſtadt gemeldet und wurde während eines Urlaubs nach ſeiner Derwundung uns zur Kblegung dieſer Prüfung überwieſen. Er erwarb ſich nun hier das Zeugnis der wiſſenſchaftlichen Befähigung zum einjährigen Dienſt. Kurz darauf rückte er wieder ins Feld.
Am 8. 3. 16 fand unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrats Block die 5. ordentliche Abſchlußprüfung ſtatt, der ſich alle 17 Unterſekundaner unterzogen, darunter 1 Mädchen. Klle wurden für beſtanden erklärt, 9 Schüler waren ganz, 3 teilweiſe von der mündlichen Prüfung befreit. Am nachmittage vereinte eine gemütliche Feier bei einer Taſſe Kaffee Lehrer, Prüflinge und Eltern. herr Geh. Oberſchulrat Block und herr Direktor Angelberger richteten beherzigenswerte Worte an die„Einjährigen“.
8. Geſchenke. AKuch in dieſem Jahre wurde unſere Anſtalt mit Geſchenken für die Büchereien und Sammlungen vielfach bedacht. AKußer den verſchiedenen Verlagsbuchhandlungen überwieſen uns Bücher und Anſchauungsſtoff die Großh. Univerſitätsbibliothek in Gießen und der Deutſche Slottenverein. Die Bezirksſparkaſſe Grünberg ſpendete 1914 und 1915 je 50 Mark. Die vorjährigen Unterſekundaner bekundeten ihre dankbare Geſinnung gegen die Realſchule, indem ſie 64 Mark ſtifteten, die diesjährigen 71 Mark. Die Schüler: Kömpf und Ritter aus IIb, Rahn und Seng aus Illa, Uhlheim, Becker, Böß, Eckſtein, Jonas, Schäfer, Specht aus IV, Repp aus V, Becker, Born⸗ mann, Grauling, W. Jöckel, Karpf aus VI bereicherten unſeren Beſitz. llen freundlichen Gebern ſagen wir auch an dieſer Stelle herzlichen Dank.
V. Mitteilungen.
1. Berechtigungen. Die Abſchlußprüfung nach einjährigem Beſuch der Unterſekunda berechtigt:
. zum einjährig⸗freiwilligen heeresdienſt,
. zum Intendanturſubalterndienſt beim heere,
. zu den Maſchiniſten⸗ und Ingenieurprüfungen bei der kaiſerlichen und der handelsmarine,
. zur Zulaſſung als Zivilſupernumerar bei der preußiſch⸗heſſiſchen Eiſenbahngemeinſchaft,
. zur Zulaſſung zum Vorbereitungsdienſt und zur Prüfung der polizeikommiſſare,
zum Eintritt in die Oberſekunda einer heſſiſchen Oberrealſchule ohne Prüfung. mädchen, die die Unterſekunda mit Erfolg durchlaufen haben, können ohne Prüfung in die unterſte RKlaſſe der Frauenſchulen und in die IIa einer Studienanſtalt eintreten.
Der einjährige erfolgreiche Beſuch der Obertertia befreit vom Beſuche der Sortbildungsſchule.
2. Die Unterrichtszeit. Der Unterricht iſt infolge der beſonderen Verhältniſſe während des Krieges nur auf den Vormittag gelegt. Es iſt daher möglich, daß die auswärtigen Schüler, welche die Bahn benutzen, das ganze Jahr hindurch mit den Zügen um 7 Uhr morgens hier eintreffen und gegen 1 Uhr wieder nach hauſe zurückfahren.
— G aO EN


