Jahrgang 
1916
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1. 2.

IWV. Zur Geſchichte der Unſtalt.

Der Beginn des Schuljahres fiel auf Montag, den 12. Kpril 1915, ſein Schluß wird am Sonnabend, den 15. Kpril 1916 ſein.

Die Schülerzahl betrug am Ende des vorigen Schuljahres 125; während der Oſterferien verließen uns die 20 Schüler der lIb mit dem Befähigungsſchein zum einjährig⸗freiwilligen Dienſte ſowie 4 Schüler der übrigen Klaſſen. Dagegen traten mit Beginn des Berichtjahres 24 und in ſeinem Laufe 3 Schüler ein, ſodaß ſich die Geſamtzahl auf 128 beläuft, 103 Knaben und 25 Mädchen. In der Lehrerſchaft hat in dem nun zu Ende gehenden 2. Kriegsjahr der Realſchule glücklicher⸗ weiſe kein Wechſel einzutreten brauchen, wenn auch mehrmals Geſtellungsbefehle eine Lücke zu reißen drohten. So konnten die 6 Lehrkräfte, die ſich bald nach Kriegsausbruch zuſammengefunden haben, in ſchönſter Zuſammenarbeit ihre einmal übernommenen Hufgaben bis jetzt friedlich fortſetzen, was gewiß auch wieder der Weiterentwicklung der Anſtalt und der unterrichtlichen Förderung der Schüler zu gute kommt. Außer der Teilnahme an den verſchiedenen Muſterungen und Rontrollverſammlungen iſt hier nur zu vermerken, daß Aſſeſſor Walther während der Sommerferien vom 23. 7. bis 12. 8. zur Kusbildung beim Gießener Landſturm⸗Bataillon eingezogen war.

Um ſo vielgeſtaltiger verlief das Jahr für unſere Amtsgenoſſen, die nun ſchon das 2. Schul⸗ jahr im Dienſt für die Verteidigung des Vaterlandes fern von ihrer liebgewonnenen Tätigkeit haben verbringen müſſen. Rektor Angelberger wurde am 1. Kpril 1915 der Titel profeſſor verliehen; im Juli war ſeine Mittelohrentzündung ſoweit geheilt, daß er ſich ins Feld melden konnte. ls Oberleutnant ſteht er mit der 1. Erſatzbatterie unſerer Gardeartillerie an der Front nahe der Loth⸗ ringer Grenze. Die heſſiſche Tapferkeitsmedaille und das Eiſerne Kreuz ſchmücken ſeit September, bezw. Januar ſeine Bruſt. 3u unſer aller Freude durfte er ſeinen erſten Urlaub gerade um die Einjährigenprüfung unter uns verbringen. Während dieſes, ſeiner geliebten Schule zum großen Teil geweihten Urlaubs wurde er durch allerhöchſte Entſchließung vom 11. 3. zum Direktor unſerer Anſtalt ernannt, der er ſchon über 10 Jahre als Rektor vorgeſtanden hatte. So waren wir in der glücklichen Lage, herrn Direktor Angelberger unſere Glückwünſche perſönlich darzubringen. Möge die Zeit nicht mehr ferne ſein, wo er für dauernd in ſein liebes Amt zurückkehrt!

Kſſeſſor Dr. LCepper war von ſeiner ſchweren DVerwundung bei Anloy(22. 8. 14) allmählich ſo weit geheilt, daß er im Kpril 1915 zu einem Offiziersausbildungsgang in dem Lockſtedter Lager befohlen werden konnte, worauf er im Juni als Leutnant wieder ins SFeld rückte. n ſeinem Ge⸗ burtstage wurde er mit dem Eiſernen Kreuze geſchmückt.

Kſſeſſor Dr. Cenz wurde im KApril in den Kämpfen um Pont-à-Mouſſon am linken Suß und an der Bruſt ſchwer verwundet, lag lange Wochen im Rrankenhaus in plochingen danieder und befindet ſich ſeit herbſt zur heilung in Wiesbaden. Möge der liebenswürdige Amtsgenoſſe ſeine Geſundheit bald ganz wiedererlangen!

Kiſſeſſor Tritſch iſt zwar von ſeiner Verwundung geneſen, konnte aber nur zum heimats⸗

dienſt, zuerſt in Wallertheim, nachher in Vilbel und Gießen und ſeit kurzem in Frankfurt heran⸗

gezogen werden.

fiſſeſſor Dr. Planks Tätigkeit blieb auf den Lazarettdienſt in Gießen beſchränkt; er iſt Sanitätsgefreiter geworden und ſoll nunmehr auf Antrag aus dem heeresdienſt entlaſſen werden.

Reallehrer Kohlbach kam im Feld zur Intendantur unſerer 25. Diviſion, wurde im Zahl⸗ meiſterdienſt ausgebildet und nach beſtandener Prüfung zum Unterzahlmeiſter befördert.

Referendar Dr. Beyſel, der uns im herbſt 1914 ausgeholfen hatte, ſteht als Kanonier immer noch an der Dünawacht.

Reger Briefwechſel und gelegentlicher Urlaubsbeſuch hält das Band zwiſchen der Schule und den Lehrern im feldgrauen Rock aufrecht. Kuch an dieſer Stelle wiederholen wir den Wunſch, daß ein ſiegreicher Friede bald ſie geſund mit uns zur Arbeit an der Jugend vereinigen möge.

Die Einwirkung des Krieges auf das Schulleben machte ſich wieder mannigfach bemerkbar. Trotz mancher Schwierigkeiten bei der geringen Lehrerzahl konnten die Stunden im Sommer ſo unterge⸗