Jahrgang 
1931
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Rektor Bender als Dirigent gaben, wie auch bei den übrigen Feiern der ganzen Schule, der Feſt⸗ rede einen würdigen Rahmen. Bei der Totengedenkfeier am 22. November 1930 zeigte Studienrat Weinel in ernſten, ſtarken Worten die Größe des ſelbſtloſen Opfers unſerer Helden des Weltkriegs auf und wies die Jugend auf ihre Verpflichtung zur Dankbarkeit durch die Tat hin. Volk und Reich verlangen nicht Tod, ſondern ſchaffendes Leben. Der 60. Wiederkehr des Reichsgründungstages am 18. Januar 1931 gedachten die Deutſchlehrer in allen Klaſſen der Anſtalt. Zu Mozarts 150. Geburtstag am 27. Januar 1931 gab Reallehrer Müller⸗Ahlheim den Schülern einen Abriß des Lebens und Schaffens dieſes muſikaliſchen Genies. Am 16. Feb⸗ ruar 1931 fand die Entlaſſungsfeier für unſere diesjährigen Abiturienten ſtatt. Der Direktor wies die Scheidenden darauf hin, daß der vielfach als läſtig empfundene Zwang der Schule nun endgültig vorüber ſei, aber daß neue, erweiterte, zahlreichere Pflichten ihrer harrten. Aus der großen Zahl der Pflichten gegenüber der eigenen Perſon hob er die Beſcheidenheit, Wahrhaſtigkeit und Selbſtbeherrſchung heraus und ſchloß mit dem Wunſch, alle möchten ſich bei der notwendigen Aus⸗ einanderſetzung mit dem vielgeſtaltigen Pflichtenkreis zu dem Standpunkt durchringen:Ich ſchlief und träumte, das Leben wäre Freude; ich erwachte und ſah, das Leben war Pflicht; ich handelte und ſpürte, die Pflicht war Freude. Den Gefühlen der Schüler verliehen Paul Görg aus ll an und Werner Limper aus Ibe Ausdruck, die Dankesworte für die Abiturienten ſprach Hermann Schneider aus lax. Anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich von Bodel⸗ ſchwinghs(geb. 6. März 1831) hielt der Unterprimaner Sann am 7. März 1931 auf Anregung von Reallehrer Müller⸗Ahlheim einen Lichtbildervortrag über deſſen Leben und die von ihm zum Wohl der Armen und Elenden geſchaffenen Anſtalten in Bethel bei Bielefeld.

7. V. D. A.⸗Schulgruppe unter der bewährten Leitung von Studienrat Segbold. Sie ver⸗ folgt den Zweck, in der Jugend das Verſtändnis für die Notwendigkeit der Erhaltung des über die ganze Welt zerſtreuten Deutſchtums zu wecken und durch kleine Scherflein zur Unterhaltung deutſcher Schulen und Kirchen im Ausland beizuſteuern. Der Beitrag beträgt monatlich 10 Pfg., wofür die ZeitſchriftJung Roland und gegen weitere 5 Pfg. dieJung Roland⸗Vätſel geliefert werden. Die Schulgruppe hat ſich auch im abgelaufenen Schuljahr günſtig entwickelt und 275 bis 280 Mitglieder gezählt. Einen Höhepunkt bildete wieder die Teilnahme an der Haupttagung des Vereins, diesmal in der Mozartſtadt Salzburg an Pfingſten 1930. Nach den erhebenden gemeinſamen Veranſtaltungen in Salzburg ſelbſt, die den Blick weiteten für die Größe und Mannigfaltigkeit des Deutſchen Volkes, die Leiden unſerer Volksgenoſſen außerhalb der Grenzen und die Notwendigkeit der Herſtellung und Erhaltung einer großen deutſchen Kulturgemeinſchaft über alle ſtaatlichen Grenzen hinaus, unternahm die Gruppe Grünberg noch eine Wanderfahrt, die nach Zell am See, auf die Schmittenhöhe(1900 m), Saalfelden, über das Steinerne Meer(2200 m) bzw. über den hirſchbichl (1600 m) und die Ramsau nach dem Königsſee und Oberſee, Berchtesgaden(Salzbergwerk), Chiemſee (Schloß Herrenchiemſee) führte und in München endete. Am 30./31. Auguſt nahm die Gruppe mit etwa 80 Mitgliedern an dem Jugendtreffen des Landesverbands Heſſen in Büdingen teil. Im September hatten wir die Freude, die Kärntner Volkskunſtgruppe bei uns zu ſehen und ihre ſchönen Darbietungen zu genießen. Am 6. Februar hielt Herr Schulrat Rösler aus Siebenbürgen einen ſehr anſchaulichen Vortrag über ſeine Heimat, in dem er erſt über die Geſchichte der Entſtehung der deutſchen Siedlungen und ihr wechſelvolles Schickſal ſprach und dann an Hand von zahlreichen Lichtbildern die heutige Lage der Siebenbürger Sachſen ſchilderte. In finanzieller Hinſicht hat das abgelaufene Jahr folgendes Ergebnis gehabt: Nach Bezahlung der Zeitſchrifſten und Portokoſten konnten 449,85 RM. an den Landesverband abgeführt werden.

8. Geſundheitspflege. Im Schuljahr 1930/31 kam es im ganzen zu 6Wandertagen; ein⸗ und zweitägige Ausflüge ſcheiterten hauptſächlich an der wachſenden Geldknappheit weiter Kreiſe.

Die Schlagballabteilung, die unter Studienrat Weinel im Frühjahr und Vorſommer eifrig geübt hatte, unterlag im Wettſpiel um den von dem Heſſſchen Philologenverein geſtifteten Wanderpreis mit 33: 73 Punkten am 8. Juli 1930 gegen Aufbauſchule Friedberg.

Aus den Reichsjugendwettkämpfen gingen 86 Sieger hervor. Von dieſen erhielten 9 die Ehrenurkunde des Reichspräſidenten von Hindenburg. Es ſind dies: Diehl Ib und Schneider IIa? in der 3. Knabenklaſſe; Pfaff Ibz und Kömpf IIax in der 2. Knabenklaſſe; A. Keil IIl a, Melchior IIl b und Eiſentraut IIla in der 1. Knabenklaſſe; Irmgard Peters IIla in der 2. Mädchenklaſſe; Emilie Buß IIIa in der 1. Mädchenklaſſe.

Am 12. Februar 1931 ſprach Medizinalrat Dr. Binſack vom Kreisgeſundheitsamt Gießen zu unſeren Oberprimanern über die gefundheitlichen Gefahren übermäßigen Alkohol⸗ und Nikotingenuſſes und ſexrueller Ausſchweifungen. Mit ernſt empfundenen Worten wandte ſich der erfahrene Arzt an Verſtand, Ehrgefühl und Verantwortungsbewußtſein der männlichen Jugend.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im abgelaufenen Jahr durchweg gut; während der Grippezeit in den erſten Monaten des Jahres 1931 ſtieg allerdings die Zahl der erkrankten Schüler auf das Doppelte des Durchſchnittsſatzes und darüber hinaus. Hitzfrei machten wir an 16, eisfrei an 3 Tagen..

9. Sonſtige Veranſtaltungen belehrender und unterhaltender Art außerhalb des plan⸗ mäßigen Unterrichts. Am 5. Mai 1930 ſahen die Schüler den ergreifenden Andreas Hofer⸗Film

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