Jahrgang 
1929
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Arbeit. Den Lohn für alle diese Mühen und für die restlose und zielbewußte Tätigkeit bei der Schöpfung der reichhaltigen vorbildlichen Einrichtung im Neubau konnte Frl. Kutzner bis zu ihrer Versetzung an die Studienanstalt zu Gießen nur noch 4 Monate genießen. Der herzlichste Dank unserer Anstalt für diese ausgezeichnete Dienste, für die wertvolle Plilfe. bei Ausgestaltung der Schulfeiern und für die reiche Anregung und Förderung unserer Schule seien auch an dieser Stelle nochmals ausgesprochen. Als Ersatz kamen durch Ver- fügung des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen vom 17. 4. 28 Frl. Assessor Dr. Martha Döll vom Lyzeum zu Alzey und Assessor Dr. Walter Gerhard vom Gym- nasium und der Oberrealschule zu Dieburg; neu trat bei uns ein durch Verfügung vom 19. 4. 28 Assessor Karl Schmidt von der Realschule zu Vilbel. Noch nachzutragen ist aus dem Schuljahr 1927/28, daß der katholische Religionslehrer Kaplan Hainz nach Offenbach versetzt und durch Kaplan Kalteyer ersetzt wurde, an dessen Stelle wiederum ab 15. November 1928 Kaplan Nauer trat. Durch Verfügungen des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen vom 20. 9. 28 bzw. 25. 10. 28 wurde den Assessoren Schmidt und Dr. Gerhard die AmtsbezeichnungStudienrat verliehen, während Assessor Dr. Ritzert unterm 3. 1. 29 zum überplanmäßigen Studienrat ernannt wurde.

Der Gesundheitszustand der Lehrer war im allgemeinen nicht ungünstig. Doch mußte Studienrat Junker wegen nervõser Erschöpfung vom 24. 4. 28 bis zu den Sommerferien den Unterricht aussetzen und vom 27. 4. 28 durch Referendar Meuser von der Oberreal- schule zu Gießen vertreten werden. Durch einen Autounfall erlitt Studienrat Walther einen Schlüsselbeinbruch; seine unterrichtliche Vertretung vom 10. Januar bis 16. März hatte laut Auftrag des Kultusministeriums Assessor Franz Haas aus Darmstadt. Während kürzerer Erkrankungen mehrerer Lehrkräfte, insbesondere zur Zeit der Grippe, erfolgte die Vertretung durch die Amtsgenossen.

Zur Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Direktoren der höheren Schulen Hessens war der Unterzeichnete am 1. 12. 28 nach Darmstadt beurlaubt; am 14. und 15. Februar war er im Auftrag des Ministeriums für Bildungswesen als Vorsitzender der Reifeprüfungs- kommission an der Oberrealschule in Alsfeld tätig. Vom 1. bis 13. Oktober nahm Studien- rat Walther in Gießen teil an dem unter Leitung des Universitätsprofessors Dr. Küster stehenden Fortbildungskurs. Studienrat Weinel war vom 22. bis 24. Okt. zu englischen, Studienrat Seybold vom 25. bis 27. Okt. zu französischen und Studienrat Dr. Gerhard vom 4. bis 6. Dez. zu chemischen Fortbildungstagen beurlaubt, die von den Fachgruppen des Hessischen Philologenvereins in Darmstadt, bzw. Mainz veranstaltet wurden. Ganz besondere Anregung und Förderung konnte unser Zeichenlehrer, Reallehrer Müller-Ahlheim, durch Unterstützung des Kultusministeriums erfahren durch die Teilnahme an einem Ferienkurs, der für österreichische und deutsche Zeichenlehrer vom 15. bis 30. Juli 1928 in Raabs an. der Thaya abgehalten wurde, und durch den anschließenden Besuch des Internationalen Kongresses für Zeichnen und Kunstunterricht in Prag.

5. Prüfungen und Besichtigungen. Zur ordentlichen Reifeprüfung meldeten sich alle 35 Oberprimaner; auf Grund mangelhafter Jahresleistungen wurde 1 nicht zugelassen. In der unter dem Vorsitz des Direktors am 14. und 15. Februar abgehaltenen mündlichen Prüfung konnten die übrigen 34 alle für bestanden erklärt werden. Ueber das nährere Ergebnis verweisen wir auf Seite 8 des Berichtes. Die schriftlichen Arbeiten wurden vom 24. bis 30. Januar angefertigt. Der Referent der Schule, Herr Staatsrat Block aus Darmstadt, beehrte uns zwedks dienstlicher Besprechungen am 3. März mit seinem Besuch.

6. Schulfeierlichkeiten. Der Landesjugendtag konnte wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse nicht wie in früheren Jahren gemeinsam mit der Volksschule und unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung gefeiert werden. Als Ersatz dafür unternahm die gesamte Schule(außer der Sexta) eine Rheinfahrt. Am 30. 8. fuhren die beiden Oberprimen, die Unterprima und die beiden Ober-Sekunden gemeinsam bis Bad Ems. Nach eingehender Besichtigung der Stadt und ihrer Anlagen marschierten die Oberprimen(unter Dr. Buß und Dr. Heil) durchs Jammertal an den Rhein undl übernachteten in der Jugend-

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