Jahrgang 
1936
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Höhere Landwirtſchaftsſchule Groß⸗Umſtadt.

Treffen der ehemaligen Schüler am 7. und 8. Februar 1936.

Als Fortſetzung der Vortragskurſe früherer Jahre fand am 7. und 8. Febr. 1936 ein Treffen der ehemaligen Landwirtſchaftsſchüler ſtatt.

Der Direktor der Schule, Herr Oberſtudiendirektor Dr. Kern, eröffnete mit einem Rückblick auf die Seſchichte der Anſtalt das erſte Treffen der Qandwirtſchaftsſchüler nach der nationalſozia⸗

liſtiſchen Revolution. Er dankte zunächſt den Gäſten, die zum Teil von weit her gekommen waren, für

ihr zahlreiches Erſcheinen. Aus allen Provinzen Heſſens und aus der Pfalz ſah man ältere und jüngere Vertreter der Jahrgänge der ſeit 1888 beſtehenden Schule. Dann begann Herr Oberſtudien⸗

direktor Dr. Kern die Reihe der Vorträge mit dem Thema:Die neue deutſche Schule.

Er gab zunächſt einen umfaſſenden Überblick über die geiſtigen Strömungen, wie ſie das deutſche Volk nach dem Sturz Bismarcks beherrſcht habe, und erwähnte dabei Revolutionäre wie Paul de Hagarde, Nietzſche, den Rembrandt⸗Deutſchen und Moeller van den Bruck, die aufrüttelnd auf ihre Zeit ge⸗ wirkt haben. Aber erſt der große Krieg habe die Grunoͤfeſten des Individualismus und Subjekti⸗ vismus zu Fall gebracht und an die Stelle des Ichs die breite Front des Wir geſetzt. Der Redner beſchäftigte ſich dann mit den erzieheriſchen Fragen der Gegenwart. Neue Formen, ſo ſagte er, treten an uns heran. Für uns iſt es wichtig, dieſe Formen zu erkennen und einen politiſchen Menſchen zu bilden, der völkiſch, ſoldatiſch, politiſch iſt und der ein arteigenes Geſicht trägt. Arbeiter und Soldat ſein, das iſt die eigentliche Daſeinsweiſe des nordiſchen Menſchen. In ihrer Höchſtform heißt ſie die heroiſche. Wir erfüllen die Erziehung durch die Wahrung der raſſiſchen Gegebenheiten und ihre Steigerung durch Ubung des Heibes, Pflege des Gemüts, Zucht des Willens, und Übermittlung eines deutſchen Weltbildes. Geiſt, Blut und Boden ſind die drei Formungsmächte, denen ſich heute niemand entziehen kann. Alles wird gepflegt, was zur Volkswerdung hilft: Erſtens die Bewahrung des raſſiſchen Blutes, zweitens die Bindung an die heimatliche Erde und drittens die Erfüllung mit den Gütern der Volkheit. So entſtehen die völkiſchen Bildungsgüter aus deutſchen Sitten, Bräuchen, Mythen, Symbolen, Sprache, Kunſt und Wiſſenſchaft und Staatsweſen. Die Reform, ſo fuhr er fort, endete in der Vorkriegszeit in Subjektivismus und Formalismus. Die völkiſche Reform ging aus vom ganzen Menſchen als eines raſſiſchen Oeib⸗Seele⸗Weſens. Die ältere Jugendbewegung war aufbegeh⸗ rend gegen die Schulzucht in ihrer damaligen Sinnentleerung. Aber in der 93 glänzt das Ideal der zuchtvollen Haltung. Jeder ſoll Haltung lernen. So ſehen wir die Ziele der neuen deutſchen Schule. Es ſoll eine Generation heranwachſen, die politiſch denkt und handelt. Soldatiſcher Sinn, Pünktlich⸗ keit, Ordnungsſinn, Sauberkeit, Gehorſam, Pflicht, Kameraoſchaft, Verantwortung, Entſchlußkraft, Hin⸗ gabe an Führer und Vaterland, das ſeien, ſo ſchloß Dr. Kern, unſere unverrückbaren Jiele.

Nach ihm ſprach Herr Schönheit, Abteilungsleiter der Hauptabteilung ll. der Landesbauern⸗ ſchaft Heſſen⸗Naſſau über dieGrundwerte der nationalſozialiſtiſchen Weltanſchauung. Tragende

Säule unſerer Weltanſchauung, ſo begann er, ſie ſind das Blut, der Boden, die Ehre, die Raſſe, die Arbeit, die Wehrhaftigkeit, der Führergedanke und die Religion. Der Nationalſozialismus iſt eine Weltanſchauung, die auf das Oeben ausgerichtet iſt. Man machte uns den Vorwurf, daß wir durch die Raſſenfrage die Völker durcheinander bringen würden. Wir denken garnicht daran, anderen Völkern unſere Ideen aufzuzwingen. Wir haben nur den einen Standpunkt, nämlich den, daß ſich unſere Raſſe im Leben behaupten muß. Unſere Aufgabe iſt die Erhaltung des nordiſchen Blutſtromes im deutſchen Volke. Wir verfallen dabei nicht auf den Fehler, daß wir das äußere Erſcheinungs⸗ bild der Erbanlage gleichſetzen. Unſere Bewertung richtet ſich nicht nach dem Erſcheinungsbild, ſondern danach, ob er ein Kerl iſt, der ſich in jeder Oage für die Nation einſetzt. Der Reoner beſchäftigte ſich dann mit dem Erbgeſunoͤheitsgeſetz und mit den Fragen, die mit dieſem Geſetz im Zuſammenhang ſtehen und mit der Arbeit als ſittliche Aufgabe. Wir wollen, daß die Arbeit wieder eine ſittliche Idee wird. Wir müſſen dafür ſorgen, daß ſie nicht lediglich eine materielle Angelegenheit darſtellt. Um zu erreichen, daß die Arbeit gleichgeoroͤnet iſt, ſowohl die geiſtige als auch die Handarbeit, hat die nationalſozialiſtiſche Bewegung den Reichsarbeitsdienſt geſchaffen, durch den in Zukunft alle Schichten des Volkes hinoͤurch gehen werden. Der Reoͤner ſprach dann noch weiter von der Einſatzbereitſchaft eines jeden, von dem Führergedanken, von dem Gedanken der Ausleſe, von unſerem religiöſen Wollen und von der Judenfrage.

Als letzter Redner ſprach Dr. Müller über das volkswirtſchaftliche Einkommen als Maßſtab der Heiſtungsfähigkeit der deutſchen Qandwirtſchaft.