Jahrgang 
1935
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VI. Geſchichte der Anſtalt.

1. Das Schuljahr begann am Montag, den 16. April 1934 mit einem Lehrerrat und der Auf⸗ nahmeprüfung. Es ſchließt Samstag, den 6. April 1935.

2. Perſonalnachrichten: Nachdem im erſten Jahre der nationalſozialiſtiſchen Regierung die Per⸗ ſonalbewegung an unſerer Schule in verhältnismäßig engen Grenzen ſich vollzogen hatte, wird ſie mit Oſtern 1934 ſtärker, nicht zum letzten bedingt aus finanziellen Gründen zum Segen der Gemeinde, indem jüngere Herren ältere Amtsgenoſſen erſetzten. Aus Realgymnaſium nach Gießen kam Studienrat Fiſcher, ans Gymnaſium nach Darmſtadt Studienrat Wittersheim, ans Realgymnaſium nach Darmſtadt Studienrat Lang, alle drei Herren mit Wirkung vom 16. April, mit Wirkung vom 1. Mai Studien⸗ rat Knoll ans Gymuaſium nach Darmſtadt, Studienaſſeſſor Böhm nach Beerfelden mit Wirkung vom 16. April. An ihre Stelle traten Studienaſſeſſor Schneider, der ſchon früher einmal an unſerer An⸗ ſtalt tätig war und zuletzt am Gymnaſium in Dieburg wirkte, Studienaſſeſſor Eimer, der an eine Pri⸗ vatſchule in Darmſtadt beurlaubt war, Studienaſſeſſor Knauß, der von der Liebig⸗Oberrealſchule in Darmſtadt kam, Studienaſſeſſor Wolff, der hier ſeinen Aſſeſſor gemacht und in Beerfelden eine Ver⸗ wendung gefunden hatte, Studienaſſeſſor Albrecht am 8. Mai, der am 1. Juli durch Studienaſſeſſor Bauer erſetzt wurde. Studienaſſeſſor Bauer wirkte zuletzt an der Ludwigsoberrealſchule in Darmſtadt, Studienaſſeſſor Albrecht kam nach Grünberg. Studienaſſeſſor Joſt, der ohne Verwendung an unſerer Anſtalt hoſpitierte, verließ uns nach verſchiedentlicher Verwendung in anderen Städten endgültig am 6. November infolge Umzugs der Eltern nach Gießen. Herr Chriſt hatte Herbſt 1934 ſein Aſſeſſorexamen hier abgelegt und ging an eine Privatſchule. Nach erſt 1 ½⁄ jähriger Tätigkeit als Landwirtſchaftslehrer ſchied Dr. Selzer, der mit Wirkung vom 1. 4. 1934 zum Landwirtſchaftsrat ernannt worden war, mit Wirkung vom 1. November aus dem Kollegium aus, um in den aktiven Heeresdienſt überzutreten. Er wurde zunächſt auf 1 Jahr beurlaubt und trat als Hauptmann ins Inf.⸗Regiment 13 ein. Rach langer Verwaiſung dieſer Stelle erſchien am g. 12. 34 als Landwirtſchaftslehrer der prov. Diplomlehrer Dr. Hi⸗ larius Müller aus Mainz. Mit Wirkung vom 16. 4. 34 wurde der Hilfsamtsgehilfe J. Köbler un⸗ ter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Amtsgehilfen am Realgymnaſium in Darmſtadt ernannt. An ſeine Stelle trat der Amtsgehilfe in Wimpfen Wilh. Walther. Den aus dem Lehrkörper und von der Schule ſcheidenden Herren wünſchen wir Glück und Erfolg an ihrer neuen Wirkungsſtätte. Mit dieſen Veränderungen wurde der Lehrkörper innerhalb von zwei Jahren in ſeines eigentlichen Beſtan des umgeſetzt. Das bedeutet ſowohl für die Stadt, als auch für die Schule ein Vorgang von tiefer Wir⸗ kung. Wir wünſchen, daß ſich die neuen Herren alsbald ſo gut einleben und einarbeiten werden, daß wir in Kürze wieder von einem geſchloſſenen Lehrkörper ſprechen können, der in Verbindung mit der Einwoh⸗ nerſchaft lebt und in Schulräumen und in der Stadt eine vertraute und anregende Arbeitsſtätte findet. Die Vereidigung der Herren wurde am 27. Auguſt durch den Direktor vorgenommen. Das Lehrer⸗ ſchulungslager in Mainz zog den größten Teil des Lehrkörpers in dieſem Jahre an. Es nahmen an dem Kurſus teil: Der Direktor, ſowie die Herren Lamby, Neumann, von Muralt, Saal, Schneider, Rothley, Knauß. Zu Turnkurſen gingen die Herren Pitthan, Knauß, Wolff, in Mainz bezw. Friedberg, zu dem Kurſus für Raſſen- und Vererbungsfragen in Mainz Dr. Selzer, an einer Geländeſportſchule weilte Herr Bauer, an einem militäriſchen Fortbildungskurs nahm Dr. Selzer teil und an einer Filmvorführungsaus⸗ bildung Eimer. Die Teilnahme des Kollegiums an Kurſen zur Ausbildung des Körpers und des Geiſtes im Sinne nationalſozialiſtiſcher Weltanſchauung war ſo allgemein, daß nur zwei Herren des Kollegiums nicht beteiligt waren. Ihre Entſendung nach einem der Lager und Kurſe wurde am Ende des Schuljahres durch Erkrankungen im Kollegium unmöglich gemacht. Leider mußte infolge eines Beckenbruches unſer Amtsgehilfe Walther ein halbes Jahr beurlaubt werden. Die Geneſung iſt jetzt ſo weit fortgeſchritten, daß wir hoffen können, ihn im neuen Schuljahr wieder an ſeiner Wirkungsſtätte zu ſehen.

3. Schulfeiern. Eine Eröffnungsfeier leitete die Schularbeit am 17. April ein. Lied und Ge⸗ bet ſtanden am Anfang des Jahres. Der Direktor wies, unter Beleuchtung des Verhältniſſes von höherer Schule zur Volksſchule und Umwelt, auf den Sinn der Volksgemeinſchaft hin, unter Einführung der neuen Herren auf die notwendige Vorausſetzung einer aufrichtigen Schulgemeinſchaft und mit der Vor⸗ ſtellung des neuen Amtsgehilfen auf den Wert einer ordnungerfüͤllten Hausgemeinſchaft. Bei dem Deutſch⸗ landlied und dem Horſt Weſſellied gingen die Schulflaggen hoch und ſollen über einem weiteren Jahr des Segens für Schüler und Schule wehen. Am 20. 4. gedachten wir des Geburtstages des Führers. Leiſtung führte den Führer nach oben, Leiſtung der Schüler iſt ſchönſtes Geburtstagsgeſchenk, ſo führte Dr. Neumann vor den Schülern aus. Am 24. 4. feierte Deutſchland und die deutſche Schule das fünfzigjährige Jubiläum des Erwerbs unſerer Kolonien. Studienaſſeſſor Pitthan war der Sprecher des Tages. Eine Klaſſe friſchte das alte FlaggenliedStolz weht die Flagge auf, und Schüler trugen aus Volk ohne Raum vor. Am 1. Mai ſtanden Lehrer und Schüler des Orts die auswärtigen zu Hauſe in Reih' und Glied mit allen übrigen Volksgenoſſen. Die HJ. feierte gemeinſam am Vor⸗ mittag auf dem Marktplatz in Groß⸗Ulmſtadt. Der Bedeutung der Reichsſtatthalterſchaft in Heſſen nach