3
bei der fortſchreitenden Entwicklung noch nicht aus. So mußte ſeit zwei Jahren eine ſogenannte Wanderklaſſe eingerichtet werden, der bei Aufſtellung des Stundenplanes das pädagogiſch höchſt bedenkliche Hos des Wanderns in den gerade leer ſtehenden Saal zugedacht wurde. Zwei Handwirtſchaftsklaſſen mußten mit den entſprechenden Realklaſſen kombiniert werden, um die nicht mehr zu vermeidende Teilung einer lb mit ca. 60 Schülern zu bewerkſtelligen. Die Teilung der derzeitigen 1b, die auf Grund der Beſtimmungen des O. f. d. B. zuläſſig und erforderlich iſt, konnte ſeit nun drei Jahren bis heute wegen Platzmangels nicht durchgeführt werden. Die notwendige Förderung der Schüler iſt in überfüllten Klaſſen bei noch ſo großer Opferfreudigkeit der Oehrer in dem Maße nicht mehr möglich, wie es wünſchenswert erſcheint. Bei allen den genannten Notmaßnahmen organiſatoriſcher Art können begreiflicherweiſe die Sammlungen nicht mehr für die Oehrzwecke ausgenutzt werden, ganz abgeſehen von den großen Schäden, die der Erhaltung der Sammlungen zugefügt werden. So hat z. B. der Wert der mineralogiſch⸗geologiſchen Sammlung erheblich gelitten: hygroskopiſche Stücke ſind zerſtört, die großen Sammlungsſchränke derart ge⸗ quollen, daß ſie weder zu öffnen noch zu ſchließen ſind.
Ich bin mir wohl bewußt, daß die Ausführung eines Neubaues, der auch nur die not⸗ wendigſten Forderungen auf längere Zeit erfüllen ſoll, mit neuen Haſten und Ausgaben verbunden iſt, und ſchätze mich nicht gerade glücklich, die Anregungen hierzu, mit denen ich mich nun ſchon ſeit zwei Jahren trage, geben zu müſſen in einer für unſer Volk und Vaterland außerordentlich ſchweren Gegenwart und Jukunft, Einzig der feſte Glaube an den ſtetigen Aufſtieg unſeres Volkes und die hiermit notwendig verbundene Weiterentwicklung unſeres Schul⸗ und Biloͤungsweſens geben mir außer der Pflicht die ſittliche Berechtigung für die zu ſtellenden Forderungen. Ich lege die Ent⸗ ſchließungen über das Geſchick der ſeit nun bald 60 Jahren mit der Stadt Groß⸗Umſtaoͤt verbundenen höheren Schule vertrauensvoll in die Hände des Herrn Bürgermeiſters und der Herren Gemeinde⸗ räte und„ſehe nicht ungern die große Verantwortung für das, was werden ſoll, auf mehrere Köpfe und Schultern verteilt.“
Das Haus ſoll ſtehen auf feſtem Grund und Männer und Frauen heranwachſen ſehen, deren Oeben und Schaffen alles daranſetzt, um des Opferſinnes der Väter würdig und gerecht zu werden.
5 151
n* 1 b
. 2 5
—
2..
22 75 KU 22 e e


