Jahrgang 
1930
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Curtiſchloß(Schulgebäude von 18691891)

des ſtattlichen Erweiterungsbaues der Schule, mit der wir gleichzeitig6O Jahre Oberreal⸗ ſchule und 40 Jahre höhere Handwirtſchaftsſchule Groß⸗Umſtadt feſtlich begehen. Aus Er⸗ ſparnisgründen iſt er gleichzeitig ein Bericht über das Schuljahr 1928/20 und das Sommerhalbjahr 1920. Aus dem gleichen Grunde ſehen wir hier auch von einer Seſchichte der Anſtalt, welche die letzten Jubiläumsberichte ergänzt, ab, in der Hoffnung, daß ſich in 15 bezw. in 10 Jahren zum 75. bezw. 50. Geburtstag ein Schreiber finde, der geſchichtlichen Abſtand genommen hat von den Zeiten ſchwerer wirtſchaftlicher Not und Entbehrung des deutſchen Volkes.

Um ſo höher und dankbarer iſt es zu werten, wenn ſich in Zeiten der Not eine Gemeinde zu Kulturaufgaben und Ausgaben entſcheidet. Die Einmütigkeit der Parteien im Staoͤtrat der Stadt Groß⸗Umſtadt, mit der nach begreiflich langen Verhanoͤlungen der Entſchluß hierzu reifte, iſt ein Beweis dafür, daß in unſerem Volk der opferbereite Wille zum Wiederaufbau und der felſenfeſte Glaube an den Aufſtieg unſeres Volkes und Vaterlandes tief gewurzelt iſt. Um die unumgängliche Notwendig⸗ keit einer Erweiterung der Schule darzutun, geben wir hier einen Auszug aus einer Eingabe der Direktion an die Stadt Groß⸗Umſtadt:

Der Neubau von 1880 enthielt außer den Klaſſenräumen ein ausgezeichnetes chemiſches Inſtitut, Sonderlehrſäle für Phyſik, Hanowirtſchaft, Naturkunde und Zeichnen(Singen); dazu kommt eine geräumige große Turnhalle. Das im Jahre 18809 gebaute Schulhaus war inſofern weitſchauend geplant, als es für nahezu vier Jahrzehnte ſtetiger Entwicklung der höheren Schulen ausreichend Raum gab und Erweiterungen nicht erforderlich machte, Die unter dem Amtsvorgänger des derzeitigen Direktors im Jahre 1922 ernſtlich geplante und allſeitig für dringend notwendig erachtete Erweiterung der Schule fiel in eine Jeit, die in ihrer wirtſchaftlichen Verwirrung damals nicht durchſichtig war, daß der Mut zu größeren Ausgaben mit rätſelhaften Zahlen aufgebracht werden konnte. Das Projekt blieb in den Plänen ſtecken. Die Schule wurde gehalten durch organiſatoriſche Not⸗ maßnahmen. Der Saal, in dem die wertvolle mineralogiſch⸗geologiſche Sammlung untergebracht war, wurde für eine Klaſſe freigemacht, biologiſche Sammlung und Biologie⸗Saal mußten ſchon früher dem gleichen Zweck weichen; die Sammlungsſchränke wurden auf Gangen untergebracht, auch Boden, Kammern und ein leider ſehr feuchter Kellerraum wurden zum Abſtellen in Anſpruch genommen. Einer der chemiſchen Sammlungsräume wurde gleichfalls als Klaſſe hergerichtet. Das alles aber reichte

D nachfolgende Bericht erſcheint bei Gelegenheit der feierlichen Einweihung und Ubernahme