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Seinen Lebenslauf gibt uns Herr Dr. Knapp, wie folgt, an:
Dr. Friedrich Knapp iſt geboren zu Miltenberg a. M. am 8. Oktober 1853 als Sohn des Kauf⸗ manns und Bürgermeiſters Joſeph Knapp, beſuchte die Volksſchule, abſolvierte das Gymnaſium, ſtudierte Naturwiſſenſchaften und chemiſche Technologie an dem Polytechnikum zu Karlsruhe und an den Univer⸗ ſitäten zu Tübingen, München und Würzburg, arbeitete ein halbes Jahr im Laboratorium des deutſchen Brauervereins zu München, ein viertel Jahr in der Brennerei des Dominiums Schafhöfen bei Straubing, promovierte zu Würzburg und trat dann aus Neigung zur Landwirtſchaft über. Nachdem er mehrere Jahre hindurch als Eleve und Verwalter auf verſchiedenen Gütern thätig war, beſuchte er noch ein halbes Jahr die landwirtſchaftliche Akademie Hohenheim bei Stuttgart und war zuletzt als Verwalter auf Dominium Carow bei Genthin, Provinz Sachſen, in Stellung. Da ihm jedoch die landwirtſchaft⸗ liche Praxis keine ausreichende, ſeiner Vorbildung entſprechende Befriedigung gewährte, wandte er ſich dem landwirtſchaftlichen Lehrfache zu und war vom 1. Oktober 1883 bis 1. Oktober 1888 als Land⸗ wirtſchaftslehrer an der landwirtſchaftlichen Lehranſtalt zu Bautzen in Sachſen und als Wanderlehrer für die ſächſiſche Oberlauſitz angeſtellt. Zum Zwecke des übertrittes in den Staatsdienſt legte er im Jahre 1886 die landwirtſchaftliche Staatsprüfung an der Univerſität Leipzig mit der Note„ſehr gut“ ab. Bis zur Errichtung des Neubaues, der vorausſichtlich etwa Herbſt 1890 bezogen werden kann, ſind in hieſigem Rathaus Zimmer für die Landwirtſchaftsſchule zur Verfügung geſtellt.
Am 14. Dezember fanden ſich Herr Oberſchulrat Soldan und Herr Okonomierat Müller zur Beſprech⸗ ung des von uns aufgeſtellten Lehrplanes der Landwirtſchaftsſchule, ſowie der von uns für dieſe Anſtalt vorgeſchlagenen Anſchaffungen hier ein.
Am 26. Januar wurde der Unterricht ausgeſetzt und der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers Wilhelm II. durch eine gemeinſame Schulfeier gefeiert, bei welcher der Unterzeichnete die Feſtrede hielt und von Schülern patriotiſche Gedichte und Geſänge vorgetragen wurden.
. Vom 28. Januar bis 2. Februar nahm Herr Vogel an einem Reblaus⸗Kurſe in Worms teil. . Vom 9.—14. Februar konnte wegen ſtarken Schneefalles und eingetretener Verkehrsſtockung der Eiſen⸗
bahn faſt ſämtliche auswärtige Schüler nicht zur Schule kommen.
5. Wegen Krankheit mußte Herr Hauff vom 7. Februar an den Unterricht ausſetzen und erhielt auf ſein
Nachſuchen am 28. Februar von Großherzoglichem Miniſterium einen dreimonatlichen Urlaub. Als Vertreter für denſelben erhielten wir den Lehramtsacceſſiſten, Herrn Rudolf Drehwald.
3. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war das ganze Jahr gut.. . Mit Rückſicht auf die morgens ankommenden Eiſenbahnzüge begann der Vormittagsunterricht um 8 ²⁰.
Durch Abkürzung der Pauſen wurde die Zeit wieder eingebracht. Im Winter fing der Nachmittags⸗ anterriht der mawärtigen Schüler wegen wieder um 1 ½ Uhr an und ſchloß mit Abkürzung der auſen um 4 ¹⅛%.
VII. Der Schule zugewandte Geſchenlie.
Für nachverzeichnete Geſchenke, die uns während des Schuljahres zugingen, ſagen wir hiermit den
gütigen Gebern im Namen der Anſtalt herzlichen Dank:
I. Die Spar⸗ und Kreditkaſſe für den Amtsgerichtsbezirk Groß⸗Umſtadt bewilligte uns für Freiſtellen erfarhalb Groſeumſtadt wohnender Schüler, ſowie zur Beſchaffung von Lehrmitteln für unbemittelte Schüler.
II. Von Herrn Maler Kopp in Reinheim erhielten wir eine ſchöne ſelbſtangefertigte Kreidezeichnung
(Porträt von Kaiſer Wilhelm 1.), von Herrn Schreiner Heuß in Lengfeld einen Zirkel zur Konſtruktion von Ellipſen.
III. Außerdem empfingen wir:
a) für das Naturalienkabinet: 1. Von Herrn Fabrikanten Wertheim in Frankfurt eine wertvolle Sammlung ausgeſtopfter, aus⸗ ländiſcher Säugetiere und Vögel; 2. von den Herren Poſtverwalter Fiſcher und J. Roth in Groß⸗Steinheim Mineralien aus den dortigen Brüchen;


