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herzogliches Miniſterium zu Anfang des Schuljahres nur mit Widerſtreben auf unſern Antrag eingegangen war, den Vormittagsunterricht auf die Zeit von 8— 11*° zuſammendrängen zu dürfen, damit nach genügender Mittagspauſe die Nachmittagsſtunden von 1—3 Uhr abgehalten werden könnten und die in der Richtung Babenhauſen fahrenden Schüler nicht genötigt wären, bis zu dem erſt um 7 Uhr abgehenden Zug in Umſtadt zu verweilen, wurde in dem Winterfahrplan der vorher 3“¹3 in Umſtadt abgelaſſene Zug auf 29 zurück⸗ verlegt. Da aber für den Winter ein bis 7 Uhr verlängerter Aufenthalt jener Schüler noch viel weniger zuträglich erſchien, ſchlugen wir in einem Ciculare an die Eltern eine die Intereſſen der auswärtigen und der einheimiſchen Schüler vermittelnde Einrichtung vor, mit welcher die überwiegende Mehrzahl der Eltern ſich einverſtanden erklärte und welche nach wiederholt an Großherzogliches Miniſterium gerichtetem Geſuch auch von dieſem genehmigt wurde. Dieſe Einrichtung beſtand darin, daß in den Monaten December und Januar der geſamte Unterricht auf die Zeit von 8—2 Uhr verlegt, für die vor December und nach Januar liegende Zeit aber, in welcher der Ünterricht regelmäßig in die Stunden von 8—12 und von 2—4 reſp. 5 Uhr fiel, zwiſchen 5 und 7 eine Arbeitsſtunde eingerichtet wurde, an welcher nicht nur jene auswärtigen, ſondern auch die einheimiſchen Schüler teilnehmen durften. Die Aufſicht in dieſer Arbeitsſtunde übernahm der Unterzeichnete. Ein geringer Betrag, den die Schüler zu zahlen hatten, wurde teils zur Be⸗ ſtreitung der dabei aufgewandten Beleuchtungskoſten, teils zu einem milden Zweck im Intereſſe der Schule verwendet. 3
3. Weitere Störungen im Unterrichte verurſachte der Geſundheitszuſtand unter den Schülern. Nachdem im Laufe des Sommers nur wenige Erkrankungen vorgekommen waren, trat im Monat November die Diphtherie in ſo hohem Grade in Groß⸗Umſtadt und der Umgegend auf, daß wir nach Anfrage bei Großherzoglichem Kreisgeſundheitsamte am 14. November die Schule ſchließen mußten und erſt am 24. wieder mit dem Unterrichte beginnen konnten. Eine große Anzahl von Schülern wurde im Verlauf des Winters, teils in leichteren Anfällen, teils in länger andauernder Krankheit, von der Epidemie ergriffen, die leider auch ein Opfer aus der Zahl derſelben forderte. Am 24. December ſtarb Karl Emmerich, Schüler der Vorſchule, ein ſehr liebenswürdiger Knabe, im Alter von 6 i½ Jahren. Die Natur der Krankheit erlaubte eine Begleitung der Leiche nicht; aber das Bild des braven und fleißigen Schülers lebt in den Herzen ſeiner Lehrer und Mitſchüler fort. Erkrankungen unter den Lehrern kamen nur in letzterer Zeit und nur in kürzerer Dauer vor. Herr de Salengre fehlte vom 12. bis 21. December mit Urlaub zu einer Reiſe ins Ausland und ſodann wieder vom 27. Februar bis 1. März zu demſelben Zweck.
4. Die Ferien, welche nunmehr durch Verordnung Großherzoglichen Miniſteriums vom 31. März 1881 für alle höheren Lehranſtalten des Landes gleichmäßig eingerichtet ſind, verteilen ſich folgendermaßen: a) Oſterferien 3 Wochen, und zwar 2 Wochen vor dem Feſte und 1 Woche nach demſelben;
b) Pfingſtferien 1 Woche vom Pfingſtſonntage an;
c) Herbſtferien 5 Wochen von dem dem 15. Auguſt zunächſt liegenden Sonntage an bis zu dem
dem 22. September zunächſtliegenden Montage;. d) Weihnachtsferien 2 Wochen, und zwar, wenn der 25. December auf Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt, von dem dieſen Tagen vorhergehenden Sonntage an. Fällt jedoch der 25. December auf Freitag, Samstag oder Sonntag, ſo beginnen die Ferien mit dem dieſen Tagen vorhergehenden Donnerstag.
Wegen großer Hitze wurde der Nachmittagsunterricht ausgeſetzt am 22. Juni und am 5., 6., 15., 16., 19. und 20. Juli.
5. Schulfeierlichkeiten fanden, da der 2. September, ſowie der Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs und der Ludwigstag nunmehr in die Herbſtferien fallen, in dieſem Jahre nicht ſtatt. Kaiſers Geburtstag wird, da derſelbe in dieſem Schuljahre zu nahe an das Ende des Schuljahres fällt, nur durch Ausſetzen des Schulunterrichtes gefeiert; dagegen iſt für dieſes Jahr wieder die in den beiden letzten Jahren der Kaiſerfeier wegen in Wegfall gekommene Schlußfeier vorgeſehen.(S. das beiliegende Progr.)
6. Am 29. Juni machten die 3 oberen Klaſſen unter Führung der Herren Veith, de Salengre, Vogel, Storck und des Unterzeichneten einen Ausflug in den vorderen Odenwald und das Mainthal. Von Station König aus nahmen wir den Weg über Rimhorn nach Lützel⸗Wiebelsbach, wo wir bei Herrn Bürger⸗ meiſter und Gaſtwirt Horn, dem Vater des leider ſeit Anfang December v. J. erkrankten Schülers Wilhelm Horn(I. Klaſſe), Mittagsraſt und gute Verpflegung fanden. Der ſchöne Nachmittag lud ſodann über die Höhe nach dem Maine hin, wo ein einſtündiger Aufenthalt in Wörth allerdings recht gemütliche Scenen bot, von wo aus aber der Rückweg über Höchſt nach Station Wiebelsbach⸗Heubach mühevoller war, als man ſich's beim ſchönen Himmel gedacht hatte.— Auch der gleich am folgenden Tag, dem 30. Juni, ausgeführte
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