III. Zur Geſchichte der Rnſtalt.
Schuljahr 1925/20. Beginn: Montag, 20. 4. 25. Schluß: Samstag, 27. 3. 26.
1) Perſonalnachrichten. Da keine Veränderungen im Lehrkörper zu erwarten waren, konnten Unterrichtsverteilung und Stundenplan ſo frühzeitig fertig werden, daß der U. eine Woche vor Beginn der Oſterferien 1925 mit Genehmigung der vorgeſetzten Behörde in Urlaub gehen konnte.
Herr Dr. Georg Walter, der ſchon durch Min. Verfügung vom 28.7. 24 die Amtsbe⸗ zeichnung Studienrat erhalten hatte, wurde durch Min. Verf. vom 26. 5. 25 zum Studien⸗ rat an unſerer Anſtalt ernannt.
Da im Kollegium niemand einen Kurzſchriftkurſus leiten konnte, übernahm Herr Ludwig Raiß je eine Wochenſtunde für llla und llb.
Herr Studienrat Dr. Mannheimer war vom 12.—17. 10. 25, der Unterzeichnete vom 30. 7.—7. 8. 25 beurlaubt.
2. Kriegseinwirkungen. Der Turnſaal mußte in dieſem Schuljahr fünfmal, am 19. 5. 25, am 29. 8. 25, am 2. 9. 25(ganz plötzlich) ſowie am 27. 2. und 8. 3. 26 für Einquartierungszwecke geräumt werden.
Abgeſehen vom Turnunterricht wurde der Schulbetrieb dadurch nicht geſtört.
3. Prüfungen und Beſichtigungen. Herr Miniſterialrat Dr. Dorfeld beehrte am 23. 9. 25 die Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in faſt allen Klaſſen bei.
4. Schulfeſtlichkeiten, Ausflüge. Der Unterricht wurde mit einer kurzen Schulfeier am 21. 4. 25 begonnen.
Am 17. 8. 25., am 1. Schultage nach den Sommerferien, hielten wir die Verfaſſungs⸗ feier ab. Herr Studienrat Dr. Walter hatte die Feſtrede übernommen.
Die diesjährige Totengedenkfeier am 20. und 21. 11. 25. war öffentlich und verlief in jeder Beziehung ſtimmungs- und eindrucksvoll. Schüler und Schülerinnen der beiden Unterſekunden hatten mit großer Selbſtüberwindung und Hingabe das Totentanzſpiel von Gümbel⸗Seiling einſtudiert, das mit der von Herrn Studienrat Vogel geleiteten Muſik in tief ergreifender Schlichtheit vorgetragen wurde.
Der ſeit einigen Jahren übliche Friedhofsgang fand am 21. 11. 25. ſtatt. Auf den Gräbern der verſtorbenen Lehrer der Anſtalt wurden Kränze niedergelegt.
Herr Studienaſſeſſor Dr. Düringer hatte mit den Schülern der Untertertien und Quarten ein Märchenſpiel von Dr. Adolf Holft„König Droſſelbart“ einſtudiert, das als Hauptſtück unſerer öffentlichen Weihnachtsfeier den beſten Eindruck machte. Am Schluſſe der nichtöffentlichen Feier am 29. 12. 25. wurden die Urkunden an die Sieger in den Reichsjugendwettkämpfen ausgeteilt. Die Anteilnahme der Schüler und Schülerinnen an dieſer Feierlichkeit war überaus rege und dadurch ſicher ein Anſporn für noch beſſere Lei⸗ ſiungen im kommenden Wettbewerb.
Der Unterſekundaner Fritz Ewald erhielt für ſein mit größter Hingabe durchgeführ⸗ tes Studium der Rolle des Todes im Totentanzſpiel als Prämium Scheffels Eckehard.
Auch in dieſem Jahre konnte das Jugendfeſt in Groß⸗Gerau nicht abgehalten werden, weil die Genehmigung ſeitens des Kreisdelegierten nicht eingelaufen war.


