Jahrgang 
1904
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Anſchaffung mehrerer und größerer Geräte verbot nämlich der Mangel eines Raumes, indem ſie aufgehoben werden konnten.) Dieſe, ſowie eine Reihe anderer Mängel, welche hier nicht erwähnt zu werden brauchen, machten das Gebäude als Schulhaus ungeeignet, und doch mußte die Anſtalt faſt ein volles Vierteljahrhundert darin zubringen, bis ihr die Gemeinde ein zweckentſprechendes Gebäude zur Verfügung ſtellen konnte. Bis es dazu kam, war eine Reihe vorbereitender Ereigniſſe erforderlich.

Insbeſondere iſt hierher die Entwickelung des Bildungsweſens in unſerem

Landſtädtchen zu rechnen. Die geradezu muſtergiltigen Einrichtungen auf dem Gebiete des Volksſchulweſens legen beredtes Zeugnis davon ab, welche Fürſorge die hieſige Gemeindevertretung dem Schulweſen angedeihen ließ. Aber auch die Höhere Bürgerſchule hatte ſich ſtets ihres lebhafteſten Intereſſes zu erfreuen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat dieſe Anſtalt im Gegenſatz zu früherer Zeit durch die Entwickelung unſeres Berechtigungsweſens mehr und mehr Boden im Volke gewonnen. In den Kreiſen der hieſigen Bürger⸗ ſchaft iſt infolgedeſſen auch in jüngſter Zeit mehr als je der Wunſch nach dem Ausbau dieſer Anſtalt zu einer Realſchule hervorgetreten. Deſſen Verwirklichung iſt jedoch erſt dann zu erwarten, wenn die Vorausſetzungen dafür gegeben ſind. Dazu gehört vor allen Dingen das Vorhandenſein eines Schulhauſes, das den Bedürfniſſen einer Realſchule entſpricht. Dadurch

wurde der Gemeinderat der Stadt Groß⸗Gerau dazu veranlaßt, die Er⸗

richtung eines neuen Schulhauſes in ernſtliche Erwägung zu ziehen. Nachdem er ſich durch eine Beſichtigung des ſeitherigen Schulhauſes davon überzeugt hatte, daß den herrſchenden Übelſtänden ſelbſt durch die weitgehendſten Maßnahmen nicht abgeholfen werden konnte, beſchloß er einmütig die Errichtung eines neuen Schulhauſes. Die erforderlichen Vorarbeiten wurden ſofort in Angriff genommen. Von verſchiedenen Entwürfen, die vorgelegt worden waren, wurde derjenige des Architekten Arthur Wiencoop aus Darmſtadt ausgewählt und die Leitung des Baues dem Architekten Karl Schembs zu Darmſtadt übertragen. Nachdem ſchließlich auch noch die Platzfrage in befriedigender Weiſe ihre Erledigung gefunden hatte, wurde bereits am 20. Oktober 1902 der erſte Spatenſtich getan, und dank der rührigen Arbeit der Bauleute konnte ſchon am 4. Dezember desſelben Jahres der Grundſtein unter entſprechenden Feierlichkeiten gelegt werden.

Die Urkunden), welche in den Grundſtein gelegt wurde, hat folgenden Wortlaut: *) Das neue Schulgebäude iſt mit einer Turnhalle ausgeſtattet. In der Folge wird es daher möglich ſein, nicht nur im Sommer, ſondern auch im Winter Turnunterricht abzuhalten, für welchen alle dem Alter unſerer Schüler angepaßten Turngeräte zur Verfügung ſtehen.

**) Sie wurde von Bauunternehmer Wilh. Herm. Diehl verfaßt und von Lehrer Ernſt Martin in Büttelborn geſchrieben.

5= 108.