Jahrgang 
1904
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Städten, wo die Gewerbe und der Handel blühen, anerkannt. Darum

gibt es überall, ſelbſt in den kleinſten Städtchen, Gewerbe- und Real ſchulen, darum findet man auch dort nur Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibende jeder Art, welche durch den Reichtum ihres Wiſſens und die praktiſche Fertigkeit in der Anwendung desſelben nicht nur vor der Verarmung ſich ſchützen, ſondern auch einen behaglichen Wohlſtand ſich bereiten. Dieſe Wahrheit hat mich nun auch veranlaßt, eine ſtändige Anſtalt für höhere Bildung hier in Groß⸗Gerau zu gründen, und es iſt mir durch die bereitwillige Geldunterſtützung des hieſigen Stadtvorſtandes und die Beihilfe wackerer Männer gelungen, das Werk hinauszuführen.

Indeſſen ſuchte ich auch noch einen anderen Zweck, als denjenigen des Unterrichts in den Realwiſſenſchaften, mit dieſer Anſtalt zu verbinden, nämlich derjenigen Jugend, welche ſich den Studien demnächſt widmen will, eine Vorbereitungsſchule, namentlich in alten und neuen Sprachen zu verſchaffen.

Heute iſt dieſe höchſten Orts gnädigſt genehmigte Anſtalt für höhere Bildung ins Leben getreten. Der Großh. Mitprediger dabier ſteht der ſelben als Direktor vor und ihm ein tüchtiger junger Mann als Lehrer der Mathematik, Naturlehre und im Zeichnen zur Seite. Der Unterricht koſtet vor der Hand, bis die Zahl der Schüler ſich vermehrt hat, monatlich einen Gulden, gewiß eine geringe Gabe, welche mit dem Gewinn an Kenntniſſen und der dadurch gebotenen Begründung künftigen Lebens⸗ glückes in keinem Verhältnis ſteht. Die Schüler müſſen aber einige Vorkenntniſſe mit in dieſe Anſtalt bringen, und daher wird in der Regel ein Kind unter 10 Jahren nicht leicht angenommen werden können. Der Lehrplan, in welchem auch der Unterricht für Mädchen, die ſich künftig auch in anderen Kreiſen als den gewöhnlichen, wo eine höhere Bildung gefordert wird aufgenommen iſt kann zu jeder Zeit bei Herrn Mitprediger Ritſert eingeſehen werden.

Ich lade nun alle Eltern in und außerhalb Groß-Geraus hiermit ein, für ihre Kinder von dem dargebotenen Unterricht bald Gebrauch zu machen und dadurch eine ſegensreiche Zukunft denſelben zu begründen, ihnen Schätze zu verſchaffen, welche, wertvoller als Gold, niemals untergehen.

Groß⸗Gerau, 15. Oktober 1846.

Der Großh. Kreisrat Heim.

Eine ſchon im Vorjahre in Bürger⸗ und Beamtenkreiſen gehaltene Umfrage nach dem vorausſichtlichen Beſuch der Schule hatte die Zahl von 33 Kindern, wovon 16 Knaben und 17 Mädchen waren, ergeben. Bei der Eröffnung der Anſtalt traten 42 Kinder, worunter 25 Knaben und 17 Mädchen, in dieſelbe ein. Hier wurden unter einem gemeinſamen

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