Jahrgang 
1879
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9. Emil Marx von Gießen, 16 ½ Jahre.

10. Karl Otto von Gießen, 17 ¼ Jahre.

11. Hermann Oppenheimer von Battenfeld, 16 ¾ Jahre.

12. Otto Schmidt von Gießen, 15 ½ Jahre.

13. Hermann Schnabel von Gießen, 18 ¾ Jahre.

14. Ludwig Spies von Gießen, 16 ½ Jahre.

15. Philipp Seibert von Hungen, 16 ½ Jahre.

16. Ernſt Kirchberger von Ober⸗Lahnſtein, 18 Jahre.

Von dieſen haben 10 den Kaufmannsſtand, 2 den Lehrerſtand zum Berufe gewählt, 1 wird Uhr⸗

macher, 1 Landwirth, 1 iſt zum Poſt⸗ und 1 zum Finanzfach übergegangen. Außerdem ſind 12 Schüler in die zu Oſtern an der Gießener Realſchule errichtete Unterprima eingetreten.

6. Zur Chronik der Realſchule.

Während des nunmehr zu Ende gehenden Schuljahres wurde damit begonnen, die Anſtalt in eine Realſchule 1. Ord. verbunden mit einer Realſchule 2. Ord. umzuwandeln.

Schon im Anfang des Jahres 1876 war bei Großherzoglichem Miniſterium des Innern darum nachgeſucht worden, daß unſere Schule zu einer Realſchule 1. Ordnung erhoben werden möge. Das Geſuch hatte einen abſchlägigen Beſcheid zur Folge, weil damals das Bedürfniß einer ſolchen Anſtalt für Gießen nicht hinlänglich offen vorlag. Im Herbſt 1877 kam die Sache von neuem in Anregung. Am 9. November wurde der Direktor der Anſtalt von dem Bürgermeiſter der Stadt Gießen, Herrn Bramm, dazu aufgefordert, eine die Reorganiſation der Schule betreffende Denkſchrift auszuarbeiten. Dieſelbe wurde am 21. November vorgelegt. Einige Tage vorher war außerdem noch eine mit ſehr zahlreichen Unterſchriften verſehene Adreſſe an die Stadtverordnetenverſammlung eingelaufen, in welcher darum ge⸗ beten wurde, daß wegen Umwandlung der Anſtalt in eine ſolche 1. Ordnung bei Großherzoglichem Mini⸗ ſterium des Innern das nöthige eingeleitet werden möge.

Bei der nun folgenden eingehenden Prüfung der vorliegenden Frage wurde noch der frühere Direktor der Anſtalt, Herr Dr. Stein, welcher ſchon ſeit längerer Zeit für die angeregte Reorganiſation ſich auf das lebhafteſte intereſſirt hatte, zugezogen, und das von ihm erſtattete Gutachten mit der er⸗ wähnten Denkſchrift den einzelnen Mitgliedern des Stadtverordnetenkollegs zur genaueren Einſicht vor⸗ gelegt. Am 14. März 1878 erfolgte die Abſtimmung. Die Stadtverordnetenverſammlung faßte mit Ein⸗ ſtimmigkeit den Beſchluß, die Erweiterung der Schule zu einer ſolchen 1. Ord. in Verbindung mit einer Realſchule 2. Ordnung bei Großh. Miniſterium des Innern zu beantragen und zugleich darum nachzu⸗ ſuchen, daß die einſtweilen proviſoriſche Errichtung einer Unter⸗Prima ſchon von Oſtern 1878 an ge⸗ nehmigt werden möge.

Da die Zeit, wenn das letztere noch zur Ausführung kommen ſollte, außerordentlich drängte, ſo entſchloſſen ſich einige Herrn, welche ſeither ſchon der angebahnten Reorganiſation das lebhafteſte Inter⸗ eſſe gewidmet hatten, für die Durchführung derſelben ſofort einzutreten. Herr Provinzialdirector Dr. Bökmann befürwortete in einem an Großh. Miniſterium des Innern erſtatteten Berichte die Genehmi⸗ gung des Geſuchs auf das wärmſte. Die Herrn Prof. Dr. Bratuſcheck, Hofgerichtsadvokat Diery und Handelskammerpräſident Homberger ſuchten bei ſeiner Excellenz dem Herrn Miniſterpräſidenten Freiherrn von Starck um Audienz nach. Dieſelbe wurde ihnen für den 8. April mit der größten Bereit⸗