Die vorſtehende, fürs nächſte Unterrichtsjahr geltende Stundentafel bringt als wichtigſten Unterſchied gegen das Vorjahr zum erſtenmal die Gabelung für Klaſſe é6 in den pflichtmäßigen Arbeitsgemeinſchaften. Ein Zug erhält eine franzöſiſche, der andere unter gänzlichem Fortfall dieſer Fremdſprache eine math.⸗nat. Arbeitsgemein⸗ ſchaft. Wahlfreie Ubungen in Phyſik(vor allem in Fluglehre) werden in Klaſſe 7 eingerichtet, Flugmodellbau wird wie ſeither in den Klaſſen 4 und 5 praktiſch geübt. Die begonnenen Lehrgänge in Kurzſchrift werden weiter durchgeführt, neue nicht mehr eingerichtet. Zum erſtenmal beginnt der Lateinunterricht in der 3. Klaſſe nach zwei⸗ jaähriger Ubung der Schüler in der engliſchen Sprache.
4. Unterrichtsbeſuche und Prüjungen
Herr Oberſchulrat Dr. Leip beſuchte als Referent der Schule beim Miniſterium zweimal den Unterricht.— Externenprüfungen zur Erlangung des Reifezeugniſſes oder des Latinums fanden nicht ſtatt.— Die mündlichen Prüfungstage unſerer Abiturienten waren am 22. September und vom 26. bis 28. Januar 1939.— Am 27. 1. war aus Anlaß des Maturums für die übrigen Klaſſen unterrichtsfrei.— Den Vorſitz bei der Prüfung führte an dieſem Tage Oberſchulrat Dr. Leip, an den beiden anderen Tagen der Direktor.
5. Nationale Godenktage und Feiern
Das Schuljahr wurde am 21. 4. in feierlicher Weiſe dadurch eröffnet, daß Prof. Dr. Schmoll vor der Schulgemeinde in packender Anſprache die weltgeſchichtlichen Ereigniſſe nacherleben ließ, die aus dem unbeugſamen Willen des Führers und aus der Gefolgstreue des einigen deutſchen Volkes Großdeutſchland hatten erſtehen laſſen. Am 10. 4. als dem Tag des Großdeutſchen Reiches hatte das deutſche Volk in Oſterreich in geſchloſſener Einmütigkeit ſeinen politiſchen Willen dem des geſamten deutſchen Volkes beigeſellt, das Märchen vom„öſter⸗ reichiſchen“ Menſchen als einer Sonderform europäiſchen Volkstums war verflogen. Keine ſchönere Gabe konnte der Führer zu ſeinem Geburtstage am 20. 4. entgegennehmen als die nach ſo langen Jahren härteſten Kampfes endlich errungene Einigkeit des deutſchen Volkes.— Am 7. 5., am Muttertage, ehrte Studienrat Buß in warm empfundenen Worten die Mutter als Hüterin und Wahrerin innigſter ſeeliſcher Werte.— Am 10. 5. war die Schule in die Rundfunkübertragung eingeſchaltet, die uns aus Berlin den jubelnden Empfang des Führers nach ſeiner Rückkehr aus Italien eindringlich nacherleben ließ.— Der 25. 5. ſtand im Zeichen des Gedenkens an die 15. Wiederkehr des Todestages Albert Leo Schlageters, deſſen in der Morgenfeier gedacht wurde.— Der Stapellauf des Kreuzers„Prinz Eugen“, bei dem auch der ungariſche Reichsverweſer Horthy zugegen war, wurde uns am 22. 8. durch Rundfunk vermittelt.— Am 11. 11. ſprach Prof. Dr. Schmoll nacheinander vor Stu⸗ dentenſchaft und Schule anläßlich der Langemarckfeier; ſeine Worte fanden in den Herzen der Langemarckſchul⸗ gemeinde beſonderen Widerhall.— Anläßlich der Eröffnung des Reichsparteikongreſſes in Nürnberg und der kulturpolitiſchen Rede des Führers waren Lehrer und Schülerſchaft zum Gemeinſchaftsempfang vereinigt.— Am Tag der Hausmuſik wurden ſämtliche muſiktreibenden Schüler der Anſtalt unter Muſiklehrer Blaß zu einer Ein⸗ heit zuſammengefaßt. Zum Vortrag kamen Stücke deutſchvölkiſcher Meiſter.— Am 30. 1. 39, als am 6. Jahres⸗ tag der Gründung des Dritten Reiches, ſprach Aſſeſſor Dr. Fay; er gab unſere ſtolze Freude kund über das im ſchickſalvollendenden politiſchen Erntejahr erſtandene Großdeutſche Reich. Die Feier fand ihre für den Kreis der Schule beſonders eindrucksvolle Krönung durch die Überreichung der Treudienſtehrenzeichen durch den Direktor.— Am 1. 3. hörten wir im Gemeinſchaftsempfang die Rede des Generalfeldmarſchalls Göring anläßlich des Tages der Flieger. Seine von berechtigtem Stolz auf die Wiederaufrichtung der deutſchen Luftwaffe getragene Anſprache und der Appell an den wagenden Opfermut der deutſchen Jugend dürfte bei den Schülern tiefen Eindruck hinter⸗ laſſen haben.— Zur Feier des Heldengedenktages, der zugleich als Tag der deutſchen Wehrfreiheit gilt, wußte Studienrat Dr. Gebhardt aus ſeiner vierjährigen Fronterfahrung heraus die jungen Herzen zu packen.— Am 16. 3. entwickelte Turnlehrer Paul ein klar umriſſenes Lebensbild und die hohe völkiſche Bedeutung des Turners und Freiheitshelden Frieſen, deſſen Todestag zum 125. Male wiederkehrte.— Zum guten Gelingen der Feiern, die Höhepunkte im Schülerleben wurden, trugen neben den jeweiligen Feſtrednern vor allem Muſiklehrer Blaß als Leiter des Chores und des Orcheſters und Studienrat Dr. Kraft durch die geſchickte Zuſammenſtellung der Vortragsfolge in bohem Maße bei. Auch an dieſer Stelle ſei den Amtsgenoſſen für ihre mühevolle und erfolg⸗ reiche Arbeit herzlicher Dank geſagt.


