12. Die Schülerſparkaſſe. Wie nicht anders erwartet werden konnte, ſind die Einlagen noch weiter zurückgegangen. Sie betrugen nur 360 RM gegen 544 bzw. 1000 RM in den beiden Vorjahren. Trotzdem wollen wir auch weiterhin den Sparſinn unſerer Jugend pflegen helfen und die Möglichkeit zur Rücklage eines Notpfennigs geben. Studienrat Dr. Horn.
13. Wohlfahrtseinrichtungen. Sämtliche Schüler werden auf Anordnung des Heſſiſchen Kultusminiſteriums bei der Neuen Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs⸗A.⸗G. gegen eine Jahres⸗ prämie von 2,— RM verſichert gegen die Folgen von Unfällen in der Schule und auf dem Schulweg. Jeder Unfall iſt umgehend dem Klaſſenführer oder Herrn Oberſtudienrat Seiler zu melden, damit die Anſprüche auf Erſatz der Heilkoſten(Arzt und Arzneien) rechtzeitig geltend gemacht werden. Im Berichtsjahr weiſt unſere Statiſtik 14 Fälle auf.
Wiederholt wurden in Gießener Schulen trotz aller Vorſichtsmaßnahmen Fahrräder ge⸗ ſtohlen. Wir haben daher mit der Deutſchen Fahrrad⸗Fürſorge„Degefadi“ in Baden⸗ Baden eine Fahrradverſicherung abgeſchloſſen gegen eine Jahresprämie von 4 RM. Für abhandenkommendo, nicht verſicherte Räder lehnt die Schule jede Verantwortung ab.
Durch die an der Anſtalt während des ganzen Jahres eingerichtete Milchabgabe hatten die Schüler Gelegenheit zu einem geſunden(im Winter warmen) Frühſtück. Die Bereitung der vom Univerſitätsgut Hardthof kommenden Milch ſteht unter hygieniſcher Uberwachung. Wir emp⸗ fehlen die Einrichtung allen Eltern!
Unſere Unterſtützungsbücherei, aus deren Beſtänden bedürftige Schüler Lehrbücher erhalten, iſt bis jetzt leider nur ſehr wenig ausgebaut; ebenſo ſind die baren Mittel aus der Wohlfahrtskaſſe zur Unterſtützung bei Schulausflügen und ähnlichen Anläſſen zu unſerem Bedauern völlig unzureichend.
Unter Zuſtimmung der Stadt und mit Genehmigung des Kultusminiſteriums hatte der Lehrerrat 44 ganze Freiſtellen verteilt.
Erziehungsbeihilfen im Sinne des Art. 146, Abſ. 2 der Reichsverfaſſung konnten durch das Kultusminiſterium nur in ſehr geringem Umfang übermittelt werden(1 Schüler 100 RM). Der Genuß dieſer Einrichtung und auch der Freiſtellen kann natürlich nur ſolchen Schülern zugute kommen, deren ganze Perſönlichkeit und Leiſtungen die Aufwendung öffentlicher Mittel wirklich rechtfertigen.
14. Geſchenke. Das Heſſiſche Kultusminiſterium überreichte uns„Deutſche Hoch⸗ ſchulſtatiſtik“, Band 7, W.⸗S. 1930/31, Band 8, S.⸗S. 1931 und„Deutſcher Sprachatlas“, 5. Lieferung. Es ſchenkten weiter Studienrat Dr. Henß vier naturwiſſenſchaftliche Wandbilder, Herr Sanitäts⸗ rat Dr. Becker, Sprendlingen, der Vorſitzende der Vereinigung ehemaliger Realgymnaſiaſten, 25.— RM für die Schülerbücherei, der Rektor der Landesuniverſität zwei Schriften: „Engel⸗Dehn, Paſch, zwei Gedenkreden“ und„Schumann, Volk und Geſchichte“, Studienaſſeſſor Dr. Gg. Mayer ſeine Aſſeſſorenarbeit, der Unter⸗Tertianer Seibert(IIIb 2) verſchiedene Repro⸗ duktionen zum franzöſiſchen Lehrbuch; Tränkner, Valentin, Schmitt IIIb 1, Fillmann VIZ Bücher für die Schülerbücherei; Egner VI 1 Pflanzenbilder, Schröter VI I verſchiedene Tierſchädel; Petri VI 1 Tabakblätter und eine Darſtellung des Tabaks von der Pflanze bis zum Raucher; Hefrag, Wölfersheim, Erzeugniſſe der Braunkohlenverſchwelung; Kurverwaltung Bad⸗Nauheim Salineerzeug⸗ niſſe; Ranft II a 2 Wandtafel zur Veranſchaulichung des Minimumgeſetzes von Liebig; Firma Bänninger Inſtandſetzung einer optiſchen Bank. Nicht zuletzt wollen wir der tatkräftigen Hilfe der „Vereinigung“ gedenken(ſiehe Nr. 15). Allen gütigen Spendern ſei der herzlichſte Dank ausgeſprochen!
15. Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnaſiums. Am 16. Mai 1931 beſuchten die Abiturienten des Jahres 1886 ihre alte Bildungsſtätte. Wir hatten die Ehre zu begrüßen die Herrn Dr. K. Gläſſing, Präſident des Landesfinanzamts, Darmſtadt, Dr. J. Herz, Direktor der J. G. Farbwerke, Frankfurt(Main), Prof. E. Pfaff, Oberſtudiendirektor, Darmſtadt, Dr. Ad. Schäfer, Direktor der J. G. Farbwerke Höchſt a. M., G. Schulz, Fabrikant, Weidenhauſen, Dr. K. Urſtadt, Miniſterialdirektor(Forſtabteilung), Darmſtadt und Oberforſtmeiſter i. R. Chr. Walter, Gießen. Manch alte Erinnerung auffriſchend, beſichtigten die Herrn das im neuen Gewande prangende Anſtaltsgebäude, die einzelnen Klaſſenräume, lange in der Ia des Jahres 1885/86 verweilend, und die reichhaltigen Sammlungen, durch die die Kollegen Dr. Stohr, Dr. Emmel, Hölzel und Hebermehl führten. Eine ganz beſondere und mit herzlichem Dank aufgenommene Freude empfanden unſere verehrten Gäſte, als der Direktor ihnen ihre Arbeiten aus der Reifeprüfung zur Einblicknahme vorlegte.— Auch an dieſer Stelle wollen wir den Herrn unſeren aufrichtigen Dank für ihren liebenswürdigen Beſuch ausſprechen, in der Hoffnung, ſie auch im Jahre der 50. Wiederkehr ihrer Reifeprüfung wieder hier begrüßen zu können..
ber die„Vereinigung“ im beſonderen ſchreibt der Rechnungsführer, Herr Studienrat Dr. Stohr:„Nur wenig iſt über das verfloſſene Vereinsjahr zu berichten. Am 13. Februar d. J. fand


