IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.
1. Der Anterricht.
Das Schuljahr begann Montag, den 1. Mai 1916, mit der Prüfung der neu eintreten⸗ den Schüler, auf die Dienstag, den 2. Mai, die Eröffnung des Unterrichts folgte. Es ſchließt Samstag, den 31. März 1917.
Da uns für die noch im Heeresdienſt ſtehenden Lehrkräfte der notwendige Erſatz zur Verfügung geſtellt wurde, konnten wir auch in dieſem Schuljahr den Unterrichtsbetrieb in ſeinem vollen Umfange aufrecht erhalten.
Im Intereſſe der Kohlenerſparnis wurden die Weihnachtsferien bis einſchließlich 15. Januar ds. J. verlängert und die Schule vom 6. bis 12. Februar, ſowie vom 12. bis 21. März geſchloſſen. Da aus dem gleichen Grunde ſeit dem 13. Februar das Landgraf⸗Ludwigs⸗ Gymnaſium unſre Räume mitbenutzt, wird der Unterricht nunmehr wöchentlich wechſelnd nur vormittags von ½ 9 bis ¾1 oder nachmittags von ¾ 2 bis 6 erteilt. Infolgedeſſen mußten zwar einige Unterrichtsſtunden, aber, abgeſehen vom Geſang, keine Unterrichtsfächer in Wegfall kommen.—
Am 2. Dezember 1916 beſuchte der Rektor der Lehrerhochſchule zu Konſtantinopel, Herr Dr. Kemal Bey, in Begleitung des Lektors der türkiſchen Sprache an der Landesuniverſität, des Herrn Mehmed Ali Bey, unſere Anſtalt, wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen an und beſichtigte ſämtliche Sammlungen und Inſtitute.
2. Perſönliches.
Mit dem 1. Januar 1917 trat der langjährige, hochverdiente Referent für das höhere Schulweſen Heſſens, Herr Geh. Oberſchulrat Dr. h. c. Nodnagel, in den Ruheſtand. Real⸗ gymnaſium und Realſchule zu Gießen hatte er als Direktor von Mai 1884 bis September 1888 in erſprießlichſter Weiſe geleitet und ſich ſchon dadurch unſere treue und dankbare Anhänglichkeit geſichert. Und als er nun mit Beginn dieſes Jahres von ſeinem hohen und verantwortungs⸗ vollen Amte in der Schulabteilung, das er über 17 Jahre lang bekleidet hatte, zurücktrat, wurde ihm von den Direktoren der Gymnaſien, Realgymnaſien und Oberrealſchulen des Landes in einer künſtleriſch ausgeſtatteten Adreſſe der innigſte Dank für ſeine perſönlich ſtets wohl⸗ wollende und ſachlich ſo ſegensreiche Tätigkeit ausgeſprochen. Möge ein langer und freund⸗ licher Lebensabend ihm noch oft Gelegenheit geben, aus unſern Kreiſen heraus jene Liebe und Verehrung zu empfinden, die von jeher der ſchönſte Lohn für ſelbſtloſe Arbeit geweſen ſind.
Durch Dekret Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin wurde dem Oberlehrer Herrn Dr. Otto Emmel zum 1. April 1916 der Charakter als Profeſſor erteilt.


