Jahrgang 
1916
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1.

Die im Februar 1915 begonnene Sammlung von Goldgeld wurde auch im laufenden Schuljahre, insbeſondere im Winterhalbjahr, eifrigſt fortgeſetzt. Durch unſre Vermittelung ſind bis zum 25. März 1916 insgeſamt 60 315 M. an die Reichsbank abgeliefert worden. Der Obertertianer Robert Sellheim, der bis zum Sommer 1915 den größten Betrag(5700 M.) ge⸗ ſammelt hatte, erhielt von Herrn Alexander Miehe in Hamburgals Erinnerungsgabe für dieſe eifrige und lobenswerte Betätigung die Erinnerungen an Bismarck, herausgegeben von A. von Brauer, Erich Marcks und K. A. von Müller. Außerdem konnten wir zur Belohnung den 27. März ſchulfrei geben und 25 der von der Goldkommiſſion in Berlin geſtifteten Geldtaſchen (Gold in die Reichsbank) an die erfolgreichſten Sammler verteilen.

An den Veranſtaltungen, die der militäriſchen Vorbereitung der Jugend dienen, beteiligen ſich 33 Schüler der oberen und mittleren Klaſſen. Mittwoch abends von 8 10 Uhr iſt Inſtruktion, Turnen und Bajonettieren, Samstag abends(im Sommer) Nachtübung und Bajonettieren, Sonntag nachmittags wird exerziert oder es finden militäriſch geleitete Schieß⸗ und Felddienſtübungen ſtatt.

Bei der dritten Kriegsanleihe im September 1915 waren von unſern Schülern durch unſre Vermittelung 14 300 M. gezeichnet worden. Bei der vierten Kriegsanleihe im März 1916 wurden ſämtliche Zeichnungen von hundert und mehreren hundert M. von den Schülern ſelb⸗ ſtändig gemacht; die Anſtalt nahm nur Beträge unter hundert M. entgegen, um auch dieſe der Anleihe zuzuführen. Die Sammlung ergab 3242 M., die auf ein Kriegsſparkaſſenbuch bei der Bezirksſparkaſſe Gießen angelegt wurden.

Vom 17. Auguſt bis 4. Oktober 1914(dem Tage ihres Ausrückens) war der 2. Kom⸗ pagnie des Landſturmbataillons Gießen im Gebäude des Realgymnaſiums eine Schreib⸗ ſtube, Kammer und Handwerkerſtube eingeräumt worden. Ihr folgte vom Dezember 1914 bis Oktober 1915 die 6. Kompagnie des Landſt.⸗Inf.⸗Erſ.⸗Bat. II, Gießen. Seit Oktober 1915 ſind die drei unbenutzten Klaſſenzimmer der Vorſchule des Landgraf⸗Ludwigs⸗Gymnaſiums zur Verfügung geſtellt.

4. Geſundheitliches.

Von einigen wenigen Fällen abgeſehen, in denen Schüler wegen ernſterer Erkrankung dem Unterricht längere Zeit fern bleiben mußten, war der Geſundheitszuſtand von Lehrern und Schülern befriedigend.

Klaſſenſpaziergänge von 3-4ſtündiger Dauer wurden vormittags am 27. April, 22. Juni, 19. Juli, 29. Oktober, 7. Dezember 1915, am 1. und 29. Februar 1916 unternommen. An die Stelle des Tagesausflugs trat am 23. September ein größerer Spaziergang, der ſich von 7 ³⁰° vormittags bis 2 und 3 Uhr nachmittags erſtreckte.

Wegen großer Hitze fiel die letzte Vormittagsſtunde und der Nachmittagsunterricht am 8. 9. 10. 11. Juni, ſowie am 5. und 7. Juli aus.

Selbſtändige Schülervereine, die die Leibesübungen pflegen, beſtehen zur Zeit an unſrer Anſtalt nicht. Indeſſen gehören den Schülerabteilungen der im Jungdeutſchlandbund zuſammengeſchloſſenen Turn⸗ und Sportvereine, der Jugendwehr, ſowie anderen Schülerver⸗ einigungen, die Leibesübungen und Wanderſport treiben, insgeſamt 111 Schüler an, die ſich auf alle Klaſſen verteilen. Bei den vom Jungdeutſchlandbund, Bezirk Gießen⸗Stadt, am 17. und 18. Juli 1915 veranſtalteten Jugendwettkämpfen wurden zahlreiche Schüler des Realgym⸗ naſiums durch Preiſe ausgezeichnet. Solche errangen im Schwimmen die Oberſekundaner Fritz Althoff, Siegmund Biringer, Karl Geitz, Kurt Klotz und der Unterſekundaner Wilhelm Klebe; im Turnen(Laufen, Klettern, Hochſprung, Weitſprung, Kugelſtoßen) die Unterprimaner Paul