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dem Militär⸗ noch dem Schuldienſte widmen konnte; Oberlehrer Dr. Emmel, im März 1915 durch Verleihung der Heſſiſchen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Oberleutnant der Reſerve befördert, ſtand von Auguſt bis November 1915 in Rußland und wurde ſodann in das Erſatzbataillon des Fußartillerie⸗Regiments Nr. 9 in Ehrenbreitſtein verſetzt.
Von unſern früheren Schülern ſind ſeit Oſtern 1915 fünf hoffnungsvolle junge Leute im Kampf fürs Vaterland gefallen: Ernſt Geitz(Notreifeprüfung Auguſt 1914), Karl Zimmer (Potreifeprüfung Auguſt 1914), Joſeph Grohe(Oberprimareife September 1914), Karl Schmidt (Oberprimareife Auguſt 1914), Oskar Eigenbrodt(Unterprimareife Auguſt 1914). Sie alle waren mit Beginn des Krieges ſofort zu den Fahnen geeilt und haben in treueſter Pflicht⸗ erfüllung im Oſten und Weſten gekämpft. Nur einer von ihnen, Karl Zimmer, wurde in heimiſcher Erde beſtattet. Bei der Trauerfeier auf dem hieſigen Friedhofe war die Anſtalt durch eine Abordnung des Lehrerkollegiums und eine ſolche der vier oberſten Klaſſen vertreten; am Grabe legte der Direktor einen Kranz als letzten Gruß an den Dahingegangenen nieder. Alle unſere fünf jungen Helden aber werden in unſrer Mitte ſtets in beſtem und dankbarem Ge⸗ dächtniſſe fortleben!
Folgende Schüler haben im Laufe des Schuljahres die Anſtalt verlaſſen, um in das aktive Heer einzutreten: Ende Juni 1915 nach beſtandener Kriegsreifeprüfung die Ober⸗ primaner Walter Andres, Hans Büchner, Bruno Chriſt, Rudolf Dietrich, Fritz Geck, Friedrich Hild, Karl Neumann, Waldemar Schlehenbecker, Hans Speth, Wolfgang Weimar; nach Er⸗ langung der Unterprimareife die Oberſekundaner Gerbert Hübner, Otto Schaaf; nach Erlangung der Reife für Oberſekunda und der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den Einjährig⸗Freiwilligen⸗ Dienſt die Unterſekundaner Kurt Braun, Karl Ludwig Ebel, Karl Müller. Ferner Ende September 1915 der Unterprimaner Fritz Geißler; Ende Oktober 1915 nach beſtandener Kriegs⸗ reifeprüfung der Oberprimaner Ludwig Katz; Weihnachten 1915 nach Erlangung der Reife für Oberſekunda und der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den Einjährig⸗Freiwilligen⸗Dienſt der Unterſekundaner Ludwig Todt; März 1916 der Oberſekundaner Andreas Hüter, ſowie nach be⸗ ſtandener Reifeprüfung die Oberprimaner Fritz Kräuter, Otto Ludwig, Willy Lollenfas Fritz Wenzel.
3. Der Krieg und die Schnule.
Selbſtverſtändlich wurden auch in dieſem Schuljahre die gewaltigen Ereigniſſe des Weltkriegs fortlaufend im Unterricht gewürdigt und vielfach zum Gegenſtand beſonderer Beſprechungen gemacht. Als Anfang Mai 1915 die glänzende Offenſive im Oſten mit dem Durchbruch der ruſſiſchen Dunajeclinie begann, wurde zur Feier dieſes verheißungsvollen Sieges der verbündeten deutſchen und öſterreichiſch⸗ungariſchen Truppen der Unterricht am 4. Mai von der zweiten Stunde an ausgeſetzt. Weitere ſchulfreie Tage waren der 4. Juni zur Feier der Wiedereroberung von Przemysl, der 23. Juni zu Ehren der Einnahme von Lemberg und der 11. Oktober wegen des Falles von Belgrad.
Die Wochenſchrift„Der Weltkrieg“, deren vollſtändiger Reingewinn bedürftigen Kindern im Felde ſtehender Männer zu Teil wird, wurde von 102 Angehörigen der Anſtalt gehalten..
Während der vom 13. bis 19. Juni 1915 anberaumten Kriegsbuchwoche lieferten unſere Schüler 580 Bücher und Hefte ab, die von uns an die Materialienabteilung des Roten Kreuzes in Darmſtadt weitergegeben wurden. Dem hieſigen Garniſonlazarett wurden 32 Bücher und Hefte überwieſen.


