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Es bedarf wohl keiner beſonderen Erwähnung, daß die gewaltigen Ereigniſſe dieſes Weltkrieges, die herrlichen Taten und das heldenmütige Ausharren unſerer Truppen in Oſt und Weſt, zu Waſſer und zu Lande, auch dauernd von der Schule gewürdigt und ent⸗ weder in den laufenden Gang des Unterrichts verflochten oder zum Gegenſtand beſonderer Be⸗ trachtungen gemacht wurden. Am 10. Oktober 1914 wurde zur Feier des Falls von Antwerpen der Unterricht um 9 Uhr geſchloſſen; desgl. am 18. Dezember 1914 wegen des kühnen, ge⸗ lungenen Vorſtoßes unſerer Flotte gegen die engliſche Küſte und der ſiegreichen Entſcheidung in Polen, bei der die heſſiſchen Regimenter ſich beſonders ausgezeichnet hatten; am 17. Februar 1915 fiel der Unterricht zur Feier des glänzenden Sieges in Maſuren und der Befreiung Oſt⸗ preußens aus. Jedesmal war vorher in kurzen, eindringlichen Worten auf die Bedeutung dieſer Ereigniſſe, ſoweit ſie ſich im Augenblick überſehen ließ, hingewieſen worden.
Während der Sommerferien hatte ſich eine größere Anzahl unſerer Schüler an den Erntearbeiten in der Umgebung von Gießen beteiligt.
Die Wochenſchrift„Der Weltkrieg“, deren vollſtändiger Reingewinn bedürftigen Kindern im Felde ſtehender Männer zu Teil wird, wird dauernd von 105 Angehörigen der Anſtalt gehalten.
Eine höchſt eifrige und lobenswerte Tätigkeit haben unſere Schüler entfaltet, um das für ſie erreichbare Goldgeld der Reichsbank zuzuführen. Durch unſere Vermittelung ſind in der Zeit vom 20. Februar bis 19. März 1915 48 635 M. Goldgeld an die Reichsbank abge⸗ führt worden; die Sammlung wird bis zum Schluſſe des Schuljahres fortgeſetzt werden. Zur Belohnung dieſes Eifers wurden am Vormittag des 25. Februar Klaſſenſpaziergänge gemacht und fiel am 15. März der Unterricht aus. Diejenigen beiden Schüler, die die größten Summen geſammelt hatten(UII Klotz 5000 M. und OlII Rockemer 4645 M.), wurden durch Prämien ausgezeichnet.
An den Veranſtaltungen, die der militäriſchen Vorbereitung der Jugend dienen, beteiligen ſich 37 Schüler der oberen und mittleren Klaſſen. Mittwoch abends von 8—10 Uhr iſt Inſtruktion, Sonntag nachmittags wird exerziert oder es finden millitäriſch geleitete Feld⸗
dienſtübungen ſtatt. 2. Geſundheitliches.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war, von vereinzelten Ausnahmen ab⸗ geſehen, durchweg gut.
Klaſſenſpaziergänge von 3— 4ſtündiger Dauer wurden vormittags am 20. Mai, 7. Oktober, 20. November 1914, 1. Februar(Eislauf) und 25. Februar 1915 unternommen. Der Tagesausflug fand am 30. Juni 1914 ſtatt; hierbei machte die Ol unter Führung des Herrn Prof. Dr. Schmoll, die Ulb unter Führung des Herrn Lehramtsaſſeſſors Dr. Knoellinger eine dreitägige Wanderung durch die Eifel; Ula ging unter Führung des Herrn Prof. Dr. Holtz⸗ mann zwei Tage nach Schlangenbad—Rüdesheim-Koblenz.
Wegen großer Hitze fiel die letzte Vormittagsſtunde und der Nachmittagsunterricht am 2., 3., 13., 14., 15. und 20. Juli 1914 aus.
Selbſtändige Schülervereine, die die Leibesübungen pflegen, beſtehen zur Zeit an unſerer Anſtalt nicht. Indeſſen gehören den Schülerabteilungen der im Jungdeutſchlandbund zuſammengeſchloſſenen Turn⸗ und Sportvereine, der Jugendwehr, ſowie anderen Schülerver⸗ einigungen, die Leibesübungen und Wanderſport treiben, insgeſamt 98 Schüler an, die ſich auf alle Klaſſen verteilen. Bei dem vom Jungdeutſchlandbund, Bezirk Gießen⸗Stadt, am 4. und 3. Juli 1914 veranſtalteten Waſſer⸗, Turn⸗ und Sportfeſt erhielten die Schüler des Realgym⸗ naſiums im 400 Meter⸗Stafettenlauf den 1. Preis. Ebenſo gewannen Wilhelm Michel Oll,


