Jahrgang 
1914
Einzelbild herunterladen

4

die mädchen haben den Unterricht mit den Unaben gemeinſam. Hier⸗ durch genießen ſie den Dorteil, ihre Fächer mit größerer Intenſität zu treiben, als es die Mädchenſchulpläne zulaſſen. Kndererſeits bleibt den Eltern die Mög⸗ lichkeit, ihre Cöchter bei beſonderer Begabung ohne neue Schwierigkeiten zum Realſchullehrplan übertreten zu laſſen. Im geſamten Unterricht der Mädchen ſteht an erſter Stelle dee RKückicht auf ihre Geſundheit. Schwächere linder, die auf öffentlichen Schulen aus gefundheitlichen Gründen von zahlreichen Unter⸗ richtsſtunden befreit werden mußten, und ſo körperlich zwar gewannen, aber in der geiſtigen Durchbildung teilweiſe unerſetzliche Verluſte erlitten, können hier in den kleinen Abteilungen und bei der dadurch möglichen geringen Stun⸗ denzahl(meiſtens 5, höchſtens 4 Stunden täglich) den vollen Unterricht ge⸗ nießen und körperlich trotzdem gedeihen.

Die in langjähriger Cehrtätigkeit auf pädagogiſchem und wiſſenſchaft⸗ lichem Gebiete geſammelten Erfahrungen des Leiters der kinſtalt, die Ein⸗ richtung von Arbeitsſtunden unter ſtrenger Aufſicht, ſowie die genaue Uennt⸗ nis des für die Prüfungen geforderten Quantums an Wiſſen ſind die Bedin⸗ gungen, die ſchnelle und dauernde Förderung des Schülers und einen Erfolg des Unterrichts gewährleiſten.

Durch meine Unterrichtsmethode, die den Schülern das zu Erlernende faßlich und klar macht, iſt es mir ſteis gelungen, meine Schüler ſchnell und wirbſam zu fördern. Ich habe bei jungen Leuten, ſelbſt in vorgerückterem lter, die, nur dürftig begabt und von ihren Cehrern faſt aufgegeben, die Cuſt zum Lernen verloren hatten, durch meine richtige Behandlung und Lehr⸗ methode Luſt und Liebe zum Lernen zu erwechen gewußt und dieſelben ſicher zu ihrem Fiele geführt. Eine anſehnliche Anzahl von ehemaligen Schülern verdankt mir ihre Erfolge auf der Schule und bei den Prüfungen. Bisher beſtanden etwa 9800 aller Prüflinge, teilweiſe mit bedeutendem 5eitgewinn.

mein ganz beſonderes Sireben war es bisher und wird es auch fernerhin ſein, in den Charakter meiner Föglinge einzudringen und bei jeder Gelegenheit auf denſelben einzuwirken. Ich war und bin meinen Schüllern nicht bloß der Lehrer, ſondern auch ein väterlicher Freund und ſteter Ratgeber.

Simtliche Lehrer der Anſtaltſind ſtaatich geprüſt und zu ihrer Cätigteit am pädagogium vom Gr. Miniſterium des Innern, Abt.ſ. Schulen, zugelaſſen.

Il. Das Schülerheim.

. mt dem Pädagogium iſt ein Schllerheim verbunden, in dem auswär⸗ tigen Schülern im Anſchluß an die Famille des Direktors ein angenehmes, die eigene Jamile möglicſt erſetendes Heim geſchaffen wird⸗) Das Schul⸗

*) Aud Schaler öffentliher, höherer Cehranſtalten inden aufmahme.