Jahrgang 
1913
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Menſchen. Napoleon in Rußland. Welche Dinge haben die Wiedergeburt Preußens aus der tiefen Zerrüttung in ſo kurzer Zeit ermöglicht? Das Meer, ein Band der Nationen und ein Träͤger der Kultur. Säß und ehrenvoll it der od fürs Vaierland. Mi welchem Recht Rann man Deutſchland das Herz Europas nennen? Das menſchliche Leben verglichen mit einem Strom. Die Treue im Nibelungenliede. Fleiß bringt Brot, Faulheit Not. Morgen⸗ ſtunde hai Gold im Munde. Wohl dem, dems nicht an reunden fehlt; weh dem, der zu ſehr auf ſie zählt. Drei Blicke tu zu deinem Glück: Schau aufwärts, vorwärts und zurück. Tuſt du was Gutes, wirf es ins Meer ſieht es der Fiſch nicht ſieht es der Herr. Luſt und Liebe ſind die Fittiche zu großen Taten. Der kluge Mann baut vor. Was du Gutes tuſt, ſchreibe in Sand; was du empfängſt, in Marmorwand. Siegfried. Reichtum der Jugend.

Das Feuer, ein Freund und Feind des Menſchen. Gewitter und Krieg. Zeppelin.

Auch in der Abiturientenabteilung wurde größtes Gewicht auf die Pflege des deutſchen Aufſatzes gelegt. Die Erfolge waren hier teilweiſe ſehr gute. Behandelt wurden folgende Themata:

Vom Vater hab' ich die Statur, des Lebens ernſtes Führen, nach Wahrheit und Dichtung. Ringe, deutſcher, nach römiſcher Kraft, nach griechiſcher Schönheit! Beides gelang dir; doch nie gelang dir der galliſche Sprung; Erfüll der erſte At in GoethesGötz von Verlichingen alle Anforderungen an eine Expoſttion? Die Vorteile der allgemeinen Heerepffich für den einzeinen und die Geſamtheit. Boeihes Götz und Schillers Wallenſtein, zwei Vernichter ihrer Heldenehre durch eigene Schuld. Lieber taub oder blind? Warum wir wandern. Das Walten der Gotiheit in Jphigenie. Der Einfluß des Gefühls und der Vernunft auf die Sitt⸗ lichkeit, nachgewieſen an den Perſonen von Goethes Iphigenie. Unſere Wanderung nach der Saalburg. Preußens Aufgabe in Deutſchland.

Wie im Deutſchen, ſo wurde auch faſt jede Woche in den übrigen Hauptfächern (Franzöſiſch, Engliſch, Mathematik) eine Klaſſenarbeit geſchrieben. Hier blieben die Reſultate, beſonders im Anfang, ſehr hinter den Erwartungen zurück, was wohl darauf zurückzuführen iſt, daß die meiſten Schüler von früher her wenig oder gar keine Ubung im Anfertigen ſchriftlicher Arbeiten hatten. Erſt allmählich trat eine Beſſerung ein, nachdem faſt täglich in den laufenden häuslichen Arbeiten größere Abſchnitte ſchriftlich behandeltwaren. Hinſichtlich der mündlichen Leiſtungen, die im allgemeinen befriedigten, iſt zu bemerken, daß ſämtliche Schüler eine ſehr ſchlechte Ausſprache des Franzöſiſchen mitbrachten. Daß der Franzoſe in der Haupt⸗ ſache nicht nur die einzelnen Wörter, ſondern ganze Satzgefüge auf der letzten Silbe betont, und daß dieſe Betonung dem Franzöſiſchen erſt den Akzent gibt, wußte eigentlich niemand. Hier den Schülern das Richtige beizubringen, war ſehr ſchwer, teilweiſe bis heute unmöglich.

In beiden Abteilungen wurde in 5 täglichen Unterrichtsſtunden, wozu noch 2 be⸗ aufſichtigte Arbeitsſtunden kamen, während des ganzen Jahres angeſtrengt ge⸗ arbeitet. Von Eramenserfolgen kann allerdings noch nicht berichtet werden, da die prüfungen vorausſichtlich erſt Ende März und im April, alſo lange nach der

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