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1. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Notverordnungen und Sparmaßnahmen haben auch unſeren Bericht über das nunmehr vergangene Schuljahr beeinflußt. Wir bitten deshalb um Nachſicht über die Beſchränkung ſowie die ungewohnte Kürze der nachſtehenden Mitteilungen.
Das Schuljahr 1931/32 begann am 21. April mit einem gemeinſamen Eröffnungsakt in der Turnhalle der Schule. Die Anſtalt hatte 23 Klaſſen mit zuſammen 615 Schülern. Es unterrichteten 36 ordentliche und 3 außerordentliche Lehrkräfte.
Der Lehrkörper.
Es ſchieden aus dem Lehrkörper aus: Studienrat Dr. Wilhelm Henß und Studien⸗ aſſeſſor Dr. Fritz Heichelheim zu Beginn des Schuljahres; Turnlehrer Rudolf Paul am 1. Oktober.
An unſere Schule wurden verſetzt: Studienrat Dr. Karl Glöckner und Studienaſſeſſor Dr. Heinrich Huth, beide mit Wirkung vom 1. Oktober.
Wegen Krankheit waren beurlaubt: Studienrat Dr. Wilhelm Schraub mit der Hälfte ſeiner Stunden von Oſtern bis zu den Sommerferien und Oberſtudienrat Profeſſor Michel von Weihnachten bis Oſtern. Erſterer wurde von Studienaſſeſſor Dr. Heichelheim, letzterer von dem Lehrkörper vertreten.
Ernennungen: Studienrat Wilhelm Größer zum planmäßigen Studienrat mit Wir⸗ kung vom 1. Juni, Studienaſſeſſor Dr. Heinrich Fuhr zum überplanmäßigen Studienrat vom 1. Juli ab.
Als Volontäraſſeſſoren waren bei uns beſchäftigt: die Studienaſſeſſoren Dr. Heichel⸗ heim und Dr. Vogt.
Der Lehrerwechſel im Herbſt machte verſchiedene Verſchiebungen in der Stunden⸗ verteilung notwendig.
Hart betroffen wurde die Schule durch den unerwarteten Tod des Oberreallehrers Heinrich Will. Noch friſch und arbeitsfreudig ging er in die Sommerferien, aus denen er nicht mehr an die Stätte ſeiner Wirkſamkeit zurückkehren ſollte. An den Folgen einer Opera⸗ tion iſt er am 25. Auguſt 1931 verſchieden. Am 21. Juni 1894 wurde der Verſtorbene an die damals vereinigten Schulen Realgymnaſium und Realſchule berufen. Seitdem hat er mit einer Unterbrechung von ſieben Jahren, die er am hieſigen Realgymnaſium tätig war, an unſrer Anſtalt ſegensreich gewirkt. Mit Recht konnte in dem Nachrufe für den Verewigten geſagt werden, daß ein Mann von uns gegangen iſt mit liebenswürdigem, hilfsbereitem Weſen, von edler Geſinnungsart und ſtrengem Gerechtigkeitsgefühl, ein Mann, der ſich durch ſeine vorbildliche Pflichtauffaſſung und größte Gewiſſenhaftigkeit ein bleibendes Andenken in den Herzen der Kollegen und Schüler geſchaffen hat. An dem Grabe legten der Unterzeichnete und ein Schüler Kränze nieder. Die Schule ehrte das Andenken des Ver⸗ ſtorbenen noch beſonders durch Ausſetzen des Unterrichts am Todestage ſowie durch eine Trauerfeier am 3. September.
Gedenktage und Feiern. Folgende Ereigniſſe wurden feſtlich begangen:
Schlußfeier der Reichsjugendwettkämpfe verbunden mit dem Jugendtag und einer Freiherr⸗vom⸗Stein⸗Gedenkfeier aller Gießener Schulen am 24. Juni in der Volkshalle
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