Jahrgang 
1927
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I. Zur Geſchichte unſrer Anſtalt.

Das Schuljahr 1926/27 begann Montag, den 20. April 1926. Die Schülerzahl betrug 761, die Zahl der Klaſſen 25. An ordentlichen Lehrkräften waren 36, an außerordent⸗ lichen 5 beſchäftigt. . Lehrkörper.

Innerhalb des ordentlichen Lehrkörpers ſind im Laufe des Schuljahres keine Anderungen eingetreten. Wie im vergangenen war der Reallehrer Hebermehl auch in dieſem Schul⸗ jahre mit 13 Zeichenſtunden am Nealgymnaſium beſchäftigt. Außerdem unterrichtete an der gleichen Anſtalt Reallehrer Paul in einer Anzahl von Turnſtunden; dafür übernahmen der Studienrat Dr. Heußel und der Oberreallehrer Will vom Realgymnaſium eine Anzahl Stunden an unſrer Anſtalt. An die Stelle des erkrankten katholiſchen Religions⸗ lehrers Kaplan Braunwarth trat an Oſtern Kaplan Schneider in Gießen.

Oberreallehrer Zieprecht war vom 20. April bis 1. Juli wegen Erkrankung beur⸗ laubt; ſeine Vertretung lag in den Händen des Studienaſſeſſors Dr. Gerhard am Real⸗ gymnaſium in Gießen.

Durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen vom 27. Mai 1926 wurde

der Studienaſſeſſor Studienrat Dr. Gebhardt zum Studienrat ernannt.

Studienrat Dr. Ludwig Gebhardt wurde in Langen, Kreis Offenbach, geboren. Nach dreijährigem Beſuch der Voltsſchule trat er Oſtern 1900 in die Sexta der Realſchule Langen und Oſtern 1906 in die Oberſekunda des Realgymnaſiums Darmſtadt ein. Oſtern 1909 erhielt er dort das Reifezeugnis. Er ſtudierte dann ab S. S. 1909 an den Aniverſitäten Gießen und Prag und hielt ſich während der Studienzeit 3 Monate in Frankreich auf. Im W. S. 1913/14 legte er an der Aniverſität Gießen die Doktorprüfung, im S. S. 1914 das Fakultätsexamen für Engliſch, Franzöſiſch und Deutſch ab. Von Auguſt 1914 bis Dezember 1918 war er im Felde. Nach der Entlaſſung aus dem Heeresdienſt begann er im Januar 1919 ſeine Vorbereitungszeit an der Oberrealſchule Gießen. Oſtern 1919 erhielt er an dieſer Anſtalt dienſtliche Verwendung. Oſtern 1920 wurde er zum Studienaſſeſſor und am 27. Mai 1926 zum Studienrat an der Oberrealſchule Gießen ernannt.

Durch Verfügung vom 1. Mai 1926 wurde der Reallehrer Klippel zum Oberreal⸗ lehrer ernannt. 1

Dem Studienaſſeſſor Größer wurde durch Verfügung vom 9. Oktober der Charakter als Studienrat erteilt.

Vom 1. Mai ab wurde Studienrat Dr. König, dem Lehraufträge für Grenz⸗ und Auslandsdeutſchtum ſowohl an der Anivperſität Gießen als auch an der Techniſchen Hoch⸗ ſchule in Darmſtadt erteilt wurden, zunächſt mit 5 Wochenſtunden, vom 1. Dezember ab mit 17 und vom 1. Januar ab mit 12 Wochenſtunden entlaſtet. In ſeine Vertretung teilten ſich der Studienreferendar Müßig vom Realgymnaſium in Gießen, der vom 1. Mai ab 5, vom 1. Dezember ab 13 und vom 1. Januar ab 8 Stunden, und der Studienaſſeſſor Dr. Grünewald von der Oberrealſchule in Butzbach, der vom 1. Dezember ab 4 Stunden für ihn unterrichtete.

Von Januar bis zum Schluſſe des Schuljahres übernahm der Studienaſſeſſor Dr. Flörke 7 Stunden wöchentlich am Realgymnaſium in Gießen. Er wurde dafür mit der gleichen Stundenzahl von unſeren Studienreferendaren Dr. Kaesberger und Wanſer entlaſtet.

Lehrerfortbildung.

An den beiden von Herrn Schulrat Denzer aus Darmſtadt geleiteten Kurſen für Handfertigkeitsunterricht, die im Juni 1926 in Gießen abgehalten wurden, nahmen 5 Lehrer unſrer Anſtalt teil; am erſten Studienaſſeſſor Dr. Fuhr und Studienreferendar Dr. Faber(Mitglied des pädagogiſchen Seminars) und am zweiten die Studienräte Schoen und Dr. Keßler und der Studienreferendar Dr. Stotz(Mitglied des pädago⸗ giſchen Seminars).