Jahrgang 
1926
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I. Zur Geſchichte unſerer Anſtalt.

Das Schuljahr 1925/26 begann Montag, den 21. April 1925. Die Schülerzahl betrug 776, die Zahl der Klaſſen 25. An ordentlichen Lehrkräften waren 36, an außer⸗ ordentlichen 5 beſchäftigt.

Lehrkörper.

Dem Studienrat Dr. Albert Chambré, der dem Lehrkörper der Schule ſeit dem 10. Mai 1920 angehört hatte, wurde zu Beginn des Schuljahres die Leitung der Real⸗ ſchule i. E. in Vilbel übertragen. An ſeine Stelle trat durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen vom 8. 3. 24 der Studienaſſeſſor Dr. Heinrich Fuhr. Er ging aus dem Pädagogiſchen Seminar unſerer Anſtalt hervor und leitete ſeither die höhere Bürgerſchule in Hungen, doch war er von Oſtern bis zu den Sommerferien 1924 ſchon einmal vertretungsweiſe bei uns tätig.

Infolge der Verſetzung des Kaplans Morſchel nach Mainz ging der katholiſche Religionsunterricht vom 10. Mai 1925 ab in die Hände des Kaplans Braunwarth über.

Vom 1. Mai bis 30. September 1925 war der Studienrat Dr. lic. Heinrich Adolph beurlaubt, um die Vertretung des emeritierten Profeſſors Dr. Meyer an der theologiſchen Fakultät der Landesuniverſität zu übernehmen. Er wurde durch den Pfarraſſiſtenten Adolf Wendel aus Worms vertreten.

Während des ganzen Schuljahres waren der Reallehrer Hebermehl mit 13 Zeichen⸗ ſtunden und der Reallehrer Klippel mit 7 Turnſtunden wöchentlich am Realgymnaſium beſchäftigt; dafür unterrichteten der Oberreallehrer Will und der Studienrat Dr. Wolke⸗ witz von dort in einer Reihe von Wochenſtunden an unſerer Schule. An die Stelle des letzteren trat nach den Sommerferien Studienrat Frank vom Realgymnaſium, der ſeither an der Realſchule und dem Realprogymnaſium in Laubach tätig war.

Studienrat Prof. Dr. Trapp war wegen Erkrankung vom 15. Juni bis zu den Sommerferien beurlaubt. Mit ſeiner Vertretung wurde Studienaſſeſſor Karl Roller am Lyzeum in Gießen betraut.

Durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungsweſen wurde der Studienrat Wilhelm Schmidt mit Wirkung vom 10. Auguſt 1925 an die Oberrealſchule i. E. zu Butzbach verſetzt. An ſeine Stelle trat durch Tauſch vom gleichen Tage an der Studien⸗ rat Adolf Clotz von der Oberrealſchule i. E. in Butzbach.

Studienrat Adolf Clotz wurde am 24. Juli 1886 in Altenſchlirf(Oberheſſen) geboren. Nach dem Beſuch der Volksſchule zu Wallertshauſen, der höheren Bürgerſchule zu Nidda, des Gymnaſiums zu Laubach und des Gymnaſiums zu Friedberg legte er an letzterer Anſtalt zu Oſtern 1906 die Reifeprüfung ab. Er bezog die Aniverſitäten zu Gießen, München und darnach wieder zu Gießen und beſtand im Sommer 1910 ſeine Fakultätsprüfung in Mathematik, Phyſik und Chemie. Es folgten darauf von Herbſt 1910 bis Herbſt 1911 das Seminarjahr an der Oberrealſchule in Mainz, von Herbſt 1911 bis Herbſt 1912 das Militärjahr als Einjähriger in Aſchaffenburg und von Herbſt 1912 bis Herbſt 1913 das Probejahr an der Auguſtinerſchule in Friedberg. on Herbſt 1913 bis Kriegsbeginn war Clotz als Lehrer an das evangeliſche Pädagogium in Godesberg a. Rh. beurlaubt und gehörte darnach bis Ende November 1918 dem Heere an. Von Januar 1919 war er an der Oberrealſchule in Gießen als Lehr⸗ amtsaſſeſſor tätig. Oſtern 1920 wurde er zum Studienrat an der Realſchule in Butzbach ernannt, von wo er im Auguſt 1925 an unſere Anſtalt berufen wurde.

Der Reallehrer Zieprecht wurde mit Wirkung vom 1. 10. 25 zum Oberreallehrer ernannt.