Jahrgang 
1942
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Aus der Geſchichte der Schule.

Das Schulj ahr 1941/42 war das 3. Kriegsj ahr. In gewaltigen Schlachten tobte der Völkerkampf weiter. Von wucht igen Schlägen getroffen ſank im Spätherbſt 41 der ruſſiſche Rieſe zu Boden, und es ſchien, als ob er ſich nicht wieder erheben könne. Ungewöhnl ich frucf bot ein nie dagewe⸗ ſener Eis⸗ und Schneewinter unſeren tapferen Soldaten Halt, Schnee und Kälte drohte alles Leben erſtarren zu laſſen. Gleichzeitig traten neue ruſſiſche Armeen an, griffen immer wicher verzweifelt die vorgeſchobenen deut ſchen Angriffskeile an und ſuchten die in Schnee und Eis erſtarrte deut ſche Front zu zermalmen. Doch ent ſcheidende Grfolge blieben dem Geg⸗ ner verſagt, Unſere braven Soldaten bildeten einen lebendigen Vall und ſchützten unter unſagbaren Opfern eines ſtillen Heldentums die HeimA Mit Beginndes Frühjahres ertönten wieder 213 Fanfaren und kündeten von großen Siegen. Im Norden und in der aerrs ſcheiterten alle feind⸗ lichen Angriffe, im Süden aber vurde die feindliche Front aufgeriſſen, der zähe Gegner geſchlagen und Hunderte von Kilometern zurückgejagt. Am Ende des Schulj ahres ſtehen unſere Heere vor Stalingrad, an der öOſt⸗ küſte des Schwar zen Meeres und auf den Gipfeln des Kaukaſus,Möge das erbitterte Ringen im neuen Schulj ahr ſein Ende finden!

Mit Befriedigung verzeichnen wir auch unſere Erfolge gegen England und Amerika. In Nordafrika trieben die Achſennächte ihren Geg⸗ ner über die libyſche Grenze und verfolgten ihn bis tief in ügypten hinein. Ein feindlicher Landungsverſuch an der franzöſiſchen Küſte bei Dieppe endete in ein paar Stunden nit der völligen Vernichtung der Landetruppen. Den Kanpf gegen die feindliche Verſorgungsſchiffahrt füh⸗ ren unſere tapferen See⸗und Lufthelden nit beſtem Erfolg weiter. Auch unſere beſten Pünſche begleiten ſie auf ihren vweiteren gefahrvollen

Fahrten. Alle Siegesnachr ichten erfüllten Lehrer und échüler nit ſtol⸗

zer Freude, und die ſchönſten Taten erhielten in einzelnen Stunden die gebührende VürdigungDoch auch manche Trauerkunde verſetzte die Schule in tiefen Schmerz. 27 Schüler, die ſeit 1933 das Reifezeugnis erhalten hat⸗ ten und nit friſchen Tatendrang ins Leben getreten waren, opferten ihr junges Leben. 9 von ihnen waren bei Ausbruch des Krieges noch Schüler der 7. und 8. Klaſſe. Sie werden für alle kommenden Gynnaſiaſten lebendige Vorbilder treuer Pflichterfüllung und wahrer Hingabe ſein.

Das gewaltige Geſchehen, das eine neue ſtaat lliche und geſellſchaft⸗ liche Ordnung der Velt zur Folge haben wird, beeinflußte naturgemäß die ſtille Schul arbeit. Und oft waren die Gedanken der Schüler mehr den Ta⸗ gesereigniſſen zugewandt als ihren Pflichten in der Schule. Doch dank der tatkräftigen Führung ihrer Lehrer erreichten faſt alle säschüler ihr Klaſ⸗

ſenziel. /