Jahrgang 
1931
Einzelbild herunterladen

5 Vorleſungen von Prof. Dr. Pitzen über die Grundlagen der Orthopädie und anſchließend einen praktiſchen Sonderturnunterricht von Turnlehrer König(AUniverſität Gießen).

Zur Ableiſtung ihres Probejahres waren der Anſtalt überwieſen die Studienreferendare Sauer und Dr. Vaubel von Oſtern, die Studienreferendare Dr. Keil und Dr. Schröder von Herbſt 1930 ab. Dr. Vaubel wurde mit Wirkung vom 16. Juni ab der hieſigen Studien⸗

anſtalt zur Aushilfeleiſtung bis Anfang der Sommerferien überwieſen. Nach Ablauf dieſes Auftrags ſetzte er mit Genehmigung des K. M. an der Studienanſtalt ſein Probejahr fort. Sauer wurde gleich am Anfang des Schuljahres zur Aushilfeleiſtung an das Ludwig⸗Georgs⸗ Gymnaſium zu Darmſtadt und dann vom 6. Auguſt ab an das Realgymnaſium zu Darmſtadt berufen, Anfang Novemder kehrte er an die Anſtalt zurück.

Das Pädagogiſche Seminar. Mitglieder des Seminars waren noch bis Herbſt 1930 die Studienreferendare Engel, Jochem, Schröder, Seiler. Da Oſtern 1930 Neueintritte nicht er⸗ folgten, konnte der Jahreskurs, ungeſtört durch Zukömmlinge im 2. Halbjahr, geſchloſſen zu Ende geführt werden. Herbſt 1930 traten dann die acht Studienreferendare Bardong, Bettermann, Fiſcher, Kallenbach, Nink, Walter, Weiß, Zeitz ein. Mit dieſen beſuchte der Direktor am 18. Februar 1931 einen Vortrag des Privatdozenten Dr. Herrmann im Phyſiologiſchen In⸗ ſtitut der Landesuniverſität überSprachſtörungen bei Schulkindern und ihre Behandlung. Auch an dieſer Stelle ſei für dieſen klar aufgebauten, durch ein hervorragendes Anſchauungsmaterial unterſtützten, für die Referendare wertvollſte Anregung und Belehrung enthaltenden Vortrag gedankt. Am Turnſeminar nahmen auch fünf Mitglieder des Pädagogiſchen Seminars der Stu⸗ dienanſtalt teil, die Studienreferendare Rudolf Mulch, Hans Joachim Hauß, Paul Zoll, Werner Zöller und Artur Szogs, am Geſchichtsſeminar die Studienreferendare Hans Joachim Hauß, Johannes Karl Rees. Studienreferendar Seiler wurde kurze Zeit vor Beendigung ſeines Seminarjahres (25. 8. 1930) zur Vertretung des Studienrats Bauder ans Wolfgang⸗Ernſt⸗Gymnaſium zu Bü⸗ dingen berufen, wo er ſich noch jetzt befindet. Studienrat Engel begab ſich zur Ableiſtung ſeines Probejahres an die Oberrealſchule zu Alsfeld, Jochem an das Gymnaſium zu Worms, Dr. Schröder verblieb, wie ſchon oben bemerkt, an der Anſtalt und übernahm gleichzeitig eine Aſſi⸗ ſtentenſtelle am Klaſſiſch⸗Philologiſchen Seminar der Landesuniverſität. Am 19. März beſtand Studienreferendar Sauer ſeine Staatsprüfung.

Geh. Schulrat Dr. Wilhelm Henſell.

Am 5. Auguſt 1930 verſchied nach kurzer Krankheit kurz nach Vollendung ſeines 76. Lebensjahres Geh. Schulrat Dr. Wilhelm Henſell, der von 19061921 das Land⸗ graf⸗Ludwigs⸗Gymnaſium leitete und nach reich geſegneter Amtstätigkeit hier im Nuheſtand lebte. In Verehrung und Dankbarkeit gedenkt ſeiner die Anſtalt als eines Leiters von un⸗ ermüdlicher Pflichttreue, hervorragender Amſicht, ungewöhnlichem praktiſchem Geſchick, als eines Meiſters in der Lehr⸗ und Erziehungskunſt. Die Lehrer hatten an ihm einen wohl⸗ wollenden Vorgeſetzten, einen treuen Berater und Freund. Seine Schüler verehrten ihn

als einen Lehrer von warmem Herzen, tiefem Wiſſen und ſeltener Lehrbefähigung. Allen, die ihn kannten, wird er unvergeßlich ſein als ein echter deutſcher Mann von vornehmer Geſinnung, vorbildlicher Treue, Zuverläſſigkeit, Stärke und Nächſtenliebe, als ein Vertreter wahrer Humanität und Männlichkeit, wie er ſie gelehrt. In Vertretung des in Arlaub abweſenden Direktors legte Oberſtudienrat Prof. Oßwald bei ſeiner Beiſetzung in Darm⸗ ſtadt am 8. Auguſt im Namen der Anſtalt nach ehrenden Abſchiedsworten einen Kranz zum Zeichen treuen und dankbaren Gedenkens am Grabe nieder.