Jahrgang 
1928
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einen bunten Abend, auf dem unſere UIII neuzeitliche Freiübungen vorführte. An der Auf⸗ führung des TheaterſtückesDas böſe Weib waren mehrere Schüler der Oberklaſſen beteiligt. Beide Darbietungen waren von Schulamtsanwärter Wilhelm Mohr eingeübt, der auch im Theaterſtück die Hauptrolle ſpielte.

3. Sammlungen. Eine beträchtliche Anzahl von Hindenburg⸗Wohlfahrts⸗ briefmarken wurden unter unſeren Schülern abgeſetzt. Auch an der Vertreibung von Loſen für die Künſtlernothilfe nahmen unſere Schüler eifrig teil. Als Dankesſpende für die vor⸗ jährige Teilnahme wurde der Anſtalt und dem Leiter dieſes Anterſtützungswerkes an unſere Schule, St.⸗R. Dr. Fiſcher, je eine Originalradierung zugeſendet.

Die Elternſchaft.

Eine Bewegung unter der Elternſchaft, die nach der Ruheſtandsverſetzung des Ober⸗ ſtudiendirektors Dr. Baur entſtand, führte zu einer Elternverſammlung, die am 19. Feb⸗ ruar 1927 in der Aula der Anſtalt zuſammentrat. Der Lehrkörper war in ihr nicht vertreten. Es wurde außer der Frage der Neubeſetzung der Direktorſtelle eine Reihe von ſonſtigen den Schulbetrieb betreffenden Fragen erörtert. Das Ergebnis war, daß eine Abordnung an das Landesbildungsamt entſandt wurde, um die Wünſche der Eltern vorzutragen. In einer zweiten Verſammlung am 21. März 1927, die von Aniverſitätsprofeſſor Dr. Roſenberg, dem gegenwärtigen Rektor der Landesuniverſität, geleitet wurde, zu der auch der inzwiſchen zum Direktor der Anſtalt ernannte Anterzeichnete, ſowie der Lehrkörper eingeladen war, wurde über die Anterredung im Landesbildungsamt berichtet, die Elternvereinigung endgültig begründet und als leitendes Organ der Vereinigung der Elternrat gewählt, der ſich aus folgenden Perſonen zuſammenſetzt: Prof. Dr. Noſenberg, Vorſitzender, Frau Dr. Kipper, Frau Negierungsbau⸗ meiſter Schön⸗Görz, Pfarrer Becker, Prof. Dr. Brüning, Molkereibeſitzer Grieb, Kaufmann Hammerſchlag, Landgerichtsrat Hirſch, Amtsgerichtsrat Neuroth.

Der Anterzeichnete hat den Zuſammenſchluß der Elternſchaft begrüßt. Wenn es die Eltern drängt, an dem Schulleben tätigen Anteil zu nehmen, ſo kann das der Schule nur von Nutzen ſein. Einer ſolchen Anteilnahme bedarf unter den höheren Lehranſtalten vor allem das humaniſtiſche Gymnaſium, das, ſo wertvoll auch das von ihm vermittelte Lehrgut iſt, doch nur in engeren Kreiſen die gebührende verſtändnisvolle Wertſchätzung findet und deshalb beſonderer Pflege bedarf. Die Zuſammenarbeit von Schule und Elternrat iſt denn auch im abgelaufenen Schuljahr recht erſprießlich geweſen. Die Wünſche und Anregungen, die uns von ſeiten des Elternrates übermittelt wurden, gaben Anlaß zu eingehenden Erörterungen im Lehrer⸗ rat und fanden, ſoweit irgendmöglich, Berückſichtigung. Sie betrafen die mannigfachſten Gegen⸗ ſtände: die ſchriftlichen Klaſſenarbeiten, die Schülervorträge, die Bewertung der mündlichen und ſchriftlichen Leiſtungen, die Weihnachtszeugniſſe, die Einführung des ſechsſtündigen Vormittags⸗ unterrichtes, die Schulausflüge, den Turnunterricht u. a. Die Elternſchaft ſetzt uns weiterhin dadurch, daß ſie uns freiwillig namhafte Geldmittel laufend zur Verfügung ſtellt, in den Stand, zum Vorteil der Schülerſchaft Aufwendungen zu machen, die aus dem recht eng bemeſſenen Etat der Anſtalt nicht gemacht werden können. Da die Schülerbüchereien ſtark in Rückſtand geraten ſind, wurden die von den Eltern geſtifteten Mittel zunächſt zu deren Neuaufbau ver⸗ wendet. Es konnte damit aber vorerſt nur ein Anfang gemacht werden. Es iſt weiter beabſichtigt, aus den von den Eltern zur Verfügung geſtellten Mitteln eine Hilfskaſſe zur Anterſtützung minder bemittelter Schüler zu gründen. Ein Grundſtock von 200 Mk. ſteht dafür ſchon