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Während die Pflüge ſich wenden von Jahr zu Jahr, Mit der Roſſe Stamm ſie furchend. 1. Gegenſtrophe. Flüchtiger Vögel leichte Schaar und wild ſchwärmendes Volk im Wald, Thier' auch, welche das Meer erzog, Fängt er liſtig umſtellend ein In netzgeſponnener Windung, Der vielerfahrne Menſch. Gewandt bezwingt er auch des Waldes Bergedurchwandelndes Wild und den mähnigen Nacken umſchirrt er dem Roß mit dem Joche rings, Auch dem unbezwungenen Bergſtier. 2. Strophe. Und das Wort und den luftigen Flug des Gedankens erlernt er, erſann Staatenordnende Satzungen, weiß Dem ungaſtlichen Froſte des Reifs Und Zeus Regenpfeilen zu entfliehn. Ueberall weiß er Rath; Rathlos trifft ihn nie das Künftige. Nur nicht den Tod Ward zu fliehen ihm vergönnt, doch ſchwere Krankheit bannt er durch Sichre Heilung. 2. Gegenſtrophe. Zu Erfindungen liſtiger Kunſt wohl über Verhoffen gewandt Neigt bald er zum Argen, zum Guten hin, Achtet hoch der Heimath Geſetz, Der Götter ſchwurheilig Recht. Segen der Stadt! Aber zum Fluch Lebt ihr, wer geſellt dem Laſter voll Trotz ſich bläht. Nicht an meinen Heerd gelange, noch in meinen Rath Solch ein Frevler.
13) Moritz Klingelhöffer aus Gießen, Schüler der dritten Claſſe: die Werbung, von Lenau.
14) Carl Otto aus Gießen, Schüler der vierten Claſſe: die Schlacht bei den Pyramiden, von Gaudy.
15) Rudolf Gaul aus Oberbreidenbach, Schüler der erſten Claſſe: über das Studium der Geſchichte, ſelbſt ausgearbeiteter deutſcher Vortrag.
16) Alfred Koch aus Gießen, Schüler der fünften Claſſe: der Fleiſcher von Conſtanz, von Schwab.
17) Ernſt Biſchoff aus Gießen, Schüler der ſechsten Claſſe: das Mäuslein, von Güll.
18) Recitativ und Baßarie aus Haydn's Schöpfung, geſungen von Friedrich Kraft.


