Jahrgang 
1841
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In der Organiſation des Gymnaſtums und in dem an demſelben angeſtellten Perſonal iſt in dem abgelaufenen Schuljahre keine Veränderung vorgenommen worden.

Es ſei uns vergönnt, hier eines Dahingeſchiedenen in Liebe zu gedenken, der früher an unſerm Gymnaſtum wirkte und auch nach ſeiner Entfernung von demſelben durch freundſchaft⸗ liche Verhältniſſe und durch gleiche, das Gymnaſium häuſig berührende Thätigkeit in mannig⸗ fachen Beziehungen zu uns ſtand. Am 31. Januar d. J. ſtarb dahier im 43. Lebensjahre Dr. Carl Heinrich Wilhelm Völcker, penſionirter Gymnaſiallehrer und Vorſteher einer Privatlehranſtalt. Derſelbe wurde geboren am 21. Juli 1798 zu Lich, wo ſein Vater Stiftsprediger war. Den erſten Unterricht erhielt er in der Stiftsſchule ſeiner Vaterſtadt und beſuchte darauf das hieſige Gymnaſium, von welchem eer nach vorzüglich beſtandner Maturi⸗ tätsprüfung im Herbſt 1815 entlaſſen wurde, um ſich auf der hieſigen Univerſität dem Stu⸗ dium der Theologie und Philologie zu widmen. Nach vollendeten Studien wurde er im Jahr 1818 unter die Zahl der Predigtamtscandidgten der Provinz Oberheſſen aufgenommen und erhielt bald nachher auch von der hieſigen Univerſität die philoſophiſche Doctorwürde. Schon am 18. Juni 1818 war Völcker als Vicarius für die Verwaltung einer erledigten Lehrſtelle am hieſigen Gymnaſtum angenommen worden und am 31. October deſſelben Jahres wurde er deſinitiv zum Collaborator an dieſer Anſtalt ernannt, an welcher er durch mehrfache nach und nach erfolgte Veränderungen bis zur 3. Lehrſtelle aufrückte. Leider war es unſerm ent⸗ ſchlafnen Freunde nur wenige Jahre vergönnt, mit der ſeiner Gewiſſenhaftigkeit und ſeinem Eifer entſprechenden Rüſtigkeit in ſeinem Berufe thätig zu ſein. Nachdem er ungefähr 6 Jahre in voller Jugendkraft an unſerm Gymnaſtum erfolgreich gewirkt hatte, zeigten ſich die erſten Spuren eines Lungenübels, deſſen Fortſchritte zwar durch die Kunſt der Aerzte, durch die Willenskraft, mit welcher der Verſtorbne die ihm gegebnen düätetiſchen Vorſchriften auf das genaueſte beobachtete, und durch die liebende Sorgfalt der Seinigen aufgehalten wurden, das aber ſeine amtliche Thätigkeit häufig ſtörte, ihm die letzten 16 Jahre ſeines Lebens trübte und ihn endlich nach langen mit bewundernswürdiger Standhaftigkeit getragnen Leiden zu Anfang dieſes Jahres hinwegnahm. Am 11. März 1831 war Völcker's Verſetzung in den Ruheſtand erfolgt. Allein dem thätigen Manne war der Gedanke unerträglich, ſeine fernere Lebenszeit in nutzloſer Ruhe hinzubringen; er begründete daher, als ſich ſeine Geſundheitsumſtände einige