— 8—
Eine Gruppe junger Deutsch-Oesterreicher aus Kärnten besuchte am 20. August 1925 auch unser Städtchen. Bei der Begrüssung beteiligten sich unsere Schüler, die auch für die Unterbringung der deutschen Brüder und Schwe- stern gesorgt hatten. An dem begeisternden Spiele der Kärntner am Nachmittage nahm unsere Schule geschlossen teil. Das Interesse für die deutsche Sache im Auslande erfuhr dadurch eine grosse Förderung.
Herr Ministerialrat Dr. Dorfeld beehrte die Schule am 22. September 1925 mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in allen Klassen bei.
Vom 12. bis 24. Oktober 1925 nahm Herr Studienassessor Dr. Sassmannshausen an einem mathematischen Fortbildungskursus in Darmstadt teil. Die Vertretung hatten die Amtsgenossen übernommen.
In der Woche vom 12. bis 17. Oktober war die Flandarbeitslehrerin Frl. Herrmann zu ihrer Erholung beurlaubt.
Unsere Schule beteiligte sich dieses Jahr zum erstenmal an den Reichsjugendwettkämpfen. Sie fanden am 10. September 1925 statt. Drei Schüler(Fr. Herweck U II, Valt. Hartmann U IIIz und Jak. Schmidt U IIIa) erhiel- ten die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten, 6 Schüler(Martin Wegerle OII, Jos. Degen OIII, Otto Kleinböhl UIII., Joh. Hartmann U IIIz, Heinrich Landgraf UIIl und Heinz Zimmermann UIIIz) die vom deutschen Reichs- ausschuss gestiftete Ehrenurkunde. Die Urkunden wurden bei der Weihnachtsfeier den Siegern überreicht.
In dankenswerter Weise gestattete die Direktion der hiiesigen Zuckerfabrik am 17. November 1925 unserer O II und UII die Besichtigung ihres Betriebes. Unter der Aufsicht der Fachlehrer für Naturwissenschaft und unter der Führung eines Betriebsleiters erhielten die Schüler einen Einblick in einen wichtigen Zweig der Industrie.-
Nach den Weihnachtsferien konnte Herr Studienassessor L. Schlosser krankheitshalber seinen Dienst nicht an- treten. Auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses musste er bis zum Ende des Schuljahres beurlaubt werden. Mit seiner Vertretung wurde durch Verfügung des Landesamtes für das Bildungswesen Herr Studienassessor Friedrich Quack von Stockstadt, seitner an der Aufbauschule in Bensheim, vom 16. Januar 1926 ab, beauftragt. Am 12. Februar 1926 besuchten die Schüler die Filmvorführung Wilhelm Tell.»
Auch in diesem Jahre wurden auf den Jägeräckern« Funde aus der Römerzeit gemacht. Sämtliche Fundstücke (u. a. ein Messer mit kurzer, breiter Klinge, ein gut erhaltener Topf mit Ausguss, ein Legionsziegel mit Stempel, Scherben von Sigillatagefässen) wurden der Realschule als Anschauungsmittel für den Unterricht in Heimat- und Kul- turgeschichte überwiesen.
Die Schule hat sich an der Zeppelin-Eckenerspende und an der Sammlung für. ein Krüppelheim beteiligt. Die erstere brachte 25 RM., die letztere 36 RM. ein. Ebenso haben unsere Schüler für 16,20 RM. Wohlfahrtsbriefmarken der deutschen Nothilfe erworben. Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen war, abgesehen von vorü- bergehenden Erkältungskrankheiten, im allgemeinen gut. Zwei Schülerinnen mussten längere Zeit wegen Erkrankung der Atmungsorgane beurlaubt werden. Ein Schüler wurde nach ärztl. Untersuchung einige Wochen in ein Erholungs- heim nach Neckarsteinach geschickt. Ebenso musste ein anderer Schüler auf Grund eines ärztl. Zeugnisses für 3 Monate in einem Krankenhaus in Hirschhorn untergebracht werden. Schulärztliche Untersuchungen fanden in Laufe dieses Schuljahres nicht statt.—
Von der Buchhilfe wurde noch in mehreren Fällen Gebrauch gemacht.
Der Unterricht in der letzten Vormittagsstunde, bezw. nachmittags fiel wegen Fitze aus am 8. 9. 10. und 12. Juni und am 10. August 1925.
Frau Dr. Mayrhofer⸗Biblis stiftete für ansere Schulsammlung eine römische Urne. Auch an dieser Stelle sei für die Gabe gedankt.
Schulfeierlichkeiten.
Das Jugendfest wurde am 24. Juni gefeiert. Wegen schlechter Witterung musste es in der Hauptsache in der Turnhalle abgehalten werden. Herr Studienrat Bischoff sprach zu den Schülern von der Not am Rhein. Der erste Teil des Festes stand im Zeichen der Rheinlandfeier. Im zweiten Teile kam die kindliche Fröhlichkeit zu ihrem Rechte. Herr Rudolf Dofflein jun, hatte in dankenswerter Weise die unserer Jugend so sehr willkommenen Festbrezeln gestiftet. Als eine Fortsetzung des Festes war die am darauffolgenden Sonntag, den 27. Juni 1925, in unserer Turn- halle abgehaltene Rheinlandjahrtausendfeier gedacht. Sie war aus weiten Kreisen der Bevölkerung gut besucht. Unser Lehrerorchester sowie det hiesige Gesangverein Sängerlust⸗ hatten sich in den Dienst der Sache gestellt.


