Jahrgang 
1929
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12 kleinen Veranstaltung an die Offentlichkeit, bei der Studienrat Dr. Keller, Wiesbaden die Ein- drücke von seiner Südtirol-Fahrt schilderte. Gegen Ende des Schuljahres legte Studienrat Kops das Protektorat nieder, das von Studienrat Nabe, der längere Zeit an der deutschen Schule in Rio de Janeiro tätig war, übernommen wurde. Der bisherige Obmann übertrug die Leitung der Schulgruppe dem Unterprimaner Rittgen. Es gehören ihr z. Zt. 122 Schüler(etwa 60%) an.

Die Schülergruppe Neudeutschland, die unter der geistlichen Führung des Studien- rats Engel steht, wurde vom Sekundaner Jobst geleitet. Sie zählte 20 Mitglieder aus den Klassen IVV UI. Durch systematische Gruppenarbeit, Hleimabende, Spielnachmittage und Wanderungen suchen sie dem neudeutschen Lebensideal gerecht zu werden. In den Osterferien durchwanderte die Obergruppe den Taunus und das Lahntal, während die Knappen eine drei- tägige Fahrt durch den flunsrück unternahmen. In den Pfingstferien wurde in Bornhofen an einer Tagung des Bundes teilgenommen, der sich dort zu ernster Arbeit versammelt hatte. Ein feines Zeltlager bei Schloßborn im Taunus trug zur Förderung des Gemeinschaftslebens der Gruppe in großem Mabße bei. Odenwald und Neckartal waren das Ziel in den flerbstferien. Von öffentlichen Veranstaltungen wurde während des verflossenen Jahres abgesehen, dafür aber besondere Aufmerksamkeit innerer Gruppenarbeit zugewandt.

3. Wanderungen.

Bei den monatlichen Wandertagen wurden in der Regel die nähere und weitere Um- gebung des Schulorts durchstreift, Museumsbesuche, Besichtigungen industrieller Betriebe und älterer Kulturdenkmäler des öfteren mit den Wanderungen in Verbindung gebracht und Baden, Rodeln oder Eislaufen bei entsprechender Witterung besonders gepflegt.

Eine Wanderung größeren Stils wurde während der Pfingstferien unternommen. Ober- schullehrer Berz führte eine Gruppe von 12 Schülern der Oberklassen in das Salzkammergut (Pfingsttagung des V. D. A. in Gmunden). fuhr mit ihnen durch die herrliche Wachau die Donau abwärts bis Wien, machte sie mit den Sehenswürdigkeiten der österreichischen flauptstadt bekannt und streifte auf der Rückreise durch die Tschechoslowakei die Städte Prag und Eger, ferner Nürnberg, Würzburg und Aschaffenburg. Die Fahrt wurde unter verhältnismäßig geringem Kostenaufwand ohne jeden Zuschuß durchgeführt und mit Ersparnissen der Schüler finanziert.

Während der fferbstferien wurde einer kleinen Schülergruppe durch freundliches Entgegen- kommen der Carl v. Weinberg-Mittelschule in Frankfurt a. M.-Schwanheim ein zehntägiger Aufenthalt in deren Landheim Burg Breuberg im Odenwald ermöglicht, der denRheingauer Gästen zu einem feinen Erlebnis wurde. Der Leitung der C. v. Weinberg-Mittelschule sei an dieser Stelle für ihr Wohlwollen gedankt.

4. a) Gesundheitliches.

Der Gesundheitszustand war namentlich im Winterhalbjahre weniger günstig. Die im letzten Vierteljahr herrschende Grippe brachte zwar in den Klassen zeitweise große Lücken; doch war ein Aussetzen des ÜUnterrichts nicht erforderlich. Auch die außerordentlich starke Kälte nötigte nur einmal zum Ausfall einiger Stunden.

b) Todesfälle. Die Schule hatte in diesem Jahre wieder den Verlust eines braven Schülers zu beklagen. Der Untersekundaner Wilhelm Burgunder verunglückte am 24. Januar beim Rodeln in seinem fleimatorte Rüdesheim und starb noch am selben Tage. Seine Lehrer und Mitschüler gaben ihm das letzte Geleite.