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6. Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 12. April mit der Aufnahmeprüfung neu angemeldeter Schüler. Am folgenden Tag nahm nach feierlichem Gottesdienst für die beiden Konfessionen der regel- mäbige Unterricht seinen Anfang.
Des Verfassungstages konnte erst nach den Sommerferien in entsprechender Weise gedacht werden. Am 5 Juni 1926 wurde der 100. Todestag C. M. v. Webers in würdiger Weise gefeiert. Am 17. Juni 1926 nahm die Schule an den Preubenspielen in Biebrich teil. Am 3. Juli 1926 veranstaltete der Schülerturnverein einen Elternabend. Am 17. September 1926 hatte die Schul- gruppe des V. D. A. eine Steierer V. D. A.-Gruppe als Gast, die einen Volkskunstabend in Steierer Art veranstaltete. Die Turnreifeprüfung in den volkstümlichen Übungen fand am 18. September 1926 statt. Im Anschluß an diese wurden die Reichsjugendwettkämpfe ausgetragen. Am 26. Januar 1927 besuchte der Dezernent der Anstalt, Hlerr Geh. Regierungs- und Oberschul- rat Dr. Gerstenberg, die Anstalt und wohnte dem ÜUnterricht einiger Lehrer bei. Anläßlich der Werbewoche des Vereins für das Deutschtum im Auslande hielt fierr Zetsche am 3. Febr. 1927 einen Werbevortrag, der von gutem Erfolge gekrönt war. Am 17. Februar 1927 wurde des 100. Todestages Pestalozzis in entsprechender Weise gedacht. Die Frühjahrsturnreifeprüfung fand am 25. Februar 1927 unter dem Vorsitz des Direktors statt. Am 24. März 1927 bestanden unter dem Vorsitz des fierrn Geh. Regierungs- und Oberschulrats Dr. Gerstenberg 7 Abiturienten die Reifeprüfung, darunter zwei mit der Note„gut“. Die Schlußprüfung der letzten Realschüler er- folgte am 24. März 1927 und hatte ebenfalls ein günstiges Ergebnis. Am 26. März 1927 wurde in feierlicher Weise der Wiederkehr des 100. Todestages L. van Beethovens gedacht und mit dieser Feier die Entlassung der Abiturienten verbunden.
7. Die wichtigsten Erlasse und Verfügungen.
1. Ministerialerlaß vom 4 XI. 1926: Die Schüler sind erneut auf die Folgen aufmerksam zu machen, die leichtsinnige Anschläge auf Eisenbahnzüge nach sich ziehen können.
2. Ministerialerlaß vom 10. XI. 1926: Der Schülerhandschrift soll bezüglich ihrer Schönheit und Sauberkeit größere Bedeutung beigelegt werden.
3. Ministerialerlaß vom 15. XI. 1926: Die Studienstiftung des Deutschen Volkes(Dresden) ermöglicht besonders begabten Abiturienten im Bedürftigkeitsfalle das Studium.
4. Ministerialerlaß vom 18. l. 1927 betr. die Eröffnung der Pädagogischen Akademie in Frankfurt a. Main: Am 3. Mai 1927 werden in die staatlichen Pädagogischen Akademien je 50 Studierende neu aufgenommen, und zwar in Elbing zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer, in Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und Lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer. Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter gewissen Voraussetzungen können Stipendien gewährt werden. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien erhältlich. Aufnahmegesuche sind bis spätestens zum 15. März 1927 an die Akademiedirektoren unmittelbar zu richten. Der Meldung sind beizufügen: 1. ein Lebenslauf, 2. eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunklassigen höheren Lehranstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltsleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über das voraussichtliche Bestehen


