Jahrgang 
1927
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f) Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.

1. Kunst- und Zeichen-Unterricht.

VI u. V: Schulung des Vorstellungsvermögens durch Vorstellungsdiktate. Stoffgebiet: Nähere Umgebung des Kindes, MNärchen, Lesebuch. Es wird nicht von der Schwarz- Weißdarstellung, sondern vom farbigen Erlebnis ausgegangen.

IV: Wiedergabe von Erinnerungen und Naturbeobachtungen. Figürliche, landschaftliche oder pflanzliche Motive. Farbspiele.

U III u. OIII: Begriff des Raumes und der Fläche. Übungen im Flächengliedern(farbig und schwarz-weiß). Stoffgebiet für visuelle Gedächtnisübungen: Sport, Technik, Lektüre.

U II: Visuelle Konzentrationsübungen, Arbeiten nach der Natur. Abstraktes Ornament, Pflanzen und Blumen im Sommer. Kunstbetrachtung: Moderne Keramik und Stoffe älterer Kunst.

O II: Abstraktes Schwarz-Weibornament, Flächengliederung und sachliche Graphik. Linol- und Scherenschnitte. Malen von Blumen nach der Natur. Kunstbetrachtung: Primitive Kunst. Vasenbilder der modernen Graphik. Holzschnitt. Dürer, Holbein u. a.

Ul u. OI: LZeichnen in der Natur. Malen von Naturformen, Farbspiel und Plakat. Bildliche Wiedergabe von Bewegungseindrücken. Kunstbetrachtung: Impressionismus, Ex- pressionismus, altchristliche und frühromanische Kunst.

2. Musik.

Es bestanden 4 Musikabteilungen mit wöchentlich 8 Unterrichtsstunden. Die Klassen V und VI hatten je 2 Wochenstunden Gesangunterricht. Die Schüler der oberen Klassen verteilten sich auf 2 Chorgruppen. Da der Chorgesang der ungünstigen Raumverhältnisse wegen in den Nachmittagsstunden erteilt werden mußte, wurde den Befreiungsgesuchen weit entfernt wohnender Schüler nach Möglichkeit stattgegeben, sodaß die Zahl der Befreiungen auch in diesem Jahre noch reichlich hoch scheint. Die Chorgruppen trugen zur Verherrlichung der Schulfeiern bei. Im Mittelpunkt des gesamten Musikunterrichts stand die Pflege des echten Volksliedes im Sinne der Musikerneuerer Jöde und fiensel. Mit dem Üben und Erlernen der Gesänge wurden musikwissenschaftliche und musikgeschichtliche Belehrungen verknüpft, deren besondere Ver- tiefung sich durch öfteren Besuch der Oper ermöglichen ließ. Der Intendantur des Staatstheaters in Wiesbaden sei auch an dieser Stelle für ihr freundliches Entgegenkommen nochmals gedankt. Der bereits im Vorjahre geäußerte Wunsch zwecks Bildung eines Schülerorchesters erfüllte sich in diesem Jahre. Es wäre jedoch erfreulich, wenn sich unsere Schüler neben dem zu- nehmenden Interesse am Violin- und Klavierspiel auch für das Erlernen anderer Instrumente (Viola, Violoncello, Laute, Flöte, Klarinette, Hlorn, Orgel u. ä.) begeistern könnten.

3. Leibesübungen.

Obgleich für den Turnbetrieb durch freundliches Entgegenkommen die Volksschul- turnhalle und die Spielplätze der hiesigen Leibesübungen treibenden Vereine zur Verfügung standen, hatte der Unterricht in den Leibesübungen stark unter dem ständigen Umherziehen der Schüler zu leiden. Während des ganzen Jahres wurde in 7 Abteilungen geturnt. Jede Klasse die drei oberen zusammengenommen hatte wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. Im Sommerhalbjahr wurden vor allem die volkstümlichen Übungen des Laufens, Werfens und Springens geübt, im Winterhalbjahr tüchtig an den Geräten geturnt. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem 2. Zt. wieder auflebenden Bodenturnen zugewandt. Gehübungen in Verbindung mit