Jahrgang 
1910
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II. Aus den Erlassen und Verfügungen.

1. Gassel, den 29. April 1909. Es steht den Direktoren frei, auch ehemaligen Schülern der von ihnen geleiteten Anstalten auf Antrag, wie bisher, Unbescholtenheits- zeugnisse zu erteilen.

2. Berlin, den 2. Dezember 1909. Zur Förderung der Wehrkraft in der Jugend und zur Erhaltung gesunden militärischen Sinnes sollen Militär-Uebungsplätze und Militär- Schwimmschulen soweit möglich den Schulen zugängig sein zur Pflege der Volksspiele, des Turnens, des Schwimmens und des Sports. Bei Paraden, Manövern und sonstigen Uebungen sind Schulen möglichst als Zuschauer zuzulassen und durch besonders geeignete Persönlich- keiten zu führen.

3. Cassel, den 19. Januar 1910. Als Geschenk Seiner Majestät für einen würdigen Schüler der oberen Klassen wird der Anstalt ein ExemplarBohrdt, Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild überwiesen.

l. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Schulanfang. Am 19. April begann das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienst und der Versammlung der Lehrer und Schüler im Zeichensaale. Am Tage vorher hatte bereits die Aufnahmeprüfung stattgefunden. Die Schülerzahl betrug 177, darunter 21 La- teiner(9 in IV, 5 in V, 7 in VI).

2. Lehrerkollegium. Am Schluss des Schuljahres verliessen uns Herr Hoffmann. der eine Oberlehrerstelle in Altenessen übernahm, und Herr Kaplan Dr. Rauch. Mit Beginn des neuen Schuljahres traten neu in das Lehrerkollegium ein: Herr Schreiner¹), um sein Probejahr zu beenden und die etatsmässige Hilfslehrerstelle wahrzunehmen; Herr Kaplan Meurer, um an Stelle des Herrn Kaplan Dr. Rauch einen Teil des katholischen Religions- unterrichtes zu erteilen.

3. Schüler. Leider haben wir den Tod zweier lieben Schüler zu beklagen, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten. Am 29. Oktober 1909 starb nach kurzem, heftigem Leiden der Sextaner Erich Karl Gross aus Rüdesheim, und am 24. Februar 1910 verschied, ebenfalls von tückischer Krankheit schnell und unerwartet dahingerafft, der Tertianer Theo- dor Weiss aus Rüdesheim. Mit wehmütigem Herzen gaben wir den verstorbenen Schul- kameraden das Abschiedsgeleite zur letzten Ruhestätte. Sie ruhen in Frieden.

¹) Johannes Schreiner, geboren am 25. April 1880 zu Oberrod(Westerwald), katholisch, studierte von Ostern 1901 bis Ostern 1900 in Strassburg und Caen in der Normandie neuere Philologie und bestand am 26. Mai 1900 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Während des Seminarjahres war er an dem Gymnasium in Fulda und an der Oberrealschule in Schmalkalden tätig. Von Oktober 1007 bis Oktober 1008 genügte er seiner militärischen Pflicht zu Strassburg i. E. Das Probejahr leistete er an der Oberrealschule

zu Fulda und an der Realschule zu Geisenheim vom Herbst 1008 bis Herbst 1209 ab. An der letztgenannten Anstalt war er bis Ostern 1910 als wissenschaftlicher filfslehrer tätig.