Jahrgang 
1896
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17 17. Miniſterialerlaß, mitgeteilt am 25. November 1895, daß der nächſte neuſprachliche Ferienkurſus vom 2. bis 12. Januar 1896 in Köln ſtattfindet.(Der Direktor beteiligte ſich an dem Kurſus.). 18. Miniſterialerlaß, mitgeteilt am 2. Dezember 1895, betreffend eine Schulfeier am 18. Januar 1896, dem Gedenktage der Proklamierung des deutſchen Reiches.

III. Ghronili der Schule.

1. Eröffnung des Schuljahres. Am 23. April 1895 begann das Schuljahr mit Gottesdienſt, worauf die Mitteilung der Schulgeſetze und die Konſtituierung der Klaſſen erfolgte. Die Aufnahme⸗ prüfung der neuen Schüler hatte bereits am Tage vorher ſtattgefunden. Die Organiſation der An⸗ ſtalt erfuhr inſofern eine Änderung, als die Realſchule(mit lateiniſchem Nebenunterrichte für die drei unteren Klaſſen) ihren dritten Jahreskurſus eröffnete, ſo daß von dem Realprogymnaſium während des abgelaufenen Schuljahres nur noch die oberen Klaſſen beſtanden. Bemerkt ſei, daß in der Quarta 35 Real⸗ und 5 Lateinſchüler, in der Quinta 25 Real⸗ und 8 Lateinſchüler, in der Sexta 26 Real⸗ und 8 Lateinſchüler waren.

2. Ruratorium.(S. S. 2.) Ein überaus ſchmerzlicher Verluſt traf uns durch den nach nur kurzer Krankheit am 31. Dezember 1895 erfolgten Tod des Vertreters des Rheingaukreiſes im Kuratorium, Herrn Dr. med. Caſter in Winkel, der ſtets in allen Fragen der Organiſation ſein reiches Können in hervorragender Weiſe zum Segen der Anſtalt verwertet hatte. Die Schule wird die großen Verdienſte des Verblichenen nicht vergeſſen und ſein Andenken in Ehren halten. R. J. P.

Es fanden fünf Sitzungen ſtatt. Der Haushaltsplan ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit 32 373 M. ab.

3. Lehrerkollegium. Am Schluſſe des Schuljahres 1894/95 waren ausgetreten die Herren Dr. Steininger und Veith, erſterer um an der Realſchule zu Halberſtadt, letzterer um an dem Real⸗ gymnaſium zu Caſſel eine Hülfslehrerſtelle zu übernehmen.

Berufen wurde von der Muſterſchule zu Frankfurt a. M. als Oberlehrer Herr Dr. Siele, der über ſeinen Lebenslauf folgende Mitteilungen gemacht hat.

Karl Siele, geboren am 14. Auguſt 1836 zu Croſſen a. d. Elſter(Provenz Sachſen), evan⸗ geliſch⸗lutheriſchen Bekenntniſſes, erhielt ſeine Vorbildung auf dem Herzoglichen Gymnaſium zu Eiſenburg (Sachſen-Altenburg), welches er Oſtern 1883 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um ſich alsdann auf den Univerſitäten Leipzig und Marburg dem Studium der neueren Sprachen zu widmen. Vom 1. April 1886 bis dahin 1887 erfüllte er ſeine militäriſche Dienſtpflicht im Kgl. Sächſiſchen Infanterie⸗Reginent Nr. 107(Prinz Johann Georg) zu Leipzig. Vom Sommer 1889 bis zum Frühjahr 1890 war ſein Aufenthalt Studien halber in London und Paris. Nach Erlangung der philoſophiſchen Doktorwürde am 15. Juni 1891 in Marburg legte er ebenda am 28. Oktober 1892 die Staatsprüfung ab. Seine prak⸗ tiſche Ausbildung erhielt er an der mit dem Kgl. Gymnaſium zu Weilburg verbundenen Seminaranſtalt und im Probejahre an der Realſchule zu Bockenheim und der Muſterſchule(Realgymnaſium) zu Frank⸗ furt a. M. Von Herbſt 1894 war er an letzterer Anſtalt als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer thätig, bis Oſtern 1895 ſeine Berufung als Oberlehrer in ſeine jetzige Stellung erfolgte.

Im Druck iſt von ihm erſchienen: Ueber die ChansonGuibert d'Andrenas. Klaſſifikation der

Handſchriften, Analyſe und Quellenunterſuchung. Marburg 1891.

Als Hülfslehrer wurde uns zu Oſtern 1895 überwieſen Herr Moritz Pohl(von der Ober⸗

realſchule zu Caſſel), der gleichzeitig die zweite Hälfte ſeines Probejahres an der Anſtalt ablegte.