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lateiniſchem Nebenunterricht) in das zweite Jahr ihres Beſtehens eintrat, ſodaß von dem Realpro⸗ gymnaſium nur noch die vier oberen Klaſſen beſtehen.
Von den 35 Sertanern ſind 24 Realſchüler, während 11 Schüler ſich am lateiniſchen Unter⸗ richt beteiligen; unter den 38 Quintanern ſind 29 Realſchüler und 9 Lateinſchüler.
2. RKuratorium. Die Zuſammenſetzung desſelben erfuhr keine Veränderung.(S. S. 2.)
3. Lehrerkollegium. Am 1. April trat Herr Profeſſor Meyer nach faſt 30jähriger Wirkſam⸗ keit an der hieſigen höheren Lehranſtalt in den wohlverdienten Ruheſtand. Seine Majeſtät der Kaiſer und König geruhten Allergnädigſt, die Verdienſte des ſcheidenden Profeſſors durch Verleihung des Roten Adlerordens IV. Klaſſe anzuerkennen. Die Wünſche der Schule in ihrer Geſamtheit gehen dahin, daß der hochverehrte Lehrer und Amtsgenoſſe ein otium cum dignitate ad multos annos genießen möge!
An ſeine Stelle trat Herr Oberlehrer Hülskötter, welcher über ſeinen Lebenslauf folgende Mitteilungen gemacht hat.
Klemens Hülskötter, geboren am 13. September 1861 zu Münſter in Weſtfalen, katholiſchen Bekennt⸗ niſſes, befuchte das Realgymnaſium ſeiner Vaterſtadt, welches er Oſtern 1882 mit dem Zeugnis der Reife ver⸗ ließ. Darauf widmete er ſich an der Akademie zu Münſter und an der Univerſität zu Marburg mathematiſch⸗ naturwiſſenſchaftlichen Studien, worauf er im Februar 1890 in Marburg das Examen pro facultate docendi beſtand. Das Seminarjahr leiſtete er von Oſtern 1890 bis Oſtern 1891 am Königl Gymnaſium in Bonn ab unter gleichzeitiger Teilnahme an dem dortigen Turnkurſus; in die Zeit von Oſtern 1891 bis Oſtern 1892 fällt ſein pädagogiſches Probejahr, das er an dem Apoſteln⸗Gymnaſium zu Köln ablegte. Darauf erfolgte ſeine Berufung als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer an die Realſchule zu Köln, wo er bis zu ſeiner Ernennung zum Oberlehrer an hieſiger Anſtalt verblieb.
In Folge der Umwandlung unſerer Anſtalt war eine weitere Lehrkraft notwendig geworden. Gewählt wurde als Hülfslehrer Herr Bernhard Ruffert, der bis dahin eine Stelle an einer Ham⸗ burger Realſchule verwaltet hatte. Leider verließ uns der werte Kollege ſchon am 1. Oktober, indem er einem Rufe an das Königl. Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt Neiſſe in Schleſien Folge leiſtete. Sein Nachfolger als Hülfslehrer wurde Herr Wilhelm Veith, Kandidat des höheren Lehramts aus Frank⸗ furt a. M.
Am 1. Oktober ſchied aus dem Kollegium, dem er mehr als 20 Jahre unter Hingabe aller ſeiner Kräfte angehört hatte, Herr Oberlehrer Gesky. Das Königl. Provinzial⸗Schulkollegium ſprach ihm ſeinen Dank aus für Treue im Dienſte der Schule. Die beſten Segenswünſche aller Mit⸗ arbeiter und Schüler begleiten Herrn Oberlehrer Gesky nach ſeinem neuen Wohnorte Wiesbaden.
Seine Stelle wurde zunächſt proviſoriſch beſetzt und zwar durch Herrn Dr. Steininger, der zuletzt als Hülfslehrer am Realgymnaſium in Düſſeldorf thätig geweſen war.
4. Schulfeiern. Die Geburts- und Sterbetage der in Gott ruhenden Hohenzollernkaiſer Wilhelm I. und Friedrich III. beging die Anſtalt im Kreiſe von Lehrern und Schülern in der Aula durch würdige Gedenkfeiern, bei denen neben einer Anſprache Geſänge und Gedichte, die der Bedeutung des Tages entſprachen, zum Vortrage gelangten. Die Gedächtnisrede am 15. Juni hielt Herr Oberlehrer Gesky, am 18. Oktober Herr Oberlehrer Sauerborn, am 9. März Herr Dr. Steininger.
Den Allerhöchſten Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs beging das Realpro⸗ gymnaſium durch einen Feſtaktus in der prächtig geſchmückten Aula am Sonnabend, den 26. Januar, vormittags 11 Uhr. Die Feier, bei der uns viele Freunde und Gönner mit ihrem Beſuche beehrten, nahm einen der hohen Bedeutung des vaterländiſchen Feſttages entſprechenden würdigen Verlauf; Geſangesvorträge wechſelten mit Deklamationen. Herr Oberlehrer Dr. Rauch behandelte in ſeiner


