14 Geiſenheim, Rüdesheim und den anderen Orten des Rheingaues eingefunden. Die Feier nahm einen der Bedeutung des nationalen Feſttages entſprechenden würdigen Verlauf. Geſangsvorträge und Deklamatio⸗ nen, die mit jugendlicher Friſche und Begeiſterung vorgetragen wurden, legten Zeugnis ab von warmer vaterländiſcher Geſinnung und inniger Liebe zu unſerem angeſtammten Herrſcherhauſe. Der Direktor behandelte in ſeiner Feſtrede das Thema:„Das Friedenswerk der Hohenzollern, beſonders ihre landes⸗ väterlichen Beſtrebungen für die ſoziale Wohlfahrt des Landes“.
Wie im vorigen Jahre, ſo fanden auch jetzt wieder Deklamatorien und Geſangesvorträge vor verſammelten Lehrern und Schülern ſtatt und zwar: 1) Frühlingsfeier am 20. Mai, 2) Sommer⸗ feier am 17. Juli, 3) Schlußfeier am 14. Auguſt, 4) Herbſtfeier am 24. November, 5) Weihnachts⸗ feier am 23. Dezember und 6) Entlaſſungsfeier(die am 17. März ſtattfinden wird).
Anfangs Mai benutzte die ganze Schule einen freien Nachmittag, um dem Nationaldenkmal auf dem Niederwald einen Beſuch abzuſtatten. Nach dem Abſingen einiger patriotiſcher Lieder hielt der Berichterſtatter eine kurze Anſprache, die mit einem Hoch auf Kaiſer und Vaterland ſchloß.
Am 10. Auguſt machte das Realprogymnaſium ſeine Turnfahrt, bei welcher die Schüler zum erſten Male in ihren bunten Klaſſenmützen erſchienen. In Begleitung der Lehrer und Gäſte zog die vergnügte Schar unter Trommel⸗ und Pfeifenklang, zuerſt freilich durch die ſengenden Strahlen der Sonne, dann aber durch prächtigſten Waldesſchatten. Nach kurzer Raſt im herrlichen Hochwald ging es durch die Eichen- und Buchenhallen des Taunus zum Forſthaus Kammerforſt, wo das Mittagsmahl im Walde eingenommen wurde. Nach Tiſch machten die größeren Schüler unter Führung des Leiters der Anſtalt einen Spaziergang nach dem Teufelskadrich mit der wunderſchönen Ausſicht auf den Rhein. Unter Spiel und Geſang verging die Zeit nur allzu ſchnell. Um 5 Uhr wurde der Marſch nach Lorch angetreten, in deſſen Mauern ſich die Schule noch zu einer gemütlichen Feier in dem Saale des Rheiniſchen Hofes zuſammenfand. Gegen 9 Uhr erfolgte die Heimfahrt mit der Bahn. Gäſte, Lehrer und Schüler werden ſich gern der genußreichen Turnfahrt erinnern!
5. Schulbetrieb. Der geregelte Gang des Unterrichtes wurde nicht unterbrochen, indem der Geſundheitszuſtand von Lehrern und Schülern ein durchaus befriedigender war. Die Pfingſtferien dauerten vom 21. bis 29. Mai, die Herbſtferien vom 15. Auguſt bis 18. September, die Weihnachts⸗ ferien vom 24. Dezember bis zum 7. Januar.
Ausgeſetzt wurde der Unterricht wegen großer Hitze am Nachmittage des 15., 16., 19. und 20. Juni, des 3., 4. und 7. Juli, ſowie des 11. Auguſt.
6. Reifeprüfungen. a) Nachdem vom 26. Juni bis zum 1. Juli die ſchriftliche Prüfung für einen Schüler der Sekunda ſtattgefunden hatte, wurde am 1. Auguſt die mündliche Prüfung unter dem Vorſitze des Direktors als ſtellvertretenden Königlichen Kommiſſars und unter der Anweſenheit des Herrn Bürgermeiſters Fiebig, der vom Kuratorium entſandt war, abgehalten. b) In der Woche vom 29. Januar bis zum 3. Februar fertigten die 5 übrigen Sekundaner ihre ſchriftlichen Prüfungsarbeiten an; am 12. Februar unterzogen ſie ſich der mündlichen Prüfung, wobei Herr Provinzial⸗Schulrat Kannegießer den Vorſitz führte und Herr Bürgermeiſter Fiebig wiederum das Kuratorium vertrat.
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