Jahrgang 
1893
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Schulnachrichten.

Nachdem durch die auf Grund der Beſchlüſſe der im Dezember 1890 in Berlin verſammelt geweſenen Konferenz zur Beratung von Fragen des höheren Unterrichts im Unterrichtsminiſterium ausgearbeiteten neuen Lehrpläne für die höheren Schulen vom 31. Januar 1892 die Angleichung des Gymnaſiums und Realgymnaſiums, wie ſie durch die Lehrpläne von 1892 begonnen war, eine Fortſetzung gefunden hatte, nachdem ferner die Berechtigungen der lateinloſen höheren Schulen in⸗ folge der Beſchlüſſe derſelben Dezemberkonferenz erweitert, und letztere Anſtalten von unſerem Kaiſer ſelbſt, von der Unterrichtsverwaltung und von den einſichtsvollſten Männern aller Stände als von den Bedürfniſſen unſerer Zeit beſonders dringend geforderte Schulen öffentlich anerkannt worden waren, da wurde auch in der Bürgerſchaft Fuldas alsbald die Frage rege, ob es nicht im Intereſſe ihrer Stadt liege, ihr neben dem hieſigen Königlichen Gymnaſium beſtehendes Realprogymnaſium in eine lateinloſe höhere Schule umzuwandeln. In der That wurde Anfang März vorigen Jahres von zahlreichen Bürgern unſerer Stadt an den Magiſtrat das Geſuch betreffs Umwandlung des hieſigen Realprogymnaſiums in eine Realſchule(ohne Latein) gerichtet. Nachdem der Stadtrat dasſelbe in Erwägung gezogen und beſagte Umwandlung als den Bedürfniſſen der Stadt entſprechend anerkannt hatte, fand am 18. März eine gemeinſchaftliche Sitzung des Stadtrats und des Kura⸗ toriums des Realprogymnaſiums behufs Beratung derſelben Angelenheit ſtatt. In Anbetracht deſſen, daß durch die neuen Lehrpläne vom 31. Januar 1892 Realgymnaſium und Gymnaſium einander noch näher gerückt ſeien, als ſie vordem ſchon waren, und daß eine Lehranſtalt von gymnaſialem Charakter neben dem hieſigen Gymnaſium für die Verhältniſſe unſerer Stadt kein Bedürfnis ſei, ſowie in Erwägung deſſen, daß eine lateinloſe Realſchule dem bei der Gründung unſerer Anſtalt urſprünglich intendierten Zwecke, den Zöglingen die für die ſogenannten praktiſchen und bürgerlichen Berufsarten erforderliche höhere Schulbildung zu geben, beſſer noch werde dienen können, als das Realprogymnaſium mit ſeinem neuen Lehrplane hinfort dazu imſtande ſei, ſtimmten ſämtliche Teilnehmer für die Umwandlung der Anſtalt in eine Realſchule. Nachdem ſodann auch der ordent⸗ liche Bürgerausſchuß der Stadt mit dieſer Frage ſich beſchäftigt und ſeine Zuſtimmung zu der beab⸗ ſichtigten Umwandlung gegeben hatte, wurde im Einverſtändniſſe mit der Stadbehörde vom Kura⸗ torium unter dem 21. März vorigen Jahres an Königliches Provinzial⸗Schulkolleg in Caſſel der Antrag geſtellt, mit der geplanten Umwandlung des Realprogymnaſiums ſich einverſtanden erklären

und zur Ausführung des bez. Vorhabens die Genehmigung des Herrn Miniſters erwirken zu wollen, 1*