— g= Sekunda(Kurſus zweijährig). Ordinarius: Herr Dr. Wagner.
Religionslehre: 2 St. a) Katholiſche: Gott als Wiederherſteller der Heilsordnung; die Lehre von der Gnade und den Sakramenten. b) Evangeliſche: Die Kirchengeſchichte nach Sauer's Leitfaden, das Wichtigſte aus der Symbolik und die Augsburgiſche Konfeſſion, Erklärung des Briefes Pauli an die Galater.
Deutſch: 3 St. Aus dem Leſebuche von Hopf und Paulſiek wurden proſaiſche und poetiſche Stücke geleſen und von verſchiedenen Geſichtspunkten aus beſprochen, die Lehren der Rhetorik und Metrik daran nachgewieſen. Oden Klopſtock's, Goethe's Hermann und Dorothea, Iphigenie auf Tauris. Dispoſitionsübungen, Chrie. Alle vier Wochen wurde ein Aufſatz ange⸗ fertigt, wozu gewöhnlich in der Klaſſe die Anleitung gegeben war. Grammatiſche und ſtiliſtiſche Bemerkungen im Anſchluß an die Durchnahme der Arbeiten.
Die Themata waren: 1) Sieg Karls des Großen über die Araber zwiſchen Tours und Poitiers(Ueber⸗ ſetzung aus dem Franzöſiſchen). 2) Ueber den wohlthätigen Einfluß des Umgangs des Menſchen mit der Natur.
3) Beſtändige Thätigkeit iſt eine Quelle der Zufriedenheit. 4) Die Wurzeln der Bildung ſind bitter, die Früchte
ſüß. 5) Beſcheidenheit für junges Blut— Ein ſchön Geſchmeid und teures Gut. 6) Keine Tüchtigkeit ohne Tapfer⸗
keit. 7) Charakter Hermanns und Dorotheas nach Goethe.(Klaſſenarbeit.) 8) Durch welche Mittel wird der Handel erleichtert und befördert? 9) Aufſchieben iſt eine böſe Sitte. 10) Welche Vorteile gewährt uns das Studium der
Naturwiſſenſchaften? 11) Ein Sprichwort nach eigener Wahl.(Chrie. Klaſſenarbeit.) 12) Sich ſelbſt beſiegen iſt der
ſchönſte Sieg. 13) Nichts iſt unbeſtändiger als das Glück. 14) Wer ernten will, muß ſäen. 15) Ueber die
Schürzung des dramatiſchen Knotens in Goethe's„Iphigenie auf Tauris.“(Klaſſenarbeit.)
Latein: 4 St. Die Syntax nach Meiring. Mündliches Ueberſetzen aus dem Uebungsbuche Oſtermann III. Caes. de bell. Gall. lib. I und VII. Ovid Metamorph. lib. I nach Auswahl. Exercitien und Extemporalien.*
Franzöſiſch: 4 St. Syntax nach Ploetz Schulgrammatik bis zum Schluß. Mündliche und ſchriftliche Uebungen im Ueberſetzen. Lektüre: Ploetz Chrestom. Sect. II. III; Sect. IV, V, VI nach Auswahl. Mit der Oberſekunda allein wurden Uebungen im Ueberſetzen aus Montesquieu gemacht und aus den Récits Historiques tirés de l'histoire de France par François Guizot. Exercitien und Extemporalien.
Engliſch: 3 St. Syntax nach der Grammatik und dem Uebungsbuche von Sonnenburg. Ausgewählte Lektüre aus Lüdeking's Leſebuch, I. und II. Teil. Exercitien und Extemporalien.
Geſchichte: 2 St. Geſchichte der neueren Zeit mit beſonderer Berückſichtigung der deutſchen und preußiſchen Geſchichte.
Geographie: 1 St. Phyſikaliſche und politiſche Geographie der außereuropäiſchen Erdteile.
Mathematik: a) Algebra: 3 St. Gleichungen des 2. Grades, unbeſtimmte Gleichungen, Zinſeszins⸗ und Rentenrechnung, Kettenbrüche, nach Neumann, Beiſp. aus Heis§. 69— 87. b)
Stereometrie: 2 St. Nach dem Lehrbuche von Wiegand. Wiederholung der Trigonometrie. 2


